 | Magira 2002 Fantasy Club e.V.Rezension von jpk Dass sie mit der ersten Ausgabe des Fantasy Jahresbandes grundsätzlich etwas richtig gemacht haben müssen, stellen Michael Scheuch und Herrmann Ritter zu recht in ihrem Vorwort zum Magira 2002 fest und dies beweist nicht nur das Vorhandensein des vorliegenden Fantasy Jahresbandes. Dabei handelt es sich um einen besonderen Band in einem für die Fantasy Szene bemerkenswerten Jahr, das unter dem Zeichen von Harry Potter und Herr der Ringe begann und sich - wie auf der Buchmesse zu sehen - auch davon lösen konnte und den vielbeschworenen Fantasy-Boom tatsächlich in die Breite tragen konnte. Trotzdem konnte auch der Jahresband der Fantasy sich nicht ganz von Tolkien Nachfolgern freimachen, aber untersucht dies auf ganz eigene Weise - doch dazu später. Magira betrachte ein Jahr der Fantasy nicht zwingend auf das kalendarische beschränkt mit einer journalistischen Sichtweise, die wir sonst in keiner Publikation so analytisch und geballt vorfinden. Der Jahresband ist keineswegs nur unterhaltend geplant - wie wir es von den bekannten Kurzgeschichten-Jahresbänden kennen - obwohl auch hier durch Kurzgeschichten auch Kurzweiliges geboten wird - sondern die Information steht im Vordergrund der Texte. Es ist nicht sinnvoll hier die Artikel einzeln zu untersuchen, sondern ich werde zwei exemplarische vorstellen und eine Auflistung aller am Ende der Kritik anfügen. Das Echo um Tolkiens Werk findet auch in der Magira seinen Wiederhall, mit Kurzinfos, längeren Interviews und Buchvorstellungen zur Sekundärliteratur schlägt sich der Nachklang des ersten Films der Trilogie nieder - in dem Interview mit Friedhelm Schneidewind lässt sich beispielsweise sehr viel über Tolkien und sein Werk erlernen. Interessant ist in meinen Augen insbesondere der Artikel und das darauf folgende Interview zu den Betrachtungen über die Herr der Ringe Produktionen (Buch und Film) seitens des Magazins "Der Spiegel". Zwar beginnt der Artikel gemäß seinem Titel mit einer weitergehenden Betrachtung der Kritiken in den größeren Zeitungen und Zeitschriftenreihen, richtig interessant und detailliert wird es aber erst beim Spiegel. Hier zeigt Michael Scheuch, dass er nicht nur die Zeitschrift und deren Stil, sondern auch die Hintergründe gut kennt. Das schlägt sich dann auch in dem dazu folgenden Interview nieder, in dem die Journalisten selbst zu Wort kommen und durchweg beweisen, dass sie Ahnung von dem besitzen, was sie kritisieren. Die Mischung zwischen Untersuchung und Interview ist sehr gelungen und wertet den Jahresband in meinen Augen sehr auf. Der zweite Artikel, den ich vorstellen will, ist exemplarisch für diesen Jahresband. Klaus Erichsen stellt die Arbeiten von George R. R. Martin vor, gefolgt von einem Interview, das Eric Cogan mit dem Autor hielt. Die Mischung aus gut recherchierten Informationen über einen Autor, ein Buch und dem danach folgenden Interview ist es, was den Jahresband als etwas Besonderes ausmacht. Das Werk wird in seiner Gesamtheit genauso betrachtet, wie der einzelne Band – ja sogar jede Geschichte - als Mosaikstein des Bildes, das der Autor in seiner Schreibentwicklung abgibt. Die Sorgfalt mit der recherchiert wird, ist vorbildlich, nur an manchen nachvollziehbaren Grenzen scheitert hier die Nachforschung.
Erwähnenswert sind die Kurzgeschichten, die Illustrationen, die Rezensionen allemal, doch bleibt mir nur an dieser Stelle das Gesamturteil, um die Geduld der Leser nicht zu überstrapazieren. Der Jahresband ist in seine Qualität sicherlich noch eine Verbesserung der Erstausgabe. Wurde diese noch von mir als Vorschussbonus freundlich rezensiert, so kann ich nun ruhigen Gewissen sagen, dass dies recht geschah, denn die Redaktion und die zahlreichen Autoren haben bewiesen, dass ein Jahresrückblick informativ und unterhaltsam zugleich gestaltet werden kann. Sie sind noch nicht am Ende ihrer Entwicklung gelandet - beispielsweise erkenne ich den Vorteil der Strukturierbarkeit im Layout der Seiten an, doch wurmt es mich, dass dadurch der Preis automatisch steigt. Denn Leser zahlen nicht für die Anzahl der Buchstaben, sondern für die Anzahl der Seiten, die ein Buch enthält. Trotzdem denke ich, dass ein Fantasy Interessierter, der sich nicht nur mit Harry Potter begnügt, mit dem Magira Jahresband eine vernünftige Investition tätigt, die auch als Nachschlagwerk durchweg Verwendung finden könnte. Inhalt: Wozu »Heroic Fantasy«? L.S. de Camp Nachruf auf Lyon Sprague de Camp (1907-2000) Nachruf auf Poul Anderson (1926-2001) Nachruf auf Cherry Wilder (1920-2002) Nachruf auf Astrid Lindgren (1907-2002) Nachruf auf R.A. Lafferty (1914-2002) Fantasy in Deutschland: Ein Rückblick 2001 und Vorschau 2002 George R.R. Martin: »Das Lied von Eis und Feuer« Interview mit George R.R. Martin Der Zyniker im Trenchcoat: Hellblazer Das Herz einer Ente: Donjon Rezensionen Teil Eins Interview mit Andreas Eschbach Kurzgeschichte: Erdenherz »Die Hard« mit Feen Artemis Fowl Epische Fantasy eines »Fast-Newcomers« Portfolio und eine Selbstvorstellung Helen Keller »Tolkiens Welt« mit Fragezeichen Interview mit Friedhelm Schneidewind »Die Gefährten« im Spiegel der Kulturkritik Interview mit Martin Sturm und Rüdiger Sturm Kurzgeschichte: Ein wahrer Gentleman Vampire und singende Zauber - Über Tanya Huff Rezensionen Teil II
Eure Meinungen:
| Danke für die freundliche Rezi. Und der Hinweis, dass es den Band auch billiger gibt (wenn auch leider ohne Provision für X-Zine): unter www.magira.com können die 280 Seiten für 13 EUR inkl. Versand bestellt werden! [Michael (ich bin parteiisch)] |
| These pieces really set a stnaadrd in the industry. [nDuSQNvSYEOx] |
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