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Das Artefakt (Rhiana #2)

Wiesler, André

Rezension von Firunew
Aus der Reihe "Das Schwarze Auge"

„Rhiana die Amazone“ – die pompös angekündigte Spin-Off Reihe von „Das Schwarze Auge“ und das neue Flaggschiff von Heyne in Sachen DSA kentert in kläglichster Weise.

Rhiana, Kriegerin und Prinzessin eines zerstörten Königreiches, sah sich schon in Band 1, „Der Flammenbund“, eher mäßig interessant beschriebenen Gefahren gegenüber: Der mysteriöse Geheimbund der Flamme scheint offenbar in die Ermordung ihres Vaters verwickelt – die Kriegerin entkommt den Schergen des Feindes nur knapp, nicht zuletzt Dank der Hilfe ihrer neuen Freundin Finni, einer Halbelfe.

Mysteriöse Träume und das Bewusstsein, dass der Feind ein Artefakt begehrt, welches im Farindelwald zu finden ist, treiben auch die beiden jungen Frauen dorthin: Doch sehen sie sich, wie so viele Menschen, nun im Gebiet von Farindel, der namensgebenden und zu Eindringlingen höchst übel wollenden Fee des Waldes.

André Wiesler verlagert mit „Das Artefakt“ den Fokus nun auf konkretere Dinge: Statt – wie Hans Joachim Alpers – in die Ferne zu geheimen Treffen des geheimsten Geheimbundes abzuschweifen um ein vordergründiges Gefühl von Gefahr und Spannung zu erzeugen, die sich durch wenig mehr begründen kann als die bloße Existenz des Kultes, scheint der Autor sich geradezu mit Besessenheit auf unterschiedliche und unkombinierbare Ideen rund um den Feenwald gestürzt zu haben.

Eine völlig paradoxe und unpassende, seltsam und lieblos – platt anmutende Handlung tangiert den Hauptstrang nur minimal, eine andere Nebenhandlung wird immerhin durch das Beste des Buches aufgewertet: Die in Ansätzen gelungene Beschreibung einer alternden Hure, die wohl in Zukunft noch weiter intrigieren wird und deren Rolle nicht auf diesen Roman beschränkt bleiben wird ist immerhin ein Lichtblick - leider der einzige.

Der zweite Haupthandlungsstrang spielt im fernen Thorwal – und auch dort, wo eifrig die Vorbereitungen für einen Angriff auf Havena getroffen und die Ottas durch den obersten Hetmann Hardered geeint werden, stößt man auf eine kleine Kriminalgeschichte, die von einem völlig unthorwalschen „Detektiv“ gelöst wird – die Figuren wirken flach und fast so unthorwalsch, wie man sie sich vorstellen kann: Ein wenig Nachhilfe bei den Kollegen mit dem klingenden Nachnamen „Schwefel“ hätte André Wiesler nicht geschadet.

Wie schon im ersten Roman wurden mehrere sehr dezent lesbisch anmutende Szenen zwischen Rhiana und Finni eingebaut, die beim – vorzugsweise wahrscheinlich männlichen – Leser ein gewisses Kribbeln erregen sollten: Leider erzeugen sie den Eindruck, man habe sich, um wenigstens minimales Interesse auf den Roman zu lenken, nicht mehr anders zu helfen gewusst.

Ansonsten wirft der Autor fröhlich und absolut nichtssagend mit Biestingern, Einhörnern und Seeschlangen um sich, ohne das Gefühl erzeugen zu können, eine wirklich geplante Handlung oder ein Konzept zu haben oder wirklich außergewöhnliche Konzepte zu schildern – zu trivial, einander viel zu widersprechend und zu nichtssagend - eintönig sind die einzelnen Fertigbausteine, die verwendet werden. Gegenüber Alpers verlieren die Figuren sogar noch an dem geringen Ansatz von Persönlichkeit: Rhiana wirkt vom Autor unreflektiert und hat nur wenig von der Frau, die man vielleicht im ersten Band vielleicht mögen lernte – Finni bringt den Leser immerhin mit dem überaus praktisch gewählten Ansatz zum Kopfschütteln, trotz ihrer eigentlichen Unfähigkeit doch immer dann richtig zaubern zu können, wenn es um etwas geht: So die Rettung der beiden Frauen vor einem pflichtschuldig eingebauten und durch Feenmagie motivierten Blutsaugerschwarm, die überraschenderweise durch einen simplen Flim Flam gelingt – und die Käfer werden auch gleich verbrannt, wenn die dem eigentlich nichts entzündenden, kalten Feuer zu nahe kommen: So wurde auch eine gute Kenntnis von aventurischen Feinheiten nicht bewiesen, aventurisches Flair fehlt dem auf simpelste Standardfantasy- und Kitschelemente reduzierten Roman völlig.

Ein Spannungsbogen, der mühsam durch trivialste Elemente hochgepäppelt wird und selten über der Sitzfläche des Lesers liegt, eine völlig misslungene und verwirrende Story – in die pflichtschuldig ein vordergründig vielleicht spektakulär, aber leer wirkender Allerweltshöhepunkt eingebaut wurde – und eine vollkommen misslungene Charakterdarstellung bis auf oben erwähnte Ausnahme, zudem gewaltige Unterschiede in der Darstellung von Rhiana gegenüber dem ersten Band lassen den Roman zu etwas werden, was niemand kaufen – geschweige denn lesen – sollte.

Dieser Text entstand mit freundlicher Unterstützung und Genehmigung der Redaktion von www.lesehoehle.de. Die Lesehoehle beschäftigt sich mit Neuerscheinungen im Bereich der Fantasy und des Rollenspiels sowie der Online-Literatur.

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Wertung

 

Gesamt:

(Mies)

Anspruch:

(Reiselektüre)

Spannung:

(Langatmig)

Brutalität:

(Vertretbar)

 

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Infos

 

Sprache:

Deutsch

Serie:

Das Schwarze Auge

Autor:

Wiesler, André

Verlag:

Heyne, München

Erschienen:

Feb. 2004

Kritiker:

Firunew

ISBN:

3-453-87545-1

ISBN(13):

978-3-4538-754-6

EAN:

9783453875456

Typ:

Taschenbuch

 

André Wiesler

 

André Wiesler arbeitet seit Ende der Neunziger Jahre als Schriftsteller, Übersetzer und freiberuflicher Autor für TV und Print. Er lebt mit seiner Frau Janina - größter Fan und strengste Kritikerin in einer Person - und dem Kuvasz-Rüden Sandor in Wuppertal, wo er auch sein Büro unterhält.
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