 | Die Schwalbe, die Katze, die Rose und der Tod Rezension von sgo Aus der Reihe "Van Veeteren" Hätte der ehemalige Kommissar Van Veeteren nicht unbedingt am Tag vor seiner Urlaubsreise nach Rom noch ein Mozzarella-Sandwich essen müssen wäre es vielleicht ganz anders gekommen; da er sich aber an einem Olivenkern eine Plombe ausgebissen hat und dringend zu einem Zahnarzt muss, hat er für die Gewissensnöte eines Priesters erst einmal wenig Verständnis und noch weniger Zeit. Als ihn der Kaplan von Leimaar um Rat fragen will, vertröstet er den Mann auf den Tag nach seiner Rückkehr und geht lieber zum Arzt. Später würde Van Veeteren diese Entscheidung gerne ungeschehen machen, denn der Kaplan fällt vor einen Zug und stirbt. Während die Polizei von einem Unfall ausgeht, tippt Van Veeteren schnell auf Mord und versucht nun, heraus zu finden, was ihm der Priester wohl erzählen wollte... Parallel dazu bekommen wir ausführlich aus dem Leben eines jungen Mädchens namens Monica Kammerle erzählt. Die sechzehn Jahre alte Schülerin leidet sehr unter der Krankheit ihrer manisch-depressiven Mutter, welche immer mal wieder ihre Medikamente nicht nimmt und daraufhin mit ihrem seltsamen Benehmen schon lange alle Verwandten und Bekannten vertrieben hat. In der Schule wird Monica wegen ihrer seltsamen Mutter gemobbt, und das junge Mädchen ist äußerst unglücklich. Dies ändert sich erst, als ihre Mutter einen neuen Freund mit nach Hause bringt. Monica beginnt heimlich eine Affäre mit diesem Mann namens Benjamin Kerran. Leider erkennt sie zu spät, das er kein sonderlich netter Mann ist und ihre Verbindung einen Fehler darstellt. Als sie sich dem Kaplan von Leimaar anvertraut, beginnt man als Leser zu verstehen, wie sich die verschiedenen Handlungsstränge verbinden werden. Hakan Nesser hat sich einfühlsam wie immer in die Psyche eines Heranwachsenden eingefühlt und mit der Erzählung um Monicas trauriges Leben ein wirklich bewegendes Buch geschaffen. Dieser Teil des Buches ist so gut geworden, dass ich die Einschübe mit der eigentlichen Hauptperson Van Veeteren als unnötige Störung anzusehen begann. Aber als der Fall sich weiterentwickelt und Monica als Protagonistin ausfällt, habe ich auch die Qualitäten des bedächtigen und mir zunächst etwas farblos scheinenden Ex-Polizisten zu schätzen gelernt. Nesser gelingt es immer wieder, Menschen glaubwürdig zu schildern und selbst das Unverständliche begreifbar zu machen. Sogar die Psyche des später noch auftauchenden Serienmörders wird bei aller Antipathie erlebbar. Ich ärgerte mich allenfalls ein wenig über das doch sehr grausam ausgefallene Ende, welches wohl die niederen Racheinstinkte des Publikums ansprechen soll. Das hätte Nesser eigentlich nicht nötig, und dafür gibt es von mir einen Punktabzug. Der etwas sperrige Titel bezieht sich neben einem englischen Gedicht um eine von einem Mörder mitgebrachte Rose übrigens auch noch auf eine Schwalbe, von der Van Veeteren geweckt wurde, sowie auf dessen Katze.
Eure Meinungen:
| Ich fand das Buch spannend. [Lilsa] |
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