 | Der Tote vom Strand Rezension von Maggy Aus der Reihe "Van Veeteren" In diesem 8. Fall aus der Reihe um Kommissar Van Veeteren verbringt Kriminalinspektorin Ewa Moreno ein paar Urlaubstage mit ihrem neuen Freund in dessen Ferienhaus an der Küste. Diese gemeinsamen Tage sind eine Art Beziehungstest, denn Ewa will herausfinden, ob es mehr als ein Flirt ist. Aber merkwürdige Ereignisse sorgen dafür, dass sie sich um ganz andere Dinge kümmert und sie sich auch mit der Polizeiarbeit vor Ort beschäftigt. Bevor sie ihren Urlaub überhaupt beginnen kann, leitet sie zunächst die Vernehmung eines Verbrechers, der darauf besteht nur mit ihr zu sprechen. Da dieser in der Nähe ihres Ferienortes gefasst wurde, ließ sich Ewa von ihrem Vorgesetzten erweichen, auf dem Weg mal schnell dieses Verhör vorzunehmen. Doch dieses vergisst sie so schnell nicht, denn der Häftling lässt in ihr einen Verdacht aufkeimen, der sie die folgenden Tage begleiten wird. Noch auf dem Weg zu ihrem Ferienort lernt sie eine junge Frau namens Mikaela Lijphart kennen, die ihren Vater, denn sie im Alter von zwei Jahren zum letzten Mal gesehen hat, in einer psychiatrischen Klinik besuchen will. Nach dem Besuch bei ihrem Vater verschwindet Mikaela Lijphart spurlos, kurz darauf auch ihr Vater. Ewa Moreno beginnt zu recherchieren, weil ihr das Schicksal des Mädchens zu Herzen geht und der dortige Polizeichef die Ermittlungen zu verschleppen scheint. Am Strand wird Tage später eine Leiche gefunden, es ist aber nicht Mikaela oder ihr Vater, sondern ein anderer Mann. Nesser lässt zwei kleine Jungen den Leichnam ausbuddeln, als sie sich gerade anschickten, sich einen Weg durch den Mittelpunkt der Erde in Richtung China zu buddeln. Die Entdeckung dieser Leiche zeigt den leisen Humor, der den Autor auszeichnet. Es wird bald klar, das des Rätsels Lösung in der Vergangenheit liegt, durch Rückblicke in das Jahr 1983 deckt der Autor portionsweise einige Aspekte einer schrecklichen Tragödie auf, welche die Familie auseinandergetrieben hat. Falsche Verdächtigungen, Vertuschungen und eine Verkettung unglücklicher Geschehnisse ließen 16 Jahre die Wahrheit im Verborgenen. Obwohl der Autor durch die Einschübe aus der Vergangenheit viele Details der Tragödie offenbart, ist das Buch dennoch spannend, obwohl zum Schluss wenig Überraschendes übrig bleibt. Ein kleines Manko ist die Figur der Kriminalinspektorin Ewa Moreno, die seltsam blass bleibt und deren Beziehungsprobleme sehr konstruiert wirken und kein bisschen interessant sind. Dennoch habe ich die Lektüre sehr genossen, denn die Geschichte ist handwerklich gut aufgebaut, die Idee und die Ausführung der Rückblenden überzeugen ebenso wie der präzise Erzählstil.
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