 | Der Feind im Schatten Rezension von Wiebke „Der Feind im Schatten“ ist Henning Mankells letzter Kurt Wallander-Krimi. Der von schwerer Krankheit gezeichnete schwedische Kommissar verabschiedet sich in den Ruhestand. Doch bevor es soweit ist, löst er noch einen letzten Fall, der ihm schwer zu schaffen macht. Wie in jeder Familie gibt es auch in Wallanders Leben entscheidende Veränderungen. Nach einigem hin und her hat sich der schwermütige Kommissar seinen größten Wunsch erfüllt und ist aufs Land gezogen. Aber auch im Leben seiner Tochter Linda ist einiges Passiert. Fest liiert mit dem adligen Börsenmakler Hans, vervollkommnet eine gemeinsame Tochter das junge Glück. Ereignisse, die ein wenig Ruhe in Wallanders Leben bringen. Entspannung, die er bitter nötig hat. Denn inzwischen ist der sympathische Eigenbrödler schwer erkrankt. Nicht nur immer höher werdende Zuckerwerte machen ihm mehr denn je zu schaffen, auch immer wieder auftretende Blackouts deuten darauf hin, dass er allmählich an Alzheimer erkrankt. Ein Zustand, den er nicht wahrhaben will und so stürzt er sich in einen neuen Fall, der ihn diesmal persönlich berührt. Auf einer Familienfeier von Lindas Schwiegervater, dem pensionierten Marineoffizier Håkan von Enke, fällt Wallander auf, dass von Enke sich merkwürdig benimmt. Daraufhin angesprochen, erzählt dieser von längst vergessenen Ereignissen aus dem Kalten Krieg, als fremde U-Boote in schwedische Gewässer eindrangen. Kurz darauf verschwindet er spurlos und Wallander steht vor der Aufgabe, den gestandenen Offizier wieder aufzufinden. Doch bevor ihm das gelingt, verschwindet auch noch dessen Frau und wird einige Zeit später tot aufgefunden. Wallander, der einen Zusammenhang zwischen Enkes Verschwinden und dem Einsatz des Offiziers während des Kalten Krieges vermutet, beginnt zu ermitteln und stößt dabei auf ein Netz von Intrigen, die bis in höchste Regierungskreise reichen. Aber auch die Familie selbst hat einiges zu verbergen und schon bald kommen Wallander Zweifel, ob nicht noch etwas anderes hinter dem Verschwinden des Ehepaares steckt. „Der Feind im Schatten“ ist als Abschiedsbuch für einen Kommissar gedacht, der die Leser über viele Jahre hinweg begleitet hat und großen Anteil daran besitzt, dass Schwedens Kriminalromane in Deutschland so erfolgreich sind. Ein Mensch, den die Leser bis in letzte Detail kannten. Sie wussten von Wallanders gescheiterten Ehe, seinen Schwierigkeiten im Beruf und von den Frauen, die in seinem Leben eine Bedeutung hatten. Aber auch die Zeiten tiefer Depressionen und Selbstzweifel durchlitten sie mit ihm und sagen nun Lebwohl zu einer Romanfigur, die gezeichnet vom Leben, ihre verbleibenden Jahre im Kreise der Familie verbringen möchte. Und so wird dem Hörer beizeiten klar, dass im Mittelpunkt dieses letzten Krimis mit dem berühmten Wallander, die Figur des Kommissars eine besondere Rolle spielt und den gut konstruierten und überaus brisanten Fall um ungeheuerliche Vorkommnisse der schwedischen Nachkriegsgeschichte und die Offenbarung alter Familiengeheimnisse weit in den Hintergrund schiebt. Ein wichtiger Aspekt, den Lesern, die Wallander nicht kennen, nur eine bedingte Hörempfehlung auszusprechen. Für alle Wallanderfans, die den eigensinnigen Kommissar auf seinem Lebensweg begleitet haben, ist dieses Hörbuch allerdings ein unbedingtes Muss. Denn genau wie er, werden sie noch einmal alle Stationen seines bewegten Lebens Revue passieren lassen und treffen ein letztes Mal auf Mona und Baiba, den zwei Frauen, die ihm neben seiner Tochter Linda, viel bedeutet haben. Ein langer Abschied, der von Axel Milberg mit viel Gefühl und einem untrüglichen Gefühl für die düster und melancholisch anmutende Stimmung vorgetragen wird. Ein Hörbuch, das von der ersten bis zur letzten Minute bewegt. Fazit: Ein würdiger Abschied für Wallander und ein wunderbar gelesenes Hörbuch, das vor allem Wallanderfans lange in Erinnerung bleiben wird. Datenbank:0.0010 Webservice:0.0735 Querverweise:0.2671 Infos:0.0008 Verlag,Serie:0.0009 Cover:0.0001 Meinungen:0.0014 Rezi:0.0002 Kompett:0.3453 |  |