 | Das Erbe von Winterfell  Der Roman "A Game of Thrones", der vom Goldmann-Verlag als Beginn des Zyklus "Das Lied von Eis und Feuer" vermarktet wird, besteht in der deutschen Ausgabe aus den zwei Bänden "Die Herren von Winterfell" und "Das Erbe von Winterfell". Das Buch erhielt 1997 von den Lesern des einflußreichen SF-Info-Magazins LOCUS den ersten Preis in ihrer Gunst. Auch Marion Zimmer Bradley, eine einschlägige Expertin, lobte das Buch als "das vielleicht beste Fantasy-Epos überhaupt". Na, da fällt es direkt schwer, etwas an dem Buch auszusetzen. Aber vielleicht legte sie die Betonung auf "vielleicht"? Im zweiten Band des Romans kommt es zu mehreren Schlachten zwischen aufrechten Stark-Freunden und Lannistervasallen. Der Autor weiß die Kämpfer in der Schlacht auf eindrückliche Weise zu beschreiben. So erscheint etwa der Feldherr der Lannisters als eine Art Julius Cäsar. Seine Statur wird von der mickrigen Größe seines - inzwischen freigekommenen – Sohnes Tyrion noch erhöht, was aber nichts über seine moralischen Qualitäten aussagt. Lord Eddard, nach Roberts Tod von der Königin im Staatsstreich verhaftet und eingekerkert, wird vom neuen König und Cerseis Sohn, dem 14jährigen und eigensinnigen Joffrey, als Verräter zum Tode verurteilt und enthauptet. Eddards zwei 10- und 12jährige Töchter müssen dies mit ansehen. Ein Gegenkönig zeigt sich im Süden. Am Ende des Romans sind viele Karten ausgespielt worden, aber die Partie ist weiterhin offen. In den Ländern jenseits der Meerenge gelangt Daenerys, die letzte Überlebende des Herrschergeschlechts, das Robert Baratheon dezimierte und verjagte, zu Macht an der Seite eines Reitervolkhäuptlings. Es gelingt ihr, den ausgestorbenen Drachen zur Wiedergeburt zu verhelfen. Und im höchsten Norden, an der Mauer, die das Königreich vor den Geistern des Verwunschenen Waldes schützt, kehrt der Winter zurück – für lange Jahre. Fazit: Nicht ohne Grund wurde "A Game of Thrones" mit dem LOCUS Award ausgezeichnet. Es ist eine erfrischende Abwechslung zu solcher jugendtauglicher und keimfreier Einheits-Fantasy-Ware à la Terry Brooks und David Eddings. In den Winterfell-Romanen herrscht bitterster Realismus, Drama zwischen Ironie und Tragödie, grimmig zuweilen bis zur Schmerzgrenze. Doch Martin desavouiert seine Figuren nicht, er läßt ihnen ihre Würde. Allerdings schildert er nicht das Innenleben der bösen Lannisters – hier ist der philosophische Zyniker Tyrion die Ausnahme. Die Figuren erscheinen sehr lebendig und menschlich; Martin verschließt die Augen nicht vor ihren intimsten Gefühlsregungen oder sexuellen Betätigungen. Daß der Sex ebenso wie der Humor zuweilen von der derberen Sorte ist, verleiht dem geschilderten Leben Authentizität: So könnte es im Frankreich oder England des 13. oder 14. Jahrhunderts zugegangen sein. Man lese einmal Shakespeares "Heinrich V." nach oder sehe Brannaghs Verfilmung. "Winterfell" zu lesen ist ein Erlebnis. (c) Michael Matzer (http://www.matzer.de)
Eure Meinungen:
| Also ich kann mich meinen Vorgängern nur anschließen. Die Saga ist genial. Das früher Ableben einiger hauptfiguren hat mich anfangs etwas schockiert, aber es steigert die Spannung ungemein. Die Gewissheit, die in vielen anderen Fantasy-Romanen vorherrscht, nämlich, dasa alles Gut wird, weil die hauptfigur doch nicht einfach sterben kann ist dahin. An der Deutschen Version stört mich allerdings die unkonsequente Übersetzung von Eigennamen. So werden im fünften Teil (den ich gerade lese) mache Namen der Befestigungsanlagen der Nachtwache ins Deutsche übertragen, zum Beispiel´"Westwacht an der Brücke" oder "Waldwacht am Teich" andere hingegen nicht, vgl. "Eastwatch by the Sea". Es ist mir absolut unverständlich warum der Übersetzer sich nicht für ein Prinzip entscheidet und dieses dann durchhält *grummel* [nebelvogel] |
| ALSO NAJA::DAS BUCH HAT MICH ZUERST VOM HOCKER GEHAUEN,ABA DANN MUSS ICH DOCH FRAGEN:WARUM BLEIBEN SO VIELE SACHEN UNGEKLÄRT???WAS GESCHIEHT MIT ARYA?WAS UNTERNIMMT ROBB STARK,ALS NEUER KÖNIG VON WINTERFELL??WAS FÜR EINE ROLLE SPIELEN DIE DRACHEN VON DAENERYS??ZU VIELE UNGEKLÄRTE FRAGEN ALSO WIRFT DIESES FANTASY_ABENTEUER,ALS DASS MAN ES ALS GUT BEZEICHNEN KÖNNTE!LEIDERENTTÄUSCHEND! [shorty] |
| Auch für mich gehört der Zyklus "Song of Ice and Fire" (den ich allerdings nur im englischen Original gelesen habe) zu dem Besten, was in letzter Zeit im Fantasy-Bereich erschienen ist. Ich habe beim ersten Band (The Games of Thrones; in Deutschland werden die Bände offenbar gesplittet) etwa zweihundert Seiten gebraucht, bis ich warm wurde. Das lag an den vielen Personen und Orten, bei denen man sich wirklich die Mühe machen sollte, sie nachzuvollziehen (also Anhang und Karte zu Rate zu ziehen), weil man sonst etwas verpasst. Aber dann flutschte es nur so. Ein Epos, in das man sich vergraben kann. "A Clash of Kings" (wird in Deutschland wohl als Band 3 und 4 erscheinen) ist noch besser und gibt einige Antworten auf die Fragen, die Shorty, unser Freund mit den großen Buchstaben, so schmerzlich vermißt. Aber ob ihm die Antworten gefallen werden? Denn das gefällt mir besonders: George R. R. Martin geht sehr respektlos mit den alteingefahrenen Erwartungen der Leser um. Da hat man sich gerade mit Eddard Stark als Haupthelden abgefunden, zack, da blitzt das Schwert vor der Kirche und, bump, da rollt sein Kopf. Das wirkt auf mich nicht ermüdend, aber gelegentlich enttäuschend. Es hält aber auf der anderen Seite auch wach und die Spannung aufrecht. Also, die Moral für andere Fantasy-Autoren: Bringt mehr von Euren Hauptpersonen um! Unbedingt kaufen, unbedingt lesen. Anmerkung: Ich glaube kaum, daß eine deutsche Übersetzung das dichte und gleichzeitig einfache Englisch des Originals ersetzen kann. In der Welt von "Song of Fire and Ice" haben die Dinge sehr kurze und einfache Namen. Eine Landenge heißt nicht "Ghorulasien", sondern einfach "Neck". Der Chefminister des Königs heißt nicht "Premierminister" oder "Oberster Geheimer Vortragender Rat", sondern einfach "Hand". Das wird im Deutschen schwierig sein, denn Deutsch ist eine sehr wortreiche Sprache ("Rechte Hand" ist zum Beispiel schon doppelt so lang als das originale "Hand"). [Thomas Naumann] |
| Das Wichtigste, was man über Martins "Eis und Feuer"-Zyklus feststellen kann, ist die Aufhebung des, für Fantasy meist obligatorischen, Gut/Böse Schemas. Und so werden viele Leser mit mir übereinstimmen, daß Tyrion Lannister der interessanteste, weil vielschichtigste Charakter ist. Das Buch liest sich spannend von der allerersten Seite. Es ist moralisch, jedoch nicht belehrend. Das Stilmittel, mühsam aufgebaute Charaktere früh dahinscheiden zu lassen zieht sich durch alle Bände des Zyklus und wirkt irgendwann etwas ermüdend. Interessant in diesem Zusammenhang : 100%ig prinzipientreue Figuren neigen dazu schneller abzutreten als andere. Nur wer sich in fremder Umgebung anpasst hat Überlebenschancen (siehe Arya). Martins Zyklus gehört für mich zu der besten Fantasy saga, seit dem "Herrn der Ringe" und der "Osten Ard" Zyklus von Tad Williams. [Bodo Zentner] |
| Die Saga um die Herren von Winterfell ist mit sicherheit eine der besten Fantasy Serien die zur Zeit am Markt sind. Nur sollte man sich nicht zu sehr an die Hauptfiguren gewöhnen, sie neigen hier dazu schnell abzutreten, wenn sie Fehler machen. Und wie im richtigen leben laufen die Dinge hier häufig aus dem Ruder. Die Fortsetzung "A storm of Swords" steigerte meine Begeisterung für diese Reihe noch. [Marco Dießner] |
| George R.R. Martin setzt mit dieser Saga Massstäbe. Eine derart fesselnde und im Wortsinne anspruchsvolle Lektüre kann nur dringend empfohlen werden, zumal der Autor nicht - wie sonst leider oft der Fall - mit den vielen Bänden im Niveau abflacht, im Gegenteil. Seine knappe, treffende Sprache und die filigrane Figurenzeichnung, gepaart mit einem wundervoll rätselhaften Plot wird anscheinend mit steigender Buchanzahl immer besser (das trifft nicht unbedingt auf die deutsche Übersetzung zu!) Martin hat bisher schon viel geschrieben und auch für manch TV-Produktion gearbeitet, wobei man hier immer geteilter Meinung sein kann, manches war sehr gut (Fevre Dream, Dying of Light, Armageddon Rack), vieles eher Mittelmass. Mit dem "Lied von Eis und Feuer" legt er sein bisher bestes Werk vor, und Tausende Fans weltweit, die diese Saga inzwischen zum Kult erhoben haben, warten auf die nächsten zwei Bände... Besonders interessant ist, dass G.R.R.Martin hier eigentlich mit einer Tradition des Genres bricht: es gibt sehr, sehr wenig magische Assecoirs (wenn, dann jedoch gekonnt eingesetzt), und vor allem: es gibt keine "Guten" und keine "Bösen". Entsprechend lebendig sind seine Charaktere (solange er sie leben lässt...). Mach einer mag von der Roheit in den Bänden abgestossen sein, aber Martin nutzt Gewalt nie als Selbstzweck. Ich glaube, er will damit auch ein wenig die kitschige Ritter-Romatisiererei diverser Coleur vom Kopf auf die Füsse stellen. Also, wer es noch nicht kennt: Lesen! P.S.: Es gibt inzwischen neben den vielen angloamerikanischen Seiten auch eine deutschsprachige Web-Gemeinschaft, mit Illustrationen, Charaktervorstellungen und vor allem einem hochinteressanten und wachsenden Forum. Schaut mal vorbei: http://www.eis-und-feuer.de [ArtFantasy] |
| Ich bin der meinung, dass der Zweite Teil, das Erbe von Winterfell der Beste erschienene Teil bisher ist, obwohl mich die Saat des goldenen Löwen ebenfalls Fasziniert. [lukas] |
| Martin steigert sich nocheinmal. Die Saga ist einfach "the best". Bin begeistert. Bin schon auf den dritten Teil gespannt, der auf meinem Schreibtisch liegt. fantasyleser [fantasyleser] |
| Martin steigert sich nocheinmal. Die Saga ist einfach "the best". Bin begeistert. Bin schon auf den dritten Teil gespannt, der auf meinem Schreibtisch liegt. fantasyleser [fantasyleser] |
| Ohne Zweifel ist Das Erbe von Winterfelle eines der besten Fantasybücher die ich je gelesen habe ist eigentlich der dritte teil schon draußen wenn das jemand weiß bitte bescheid sagen ich will wissen wie es weiter geht [Obscuro] |
| wer glaubt Harry Potter oder Herr der Ringe sei gut, der irrt! Dieser Zyklus ist einfahc besser. Mehr muss man dazu nicht sagen, er ist das beste was je auf den Markt gekommen ist! [ich] |
| Und noch einmal --- der Autor entblödet sich zum zweiten Mal mit einer Inhaltsangabe - schmeisst den Kerl raus, schlimmer geht nimmer. Echt abge-piep-t ... [Holmgeir] |
Dieser Text entstand mit freundlicher Unterstützung und Genehmigung von Michael Matzer. Neben seiner Arbeit in der Welt der Datenverarbeitung schreibt Micheal Matzer professionell Rezensionen im Bereich der phantastischen Medien. Datenbank:0.0014 Webservice:0.0731 Querverweise:0.1707 Infos:0.0014 Verlag,Serie:0.0009 Cover:0.0001 Meinungen:0.0032 Rezi:0.0004 Kompett:0.2515 |  |