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Die Töchter der Kälte

Läckberg, Camilla

Rezension von Arielen

Skandinavische Krimis haben sehr oft eine unterkühlte Aura, auch wenn die menschlichen Leidenschaften im Verborgenen ordentlich hoch kochen. Dieser Eindruck lässt sich auch bei Camilla Läckbergs neustem Roman nicht verleugnen. Aber die Leser und Fans scheinen diesen Gegensatz zu mögen, denn der Erfolg gibt der Vermutung recht.
Gerade eben erst ist „Die Töchter der Kälte“ als Roman im Aufbau Verlag erschienen, da gibt es auch schon das leicht gekürzte Hörbuch dazu.
Die authorisierte Lesefassung in einer Lägne von ca. 448 min, die auf sechs CD’s zu finden sind, wird von der vielgefragten Ulrike Hübschmann vorgetragen, die bereits einmal für den „Deutschen Hörbuchpreis“ nominiert war.

Zum dritten Mal kehrt Camilla Läckberg zu ihrem Ermittlerpaar Patrik Hedström und Erica Falck zurück. Diesmal ist der Fall besonders tragisch, denn er berührt die gerade erst Eltern einer kleinen Tochter Gewordenen besonders.
Eines Tages macht der Fischer Frans Bengtsson einen schrecklichen Fund in seinen Netzen und bringt diesen sofort in den Hafen zurück. Das tote Mädchen in seinen Netzen ist die kleine Sara, die jeder im Ort kennt.
Schon bald steht fest, dass die Kleine ermordet worden ist, denn in ihren Lungen wird kein Salzwasser gefunden sondern Süßwasser mit Seifenresten. Wer aber hat das Mädchen umgebracht? Es gibt keine direkten Hinweise auf den Täter und sie müssen im Trüben fischen, um überhaupt einen Ansatz zu finden.
Patrik übernimmt zusammen mit seinem Kollegen Martin die Ermittlungen und nehmen auch das engste Umfeld der Toten genau in Augenschein. Bald geraten ihre Eltern und Verwandten unter dringenden Mordverdacht, denn die beiden stoßen dabei nach und nach auf eine tragische Geschichte, die bereits vor achtzig Jahren ihren Anfang nahm und bis heute fortwirkt.
In den 1920ger Jahren verliebt sich eine junge Frau aus wohlhabenden Verhältnissen in einen einfachen Arbeiter. Als sie ein Kind bekommt, wird sie allerdings nicht mehr mit ihrem Leben fertig und versinkt in Depressionen, die sie schließlich das Kind vernachlässigen lassen und zu einer grausamen Tat führen.
Ganz offensichtlich ist der Mord an der kleinen Sara nur die Spitze eines Eisberges, denn offensichtlich hat jede Generation, jede Familie mindestens eine Leiche im Keller. Nur wusste man bis heute nicht damit umzugehen.

Was im Roman ein interessantes Stilmittel ist, neigt im Hörbuch dazu sehr zu irritieren: Die ständigen Perspektivenwechsel machen es schwer, der Handlung zu folgen. Vor allem die Vergangenheitsebene verwirrt, denn man fragt sich lange Zeit wirklich, welche Verbindung diese Lebensgeschichte eigentlich zu dem aktuellen Mordfall haben soll.
Erst zum Ende hin wird deutlich, dass sie sehr viel mit dem Motiv zu tun hat, denn junge Mütter und ihre postnatalen Depressionen spielen eine sehr große Rolle in der Geschichte, die ihren Zauber erst nach einer Weile entfaltet. Das Leid und die aufgewühlte Gefühlswelt der Mütter steht im Vordergrund.
Die Autorin zeigt die Ohnmacht der Gesellschaft gegenüber diesem Phänomen auf, mit dem man bis in unsere Tage nicht richtig umzugehen weiß. Sie beschäftigt sich sehr stark mit der Art und Weise, wie die betroffenen Frauen damit umgehen und zu welchen Taten sie dabei fähig sein können.
Allerdings geht sie dabei nicht gerade einen versöhnlichen Weg, denn sie zeichnet ein sehr schwarzweißes Bild von der Gesellschaft und nimmt kein Blatt vor den Mund. Man gewinnt unwillkürlich den Eindruck, dass alle Männer nur auf ihren eigenen Vorteil und die Erfüllung ihrer eigenen Gelüste bis hin zum Kindesmissbrauch bedacht zu sein scheinen und auf die Gefühle der Frauen keine Rücksicht nehmen.
Auch wenn die Geschichte dadurch spannend wird - so bleibt doch ein bitterer Nachgeschmack, den ein versöhnlicherer Ton wäre vielleicht ein wenig passender gewesen.
Der Vortrag von Ulrike Hübschmann trägt dem Rechnung. Sie bringt die Empotionen der Figuren sehr gut zur Geltung, bleibt aber dennoch distanziert und verständlich.

Nachdem man das Hörbuch bis zum Ende genossen hat, erkennt man, das der Titel des Romans durchaus zweideutig zu sehen ist. „Töchter der Kälte“ zielt nicht nur auf das Setting ab, sondern auch auf die ungewollt erkaltete Gefühlswelt der Mütter in diesem Buch.

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Wertung

 

Gesamt:

(Gut)

Anspruch:

(Anspruchsvoll)

Spannung:

(Unterhaltsam)

Brutalität:

(Vertretbar)

 

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Infos

 

Sprache:

Deutsch

Autor:

Läckberg, Camilla

Verlag:

Steinbach sprechende Bücher, Schwäbisch Hall

Erschienen:

Nov. 2007

Kritiker:

Arielen

ISBN:

3-886-98401-X

ISBN(13):

978-3-8869-840-5

EAN:

9783886984015

Typ:

Hörbuch

 

Camilla Läckberg

 

Die 1974 geborene Camilla Läckberg stammt aus Fjällbacka, lebt aber heute mit ihrem Mann und drei Kindern in Stockholm. Dennoch hat sie den Ort ihrer Kindheit und Jugend zum Schauplatz ihrer Kriminalromane gemacht und nicht die Hauptstadt Schwedens [mehr]

 

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