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Terror Britannicus

Hupperich, Gerd; Schiemichen, Wolfgang; Rahman, Glenn

Rezension von jpk
Aus der Reihe "Cthuloide Welten"

Das Rollenspiel in der Welt von H.P. Lovecraft hat den Vorzug im deutschsprachigen Raum in zwei Produktlinien vorangebracht zu werden, die zum Glück auch in einer Hand liegen. Das läuft analog zu dem in dem gleichen Verlagshaus vertriebenen Rollenspiel Midgard. Auf der einen Seite erbringt ein Redaktionsteam die Produkte der Hauptlinie "Cthulhu" mit Regelwerken, Quellenmaterial und Abenteuern, auf der anderen Seite entsteht ein offizielles Magazin mit dem Titel "Cthuloide Welten". Doch mit dem Magazin allein gibt sich die Redaktion nicht zufrieden, sondern erstellt Sonderbände, die zum Teil außerhalb der Hauptlinie stehen, in dem sie beispielsweise parallele Zeitlinien und Welten vorstellen. Aber auch Abenteuerbände werden von "Cthuloide Welten" produziert. Begrüßenswerter Weise harmonisieren sie mit der Hauptlinie und so führt der vorliegenden Band eine Kooperation mit dem zeitnah erscheinendem London Quellenband mit dem merkwürdigen Titel "Terror Britannicus" scheinbar eine Mischung aus Deutsch und Latein, wobei der Lateinkundige weiß, dass "Terror" sich mit "Schrecken" übersetzen lässt.

Terror Britannicus birgt zwei Abenteuer in sich. In das erste sollten die Abenteurer nicht kopflos hinein rennen, denn sonst könnten sie denselbigen schnell verlieren. Das ist durchaus wörtlich gemeint, denn ein traditionell französisches Modell dient dem carnifico, oder schlicht gesagt zum Köpfen. Dem Schrecken der französischen Revolution entkommen, verwenden die nun anglisierten Abkömmlinge der Aristokratie das Fallbeil als schauderhaftes Ritualwerkzeug. Die Charaktere kommen in den Genuss auf demselbigen zu liegen oder das Ritual mit entsprechendem Stabilitätsverlust zu bezeugen, wenn sie es nicht zu verhindern wissen. Doch dazu müssen sie in dem kleinen Ort Anningham und in London recherchieren und sich furchtlos nicht vom Handeln abbringen lassen.
Detektivarbeit, Recherche und eine Handvoll Mut, im richtigen Augenblick zu zuschlagen, sind die wesentlichen Aspekte des Abenteuers. Hinweise sind ausreichend gestreut, so dass ein Feststecken kaum zu erwarten ist. Zeitlich gebunden sind die Abenteuer lediglich durch das an einen Zeitrahmen orientierte Ritual. Ob das Abenteuer aber zwingend in den 1920ern spielen muss oder an anderen Daten, ist reine Sache der Mathematik. Das von Gerd Hupperich neu verfasste Abenteuer ist nicht nur spannend, sondern auch opulent ausgestattet mit Fotos, Handouts, Karten und mystischen Texten, so dass es die richtige Atmosphäre verbreitet.

Das gleiche gilt für das zweite Abenteuer, erfunden von Glenn Rahman und völlig überarbeitet von dem bekannten Cthulhu Altstar Wolfgang Schiemichen. "Geister in Loch Feinn" führt die Charaktere nach kurzen Recherchen in der Hauptstadt weg vom sommerlichen London in die Tiefe des schottische Hochlands. Ein Mord gilt es aufzuklären und die wahren Hintergründe für das Verbrechen sind aufzudecken und entsprechend zu behandeln. Wir würden uns nicht im Cthulhu Rollenspiel befinden, wenn diese nicht mindestens mysteriös, eher noch erschreckend und grausig wären. Und so wird uns auch dieses Abenteuer nicht im Stich lassen, doch kann ich hier noch weniger verraten, wenn ich den Spielern nicht den Spaß verderben will. Gefahrlos kann ich auf das besondere an dem Abenteuer eingehen, dass sich die Autoren mit der Motivation gemacht haben. Ohne konkreten Auftraggeber (sieht man von einem evtl. Techtelmechtel mit der Tochter des Ermordeten ab), spielt die Motivation der Helden eine wichtige Rolle. So widmet sich eingangs auch das Werk diesem Thema, wobei verschiedene Vorschläge passend zu den Charaktertypen gemacht werden.
Spannend für Spieler und Spielleiter wird die Konfrontation mit den für ihre Einsicht gegenüber Fremden nicht gerade bekannten schottischen Clansleuten. Was auf den ersten Blick wie ein einfach strukturiertes Abenteuer aussieht, wird durch die Interaktionen mit den Beteiligten komplex, spannend und durchaus auch gefährlich.
Insgesamt haben wir von der deutschsprachigen Cthulhu Redaktion wieder mal ein erstklassiges Werk erhalten. Als einzigen Kritikpunkt möchte ich anführen, dass zwar für das erste Abenteuer ein paar Vorlagecharaktere geschaffen wurden, während dies beim zweiten fehlt. Dabei wäre das zweite Abenteuer mindestens genauso gut als so genanntes One-Shot-Adventure (durchspielbar an einem Spieltag) geeignet. Aber der Mangel an Konsequenz ist nicht ausschlaggebend für die Kaufempfehlung, die ich reinen Gewissens hier geben kann. Denn für ein gutes Abenteuer, kann man auch mal das Regelwerk wälzen und Charaktere schaffen, sofern man als geübter Cthulhu Spieler nicht schon einen Satz davon bereit hält, um sich in die grauenhaften Erlebnisse mit tapferem Herzen zu stürzen.

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Wertung

 

Gesamt:

(Extrem gut)

Schwierigkeit:

(Verständlich)

Spielspaß:

(Spannend)

Brutalität:

(Brutal)

 

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Infos

 

Sprache:

Deutsch

Serie:

Cthuloide Welten

Autor:

Hupperich, Gerd

Verlag:

Pegasus Press, Friedberg

Erschienen:

Jan. 2004

Kritiker:

jpk

ISBN:

3-930-63588-7

ISBN(13):

978-3-9306-358-7

EAN:

9783930635887

Typ:

Abenteuerband

 

Gerd Hupperich

 

Gerd Hupperich ist Jahrgang 1969 und erhielt eine Ausbildung als Bibliothekar.
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Cthuloide Welten

 

Cthuloide Welten ist zwischen einem offiziellen Quellenband, Spielhilfe und einem Fanzine positioniert. Das halbjährlich erscheinende Magazin unterscheidet sich in dieser Positionierung von den monatlich erscheinenden oder alle zwei Monaten herausgegebenen Zeitschriften nicht nur durch das seltene Erscheinen, sondern daher auch deutlich durch den Inhalt [mehr]

 

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