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Picknick am Wegesrand

Strugatzki, Arkadi; Strugatzki, Boris

Rezension von Jim Melzig

Das „Picknick“ gilt als eines der großen Werke der phantastischen Literatur und insofern wäre es höchst überflüssig und zudem langweilig, weitere Argumente für das Meisterstück herbeizubemühen.
Nach einem kurzen Überblick über das Geschehen werde ich mich statt dessen mit dem Nachwort dieser Ausgabe beschäftigen, das kein geringerer als Stanislaw Lem schrieb und dessen Interpretation des Romans meines Erachtens nach in die falsche Richtung läuft.

Außerirdische haben auf der Erde Gebiete hinterlassen, in denen wahllos technische Artefakte verstreut sind. Zu Forschungszwecken sind diese Zonen abgeriegelt und werden bewacht. Obwohl niemand weiß, welchem Zweck die Artefakte dienen, gibt es große Nachfrage nach den wundersamen und exotischen Stücken. So dringen immer wieder Schatzgräber illegal in die Zone ein, um ihre Beute dann auf dem Schwarzmarkt zu veräußern. Diese Art der Erwerbstätigkeit ist ein lebensgefährliches Unterfangen, denn in der Zone gelten nicht nur andere Naturgesetze, sie ist auch noch gespickt mit tödlichen Fallen. Dem Erfahrensten unter den Schatzgräbern, Roderic Schuchart, gelingen die schwierigsten Beutezüge, bis er schließlich geschnappt und für einige Jahre im Gefängnis eingebuchtet wird. Kaum entlassen dringt er wieder in die Zone ein, um die sagenumwobene goldene Kugel zu bergen.

Im Nachwort fokussiert Lem seine Gedanken über das „Picknick“ auf den Besuch und stellt sich die Frage, ob es den Strugatzkis gelungen ist, eine „optimale Strategie beim Invasionsthema“ zu finden, um sie mit Hinweisen auf zu große Häufung an Zufällen und den daraus resultierenden Märchencharakter schließlich zu verneinen. Sicherlich weicht das Invasionsthema der Strugatzkis deutlich von den in der SF-Literatur sonst üblichen sensationsbeladenen und von jeglichen gedanklichen Inhalten freien Wälzern ab, wie sie besonders von US-amerikanischen Autoren fabriziert werden, aber es ins Zentrum der Geschichte zu stellen geht zu weit. Der Besuch und die zurückgelassenen Artefakte, auch wenn sie großen Raum im Roman beanspruchen, sind nicht das Hauptthema, nein sie bilden eher die Grundlage der Zonenkulisse, in der sich die eigentliche Handlung abspielt. Im Mittelpunkt jener steht der Schatzgräber Roderick und seine Beziehung zur Zone. Ein ums andere Mal unterliegt er dem „Lockruf des Goldes“ und kehrt trotz der lebensbedrohenden Zustände wieder in seinen Klondike zurück, um sich hier das Material zu verschaffen, mit dessen Erlös er auf dem Schwarzmarkt das Geld für den Schnaps verdient, um die Außenwelt ertragen zu können. Trotz seiner geliebten Tochter, seiner geliebten und hübschen Frau, ist Roderick ein zutiefst unglücklicher und unzufriedener Mensch, ein Außenseiter und Fremder in der Gesellschaft. Zu normaler Arbeit gar nicht in der Lage, zu freiheitsliebend, unabhängig, unangepasst, kann er trotzdem er gewaltige Summen aus dem Erlös der Artefakte gewinnt, nicht Fuß fassen und bleibt getriebener seiner unerfüllten Sehnsüchte. So findet Roderick schließlich in der von ihm verehrten, geliebten, gefürchteten, gehassten, respektierten und bewunderten Zone sein Refugium, in dem er seine Seele der Versklavung durch die Außenwelt entzieht.

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Wertung

 

Gesamt:

(Extrem gut)

Anspruch:

(Anspruchsvoll)

Spannung:

(Fesselnd)

Brutalität:

(keine Angabe)

 

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Infos

 

Sprache:

Deutsch

Autor:

Strugatzki, Arkadi

Verlag:

Suhrkamp

Erschienen:

Jan. 1981

Kritiker:

Jim Melzig

Typ:

Taschenbuch

 

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