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Call of Duty: Modern Warfare 2

Infinity Ward

Rezension von Cronn

Ich springe von der Betonbrüstung hinunter in den Hinterhof der großen Gebäudes. Hier beginnt also das Slumviertel von Rio de Janeiro. Bunt bemalte Blechbaracken und notdürftig zusammengezimmerte Bruchbuden. Davor stehen einige Einheimische, spielen Ball, unterhalten sich.
Doch das ist nun vorbei, denn ich und mein Squad sind hier, um einen Verdächtigen zu verfolgen. Und der ist mitten hier durch! Verdammt!
Auf den Dächern in der Ferne sehe ich schon Einheiten der Terroristen heraneilen. Wir müssen unbedingt die Zivilisten aus dem Kreuzfeuer bekommen!
Mein Teamkamerad feuert eine Salve in die Luft. Sofort herrscht Panik bei den Leuten. Alle rennen wild umher, versuchen sich zu retten. Gut so, denn schon in wenigen Minuten wird aus der relativ gemütlichen Szenerie ein Hexenkessel werden.
Die ersten Untergrund-Kämpfer sind heran und nehmen mich und mein Squad ins Fadenkreuz. Links und rechts pfeifen mir Kugeln um die Ohren, schlagen Dreck verspritzend im Boden ein, prallen an Eisenträgern ab und heulen als Querschläger hinter mir vorüber. Die Hölle bricht los!
Ich werfe mich nach vorn ins Gassengewirr des Slumviertels. Überall können Heckenschützen lauern. Plötzlich wird eine Tür halb aufgerissen, ein Gewehrschaft ragt heraus. Ich gehe in die Hocke und feuere eine Salve ab. Getroffen sinkt der Terrorist zu Boden.
Weiter führt mich mein Weg, bald schon bin ich getrennt von den anderen Mitgliedern meines Squads. Es ist kaum möglich sich hier zu orientieren und zusammen zu bleiben! Ich muss mich alleine durchkämpfen.
Auf dem Dach steht ein Kerl mit einer Riesenwumme – ein Raketenwerfer. Der wird doch nicht in einem bewohnten Gebiet...doch, er wird! Schnell werfe ich mich aus der Schussbahn, da faucht schon die Rakete an mir vorbei und schlägt, einen riesigen Glutball in den Himmel entlassend, hinter mir ein. Die Wucht der Detonation ist auch bei mir noch zu spüren, ich bekomme ein Pfeifen im Ohr. Betäubt sehe ich mich um.
Ich bin in einem kleinen Verschlag. Vor mir öffnet sich ein glasloses Fenster hin zum Weg, der sich durch das Viertel schlängelt. Überall hetzen Terroristen vorbei, ducken sich hinter Tonnen und verstecken sich in Hauseingängen.
Nun ist es Zeit, dass sich meine Ausbildung bezahlt macht!
Ich gehe in die Hocke, verberge meinen Körper hinter einem Tresen und ziele über Kimme und Korn. Keine Panik aufkommen lassen! Kurze, kontrollierte Feuerstöße!
Mal schieße ich hierhin, mal dorthin. Und treffe! Wieder und immer wieder. Schon als ich glaube, dass der Kampf niemals enden wird, beginnen sich die Reihen der Gegner zu lichten und ich kann meine Deckung verlassen.
Endlich kann ich die Verfolgung des Informanten wieder aufnehmen!
Geduckt hetze ich weiter durch die Slum-Hölle Rio de Janeiros...!

CALL OF DUTY – MODERN WARFARE 2 heißt der neueste Titel von Activision Blizzard. Unschwer ist an dem vorausgegangenen Text schon das Genre zu erkennen. Bei „Modern Warfare 2“, wie man es am liebsten von den Entwicklern abkürzt, handelt es sich um einen reinrassigen Egoshooter, ein Genre, das immer wieder in der öffentlichen Diskussion steht. Die Shooter-Reihe „Call of Duty“ wird von Infinity Ward im Wechselspiel mit Treyarch entwickelt, wobei Infinity Ward für den neuesten Teil zuständig ist. Der Vorgänger im Geiste „Call of Duty - Modern Warfare“ hat zum ersten Mal mit der Thematik des Zweiten Weltkriegs gebrochen und stattdessen die Spieler in ein zeitnahes Szenario geworfen. Hier macht der Nachfolger keine Ausnahme. Wiederum spielt „CALL OF DUTY – MODERN WARFARE 2“ in einem zeitgenössischen Szenario und bildet den modernen Krieg mit all seinen hässlichen Seiten ab.

Hintergrund:
„CALL OF DUTY – MODERN WARFARE 2“ beginnt mit einer Zusammenfassung der Ereignisse des Vorgängers „Modern Warfare“. Diese werden in kleinen Sequenzen gezeigt, wobei diese aus dem Zusammenhang gerissenen Videoschnipsel kaum einem Neueinsteiger in die Serie vermitteln können, was in „Modern Warfare 1“ geschehen ist. Hier zeigt sich schon eine Schwäche des Spiels – die Storyanbindung.
Auch im weiteren Spielverlauf bleibt die Hintergrundstory eher marginal und schwach ausgeprägt. Ohne zuviel verraten zu wollen, sei nur gesagt, dass ehemalige Feinde nun zu Verbündeten wurden und umgekehrt. Ein Bösewicht namens Makarov möchte die Großmächte Russland und die USA gegeneinander aufhetzen.
Die Story eines „Call of Duty“-Titels war noch nie auf höchstem Niveau, aber was bei „CALL OF DUTY – MODERN WARFARE 2“ gezeigt wird, ist schon äußerst dünn. Als Spieler wird man von Identität zu Identität geworfen, spielt mal in dieser Taskforce, dann in jener Armee, bis einem ganz schwindelig ist. Zwischen den Einsätzen erhält man lediglich wieder diese Satelliten-Videosequenzen, in denen eine Erzählerstimme, General Sheperd, das Einsatzziel definiert. Irgendwann ist das völlig egal, man muss halt zum Levelende kommen und dabei auf Gegner schießen, und es vermeiden Zivilisten zu treffen. Denn sonst ist das Spiel vorbei. Im Gegensatz zu den Ankündigungen von Activision Blizzard ist „CALL OF DUTY – MODERN WARFARE 2“ doch für den deutschen Markt angepasst.

Spielsteuerung:
Viele haben darauf gewartet und gebangt und denen kann Entwarnung gegeben werden: Das Spiel bietet exakt das, was sich Fans der Serie erhoffen: geballte Action mit der Extraportion Adrenalin!
Was „CALL OF DUTY – MODERN WARFARE 2“ an Feuerwerken abbrennt, sucht seinesgleichen im Shooter-Genre. Überall explodiert etwas, ständig hagelt es Geschosse und Männer brüllen sich Befehle zu, gehen getroffen zu Boden. Derart intensiv und auch beängstigend zeigt kein anderes Spiel die Grausamkeiten des Krieges wie „CALL OF DUTY – MODERN WARFARE 2“. Man kann den Krieg nur als etwas Beängstigendes und Grauenvolles empfinden, was „CALL OF DUTY – MODERN WARFARE 2“ auch deutlich zeigt. Allerdings gibt es eine Ausnahme – die Flughafen-Mission. Auf diese soll später noch detaillierter in einem Extrakapitel eingegangen werden.
Die einzelnen Missionen sind sehr abwechslungsreich gestaltet. Mal schwingt man sich auf einen Snowspeeder, dann hängt man an Eispickeln über dem Abgrund in Kasachstan, dann hetzt man durch die Slumviertel von Rio, dann fährt man durch afghanische enge Städte und ist bei einem Bombardement dabei. Immer wieder stürzt „CALL OF DUTY – MODERN WARFARE 2“ den Spieler in ein Wechselbad der Gefühle, einen wahren Rausch an Adrenalin erzeugend. Und so spielt sich „CALL OF DUTY – MODERN WARFARE 2“ auch – rauschhaft, und schnell.
Leider viel zu schnell, denn schon nach rund 7 Stunden ist der Abspann zu sehen. Gottlob gibt es aber noch den Multiplayermodus, der den Spielspaß verlängert.

Multiplayer:
Bereits im Vorgänger “Modern Warfare” war der Multiplayermodus ein Garant für langen Spielspaß und hat mit seinen Perks und Belohnungen für Aufsehen gesorgt. Auch hier gibt es Entwarnung: in „CALL OF DUTY – MODERN WARFARE 2“ kommt wieder das gleiche System an Belohnungen und Perks zum Einsatz, wie schon im Vorgänger. Es wurde sogar noch um einiges aufgebohrt. So ist es nun weitaus abwechslungsreicher möglich mit Luftschlägen, Drohnen, Störern und dergleichen zu agieren. Es gibt sogar für das Sterben Belohnungen, so dass auch nicht so geübte Spieler bei Laune gehalten werden und zum Weiterspielen animiert werden. Das birgt sicherlich ein gewisses Maß an Suchtpotential in sich, was nicht verharmlost werden darf.
Leider existiert kein Koop-Kampagnen-Modus, aber man darf zu zweit die Spezialeinheit-Missionen durchspielen, sobald man sie freigeschaltet hat. Das ist eine gelungene Sache und macht rundum Spaß! Gerne hätte man mehr Missionen hierfür, oder sogar die Kampagne als Hintergrund.
Der Online-Multiplayer ist ebenfalls wieder vorhanden und macht genauso viel Spaß wie im Vorgänger. Vielleicht sogar durch die Perks ein wenig mehr, aber das muss jeder für sich entscheiden.
Es gibt trotz der Hinweise im Ladebildschirm keinen lokalen Multiplayer-Modus, sprich: Kein LAN-Modus. Das ist sehr bedauerlich, denn nicht jeder Spieler möchte online gehen und mit Unbekannten zu spielen, sondern viele möchten eine LAN-Party veranstalten. Das ist bei „CALL OF DUTY – MODERN WARFARE 2“ nicht vorgesehen! Ärgerlich!

Die Flughafen-Mission:
Schon im Vorfeld wurde diese Mission heiß diskutiert. Kurz dazu – diese Mission ist ein einziges Ärgernis! Zwar kann man in der deutschen Version keine Zivilisten mehr erschießen, wie das noch in der internationalen Version der Fall ist, aber dennoch bleibt bestehen, dass man hier als Täter mit einer Gruppe von Terroristen einen Flughafen überfällt und quasi gezwungen ist „mitzumachen“ (man kann noch die Polizisten und die Einsatzkräfte beschießen, muss das sogar).
Das Level ist von der Logik her absolut unnötig und passt gar nicht zum Rest des Spiels, das an sich einer Hollywood-Blockbuster-Logik folgt, die politisch-diplomatische Prozesse weitgehendst außer Acht lässt. Man müsste als Undercover-Terrorist doch lediglich die anderen Typen umnieten, um das Massaker am Flughafen zu verhindern!
Außerdem ist diese Mission namens „Kein Russisch!“ auch spielerisch sinnentleert. Meist ist man als Beobachter unterwegs, muss in der Rolle des Täters das Grauen erleben. Dies wirft eine grundsätzliche Frage auf: Wäre es nicht wesentlich eindrucksvoller das Grauen einer derartigen Situation zu zeigen, wenn man das Opfer eines Massakers verkörpern würde, das (vielleicht vergeblich) versucht zu entkommen?
Fakt ist, dass die Szenerie mein persönliches Moralempfinden trifft. Ich finde sie anstößig und völlig unnötig, quasi ein makabrer PR-Gag. Gottlob kann man sie überspringen, aber mal ehrlich: welcher Spieler möchte eine Mission, die im Spiel vorhanden ist, von vornherein nicht spielen? Dennoch: Das ist eine Mission, die ein schlechtes Licht auf das Hobby Computergaming wirft und wieder Wasser auf die Mühlen aller Spielekritiker ist – und das diesmal sogar zurecht!

Grafik und Sound:
Das Grafikgerüst von „CALL OF DUTY – MODERN WARFARE 2“ ist nahezu gleich geblieben zum Vorgänger, allerdings wurde es hier und da an den Details etwas aufgehübscht.
Dies hat den Vorteil, dass „CALL OF DUTY – MODERN WARFARE 2“ seine Anforderungen an die PC-Hardware relativ moderat lässt und dennoch gut ausschaut.
Die Animationen sind absolute Topklasse! Selten wurden Bewegungen von Spielfiguren derart aufwändig realisiert. Auch die Effekte im Spiel verdienen lobende Erwähnung – allein der Funkenflug brennender Häuser ist grandios anzusehen. Dazu kommt ein hoher Detailgrad an Umgebungsmerkmalen wie herumliegender Gegenstände, herumfliegende Papierfetzen und vieles andere mehr. Wen stört da im Eifer des Gefechts, dass die Texturen ein wenig matschig sind?
Der Musikscore wurde von Hans Zimmer, keinem Geringeren als dem Hollywood-Komponisten Nummer Eins, beigefügt. Dies merkt man dem Spiel deutlich an. Die Musikuntermalung treibt das Geschehen voran und umgekehrt. Passend!
Auch die Umsetzung der anderen Sounds, von Waffengeräuschen, über Stimmen bis hin zu Umgebungsgeräuschen ist perfekt gelungen.

Fazit:
„CALL OF DUTY – MODERN WARFARE 2“ ist ein gelungenes Spiel geworden. Die Missionen sind abwechslungsreich, voller Tempo und packend inszeniert. Keine Diskussion – das Spielerlebnis der meisten Missionen (die Flughafen-Mission ausgenommen) ist stimmig und perfekt umgesetzt. Dazu kommt ein nahezu perfekter online-Multiplayerpart, der schon im Vorgänger zu begeistern wusste.
Aber leider gibt es einige Punkte, die Fans der Serie unangenehm aufstoßen werden. Zum einen die Steam-Anbindung und was damit einhergeht (Lange Installationszeit, keine Weiterverkaufsmöglichkeit, Online-Aktivierungszwang), kein LAN-Modus, keine Dedicated-Server, eine Mod-Unterstützung ist ebenfalls nicht hundertprozentig gesichert.
Jetzt liegt es an den Spielern, wie sie sich entscheiden. Wer mit all den genannten Ecken und Kanten leben kann, erhält das packendste Spielerlebnis des Herbstes 2009.

ab 18 Jahre freigegeben


Screenshots:
Call of Duty: Modern Warfare 2 (Windows PC)

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Copyrights Screens by Activision

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Datenbank:0.0007 Webservice:0.0873 Querverweise:0.0494 Infos:0.0005 Verlag,Serie:0.0005 Cover:0.0000 Meinungen:0.0005 Rezi:0.0001 Kompett:0.1390

 

Wertung

 

Gesamt:

(Gut)

Schwierigkeit:

(Anspruchsvoll)

Spannung:

(Fesselnd)

Brutalität:

(Bluttriefend)

Grafik:

(Gut)

Sound:

(Extrem gut)

Spieltiefe:

(Geht so)

Steuerung:

(Extrem gut)

 

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Infos

 

Sprache:

Deutsch

Autor:

Infinity Ward

Verlag:

Activision Blizzard

Erschienen:

Nov. 2009

Kritiker:

Cronn

Typ:

Computerspiel

 

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