 | Flatline. Joshua Trempes dritter Fall Rezension von Arielen Aus der Reihe "Joshua Trempe" „Flatline“ ist bereits der dritte Joshua Trempe-Roman aus der Feder von Erwin Kohl. Nach „Zugzwang“ und „Grabtanz“ entwirft er ein weiteres böses Schreckensszenario, das sich aus scheinbar erklärlichen Morden entwickelt und sich zu einer Katastrophe ausweiten könnte. Wieder spielt die Geschichte am Niederrhein zwischen Krefeld und Düsseldorf. Die Staatsanwaltschaft sieht keinen Grund darin, dem Ableben zweier junger Männer in Düsseldorf und Krefeld weiter nach zu gehen, denn sie rechnet sie zu den üblichen Drogentoten. Obwohl die beiden Studenten an einer Überdosis Heroin gestorben sind und damit ihre Todesursache klar zu sein scheint, ist der LKA-Ermittler Joshua Trempe anderer Ansicht. Nicht nur, dass die beiden Toten weder von ihrem Vorleben noch ihrem Profil her wie Drogensüchtige wirken, sie verbindet auch noch etwas. In ihrem Blut wimmelt es von künstlich manipulierten Hepatitis-Erregern. Sehr schnell kommt er dahinter, dass die Studenten sich als Probanden für medizinische Experimente gemeldet hatten, um sich etwas Geld dazu zu verdienen. Trempe wittert illegale Machenschaften, vor allem als ein vermeintlicher Selbstmörder ähnliche Konzentrationen an Viren in seinem Blut aufweist. Selbst sensibilisiert durch das langsame Dahinsiechen seines Freundes Jack Holsten, der an dem unheilbaren Dengue-Schock-Syndrom leidet, geht er der dünnen Spur nach und trifft dabei auf ein Nest von verbotenenen Forschungen, skrupellosen Geschäften und Intriganten, die bereit sind, über Leichen zu gehen. Unerwartete Schützenhilfe erhält er dabei vom Vater eines der Toten, der selbst vor vielen Jahren aus Deutschland fliehen musste, und auf erstaunliche Art und Weise mit Trempes Familie verbunden ist. Wie immer gelingt es Erwin Kohl aus vermeintlich alltäglichen Fällen eine Geschichte mit Thrillerqualitäten zu entwickeln. Wieder einmal sind Routineuntersuchungen der Auftakt zu einer Enthüllung von Intrigen und Machenschaften, die in unserer heutigen Zeit sogar problemlos vorstellbar sind - nachdem Erreger wie der Vogelgrippe-Virus die Menschen in angst und Schrecken versetzt haben. Die aktuell-brisanten Themen vermischt er diesmal allerdings mit sehr persönlichen Erlebnissen Joshua Trempes, der zwischen friedlichem Familienleben und der ohnmächtigen Verzweiflung dahin pendelt, seinem sterbenden Freund nicht helfen zu können. Das bringt ihn diesmal näher an den Leser als in den Romanen zuvor, da man seine Gefühle und die Triebfeder seiner Handlungen durchaus nachvollziehen kann. Vielleicht macht es sich der Autor am Ende etwas zu einfach, da die Auflösung aller Handlungsstränge doch recht simpel ist, diesmal verzeiht man ihm das durch die warmherzige Schilderung seines Helden und einiger anderer Figuren. Das macht „Flatline“ zu einem spannenden aber dennoch sehr persönlichen Thriller, der ein aktuelles Thema mit glaubwürdigen Menschenschicksalen verbindet und am Ende sogar ein wenig zum Nachdenken anregt. Auch die virologischen Schilderungen wirken sehr glaubwürdig, man merkt, dass der Autor ausgiebig recherchiert und kompetente Informanten für das Buch zu Rate ziehen konnte.
Eure Meinungen:
| Vielen Dank für die gute Rezension. Auch dem Kritikpunkt stimme ich voll und ganz zu und gelobe Besserung. Erwin Kohl [Erwin Kohl] |
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