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Requiem-Mezzo Forte (Ltd. ed. )

Virgin Black

Rezension von jpk

Mir liegt das neue Album von Virgin Black in einem Pressepreview vor. Virgin Black ist eine australische Band, die sich irgendwo zwischen den satten Orchestertönen der Symphoniker und den knarrenden Metalgitarren ansiedelt und dabei die romantisch depressive Ader eines dazu befähigten Gefühlsmenschen mit Ohren zum Hören streichelt. Dazu kommt noch klarer weiblicher und männlicher Gesang, der zumindest auf dieser CD recht ruhig und zurückhaltend den Focus auf die Texte verschiebt. Nur ab und zu röchelt brutal eine verdammte Stimme zwischen härter klingenden Gitarren und lässt an Headbangen denken.

Der vorliegende Silberling ist nur ein Teil des limitierten Digipacks, das von einer Bonus CD plus Video begleitet wird. Die Bonus CD enthält eine Miniretrospektive, an der besonders das Stück „Mothers of Cripples“ aus dem 1995er Demo der Band und der Titel „Whispers of Dead Sisters“ aus der 1998er EP Trance interessant sein dürften. Genauer betrachtet ist auch das Album nur Teil einer größeren Veröffentlichung, die aus drei einzelnen Erscheinungen im Jahr 2007 bestehen soll. Das Gesamtwerks „Requiem“ soll sich aus den einzelnen Bestandteilen in der Reihenfolge der Veröffentlichungen „Requiem - mezzo forte“ (Klassik mit Metal), „Requiem - fortissimo“ (mehr Doom Metal mit höchstens einem Hauch Klassik) und „Requiem - pianissimo“ (Klassik) zusammensetzen.

Der klassische Teil von „Requiem - mezzo forte“ wurde mit Adelaide Symphony Orchestra (an der ersten Geige Michael Milton) dirigiert von Bruce Stewart aufgenommen. Die Aufnahmen wurden am 31. August 2005 beendet. Weshalb fast eineinhalb Jahre bis zum ersten Release Date vergingen, wird mit dem Ziel eine annähernde Gleichzeitigkeit der drei Erscheinungstermine begründet. So dauern drei Alben einfach länger als eines. Das Album wird in Europa am 20. April 2007 veröffentlicht, fulminant in Szene gesetzt mit dem einzigen offiziell bestätigten Konzert der Gruppe auf dem Elements Of Rock Festival in Zürich, Schweiz.

Die sieben Tracks auf der CD spendieren insgesamt rund 52 Minuten Musik, die tief in die Romantikkiste greift und bis auf manche etwas härter angehauchte Ausnahmen auch als Filmmusik zum nächsten Titanikstreifen die Untergangsszenen unterlegen könnte. Aber ein Requiem soll nicht zum Frohlocken verleiten und auch das Tanzbein nicht zum Zucken bringen. Hier ist einfühlsame Musik gefragt, die allerhöchstens den Zuhörer in die nächste Depression begleiten darf aber ansonsten Ruhe und Mitgefühl vermitteln soll.

Die CD beginnt mit „Requiem Kyrie“(7:42), die ein Thema aufbringt, das in der CD mehrfach in die Komposition einfließt und sie schließlich auch das Finale „Rest eternal“ (2:29) beschließt. Mit sauberem Sologesang werden wir in den Stil von Virgin Black eingeführt. Leider ist gerade der Anfang der Tiefpunkt der Scheibe. Zu viele einfache Versatzstücke schon mal gehörter Filmmusik, Rockoper und Klassik sammeln sich hier hinter langsam tragenden Noten.

Das beste Stück der Scheibe „In death“ erreicht unsere Ohren gleich an zweiter Stelle. Abwechslungsreich und durchaus manchmal hart, dunkel und finster, dann wieder tragisch klingend überzeugt die Komposition durch finstere harte Klänge und traurigen Streichinstrumenten, die nicht im Überfluss überquellen sondern exakt und gut eingesetzt werden.

Der längste und vierte Track der Scheibe „… and I am suffering“ hält nahezu 12 Minuten den geneigten Hörer in Bann. Er beginnt recht heftig mit einer guten Portion Bombast, der den klassischen Gesang unterstützt, abgelöst von einem Gitarrensolo und variiert dann das Thema mit Chor, um dann wieder aufgegriffen zu werden.

Mir persönlich ziehen sich in diesem Requiem die Geigen und der Chor etwas zu sehr in die Länge, quälen sich langsam über die Noten um dann gehäuft wie eine Welle im Bombast über die Kante zu schwappen. Die Stücke klammern sich zu sehr an ihr jeweiliges Hauptthema und bringen Variationen oft nur im Arrangement. Komplexe und abwechslungsreiche Kompositionen finde ich auf diesem Album nur vereinzelt. Positiv lässt sich vermerken, dass die Musiker absolut ihr Handwerk verstehen, sensationell gut singen und spielen, das Werk technisch meisterlich gefertigt wurde. Da stimmen Sound, Arrangements und jede Note klingt so, wie gewünscht.

Einfühlsam, romantisch, manchmal etwas wehleidig und in äußerst tiefem Schwarz bringt Virgin Black ihr Requiem auf die Scheibe. Den Vergleich mit guter Filmmusik muss das Album nicht scheuen, es würde als Soundtrack weit und preisverdächtig heraus ragen. Beim einzeln stehenden Werk, das mit dem Titel „Requiem“ und dem Klassikbezug automatisch ganz andere Vergleiche im musikalischen Unterbewusstsein hervorruft, fällt die Langatmigkeit negativ ins Gewicht und verschiebt die ansonsten auf der Höchstnote stehenden Wage ein klein wenig tiefer.

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Wertung

 

Gesamt:

(Gut)

Anspruch:

(Anspruchsvoll)

Spannung:

(Langatmig)

Brutalität:

(Vertretbar)

 

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Infos

 

Sprache:

Deutsch

Autor:

Virgin Black

Verlag:

Massacre (Soulfood Music)

Erschienen:

Apr. 2007

Kritiker:

jpk

Typ:

CD

 

Virgin Black

 

Virgin Black ist eine Metal Band mit elektronischen und klassischen Einflüssen. Die Texte der Band behandeln persönliche, religiöse Thematik in Verbindung mit dem Christentum und Gott (daher auch manchmal die Zuordnung zum christlichen Metal), lassen aber auf Grund ihrer Komplexität Raum für Eigeninterpretationen. [mehr]

 

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