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KrimiKultKiste. 3 Krimi-Hörspiele der 50er und 60er Jahre. 9 CDs

Durbridge, Francis; Powell, Lester; Becker, Rolf; Düben, Otto; Weiland, Albert-Carl; Netzsch, Walter

Rezension von Arielen

In den 1950gern und 1960gern besaß das Radio eine viel größere Bedeutung als das Fernsehen. Nicht jeder besaß damals eine Flimmerkiste, ein Radio aber war mittlerweile in fast jedem Haushalt vertreten. Während die Serienproduktionen noch in den Kinderschuhen steckten, Kinobesuche dem Wochenendvergnügen vorbehalten blieben, blieb zur ständigen Unterhaltung nur das Radio.
Da man sich nur auf Stimmen und Geräuscheffekte konzentrieren musste, kostete die Produktion eines Hörspiels einen Bruchteil von dem eines Fernsehfilms. So entstanden in diesen Jahren regelrechte Serien, die die Zuhörer vor die Lautsprecher holten. Charmante, versnobte oder pfiffige Detektive und Inspektoren nahmen sich höchst verzwickter Fälle an. Dabei orientierte man sich ungeniert an den Krimis und Thrillern, die in den Kinos liefen.

Drei dieser Produktionen präsentiert der Hörverlag in der „Krimi-Kult-Kiste“:

„Paul Temple und der Fall Alex“ von Francis Durbridge wurde im Jahre 1968 erstausgestrahlt. Seit 1938 hatte der Detektiv erfolgreich seine Fälle im britischen Rundfunk gelöst, Grund genug, ihn auch den deutschen Zuhörern zu präsentieren. In einem Zug wird eine junge Frau vom Schaffner aufgefunden. Sie ist ermordet worden, und auf der Scheibe am Fenster prangt groß ein Name - Alex. Scotland Yard ist ratlos, denn sechs Monate zuvor ist ein Londoner Geschäftsmann in seinem Auto erschossen worden, und der Täter hinterließ auf der Windschutzscheibe eine ähnliche Spur. Was hat das zu bedeuten?
Man bittet den erfahrenen Paul Temple um Hilfe, doch auch dieser steht vor einem Rätsel, als der ehrwürdige Sir Crambury bei einem live übertragenen Radio-Interview an einem Herzanfall stirbt und mit seinem letzten Atem ebenfalls „Alex“ murmelt. Was haben diese Menschen miteinander gemein?
Das ca. 185 min lange Hörspiel wurde auf drei CDs aufgeteilt. Trotz der digitalen Aufbereitung blieb die Atmosphäre der späten 60ger Jahre und der distinguierte Geist britischer Gentleman-Ermittler erhalten und schlägt spätestens in der Hälfte der ersten CD durch die Arbeit der gut gelaunten Sprecher in ihren Bann. Das ganze erinnert ein wenig an die von Agatha Christie und Alfred Hitchcock inspirierten, britischen Kriminalfilme.

Ganz anders ist da „Gestatten mein Name ist Cox – Tod auf Gepäckschein 3311“ von Rolf und Alexandra Becker. Der verführerische Charmeur und Lebemann führt ein ruhiges Leben, als ein Anruf zweier Damen ihn aus seinem geruhsamen Dasein schreckt. Sie haben in der Wohnung seiner Ex-Freundin Helena einen Toten entdeckt, offensichtlich einen ihrer neuen Liebhaber, die Frau selber scheint fluchtartig abgereist zu sein und ist nicht mehr aufzufinden. Eigentlich will sich Cox nicht so recht mit der Sache beschäftigen, aber als er auch noch unter Mordverdacht gerät, will er das nicht auf sich sitzen lassen und ergreift die Initiative.
Die ca. 180 min des 1959 ausgestrahlten Hörspiels wurden ebenfalls auf drei CDs verteilt. Zu den Sprechern gehören Carl Heinz Schroth und Siegfried Lowitz, die den Fernsehzuschauern bis in unsere Zeit bekannt sind. Die Autoren haben sich etwas mehr an den amerikanischen Filmen der 50ger Jahre angelehnt. Es geht etwas actionreicher zu, mit markigen Sprüchen und einem recht schaurigen Big Band Sound wird manchmal die Atmosphäre eines Krimis der „Schwarzen Serie“ in die Erinnerung zurück gerufen. Genüsslich schwelgt man in Klischees und augenzwinkernden Plattheiten. Und hat Spaß dabei.

In eine ähnliche Kerbe schlägt der Philip-Odell Krimi „Die Dame ist blond“ von Lester Powell. Der erfolgreicher Schriftsteller Henry Morrow scheint in eine Krise geraten zu sein, denn warum sonst sucht er in einer Zeitungsanzeige nach einem „jungen Mann mit bewegtem Vorleben“ durch den er sich neue Inspiration erhofft. Philip Odell meldet sich und wird auch prompt eingeladen, doch schon bald bereut er es getan zu haben. Denn nicht nur, dass der Schriftsteller unter Verfolgungswahn zu leiden scheint – er glaubt, dass seine Romanfigur Simon Ode zum Leben erwacht und hinter ihm her ist – er wird kurze Zeit darauf auch mit seiner geliebten Heather McMara in einen höchst mysteriösen Fall verstrickt. Hatte der Schriftsteller vielleicht doch recht. Es ist keine Frage, dass Odell sich aufmacht, den Mörder zu finden. Nun will er wissen, wer und warum Morrow systematisch in den Wahnsinn und Tod getrieben hat.
227 min umfasst das auf drei CDs verteilte Hörspiel aus dem Jahre 1957. Ähnlich wie das Cox Hörspiel sind die Texte etwas markiger und direkter. Der Autor und die Sprecher spielen genüsslich mit der Idee, einen Schriftsteller mit seiner eigenen Figur verrückt zu machen. Gut dazu passt auch die entsprechende Musik.

Es ist eine schöne Idee, die Hörspiele noch einmal in einer Sammelbox zu präsentieren, die vor vierzig bis fünfzig Jahren die Leute so faszinierten wie heute die entsprechenden Fernsehserien. Mag manches auch angestaubt wirken, können die Klischees durchaus Zahnschmerzen verursachen, so bleibt doch festzustellen, dass die drei Geschichten sehr unterhaltsam und spannend inszeniert wurden. Die Sprecher geben ihr Bestes und die – wenn auch sparsam eingesetzten Soundeffekte und Musik lassen vor den Augen den Zuhörers durchaus ein lebhaftes Bild entstehen.
Was das Fernsehen in den 1950gern und 1960gern noch nicht bieten konnte – ermöglichte das Radio. Und durch Neuauflagen wie die „Krimi-Kult-Kiste“ versteht man heute auch warum.

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Wertung

 

Gesamt:

(Gut)

Anspruch:

(Entspannend)

Spannung:

(Spannend)

Brutalität:

(Vertretbar)

 

Links

 

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Infos Francis Durbridge:
Biographie von Francis Durbridge
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Weblinks:
Der Hörverlag, München

 

Infos

 

Sprache:

Deutsch

Autor:

Durbridge, Francis

Verlag:

Der Hörverlag, München

Erschienen:

Jul. 2006

Kritiker:

Arielen

ISBN:

3-899-40908-6

ISBN(13):

978-3-8994-090-6

EAN:

9783899409086

Typ:

Hörspiel

 

Francis Durbridge

 

Francis Henry Durbridge wurde 1912 im nordenglischen Hüll geboren. Seine Autoren-Laufbahn begann er mit Bühnenstücken (»Promotion«, 1933) und Kurzgeschichten. Es folgten Romane mit dem Kriminalschriftsteller und Freizeitdetektiv Paul Temple und dem Agenten Tim Frazer [mehr]

 

Lester Powell

 

Lester Powell war von 1935 bis 1938 Staff Writer für die Rock Film Studios, dann Reporter für diverse Zeitungen und die BBC Overseas Services. Von 1945 bis 1947 arbeitete er als Informationsoffizier der UNRRA in Deutschland und war seitdem als freier Autor tätig [mehr]

 

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