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Die Els und ich

Damm, Dörte

Rezension von Maggy

Dieser Roman erzählt die Geschichte einer wunderbaren Freundschaft zweier Mädchen in der Zeit des 30jährigen Krieges. Die Handlung wird aus der Perspektive von Mariezebill erzählt, die als Halbwaise bei ihren Großeltern und Großtante in Frankfurt am Mainin der Kannengießergass’ aufwächst. Der Straßenname deutet schon den Beruf des Großvaters an: Als Kannengießer kann er seine Familie recht gut ernähren. Seine sehr soziale und fortschrittliche Schwester bringt eines Tages ein verwahrlostes Mädchen namens Els mit nach Hause, das aus ihrem ausgeplünderten Heimatdorf geflohen ist. Der Großvater beschließt sogleich, dass Mädchen als Magd aufzunehmen und zwischen dem katholischen Bauernmädchen und der protestantischen Mariezebill entsteht eine tiefe Freundschaft. Auch wenn die Konfession der Els vor der Familie verheimlicht wird, prallen dennoch Welten – auch zwischen den Mädchen – aufeinander. Els ist das Leben auf dem Land gewohnt, sie ist nicht nur „rustikaler“ als ihre Freundin, sondern auch sportlicher und geschickter. Mariezebill hingegen leidet an ihrem angeborenen Sehfehler, sie wird oftmals gehänselt, ist aber als Tochter aus gutem Hause ganz andere alltägliche Bequemlichkeiten gewohnt, die für ihre Freundin völlig neu sind. Die Gegensätze der beiden werden aber niemals problematisch dargestellt, sondern die Verschiedenartigkeit wird als hervorragende Ergänzung gezeigt.
Kaum hat sich Els in das Leben in der Stadt eingewöhnt, erkrankt die Familie an der Pest, die nach zehn Jahren wieder in Frankfurt wütet. Auch Els wird krank, doch sie und Mariezebill sind die einzigen in der Familie, die überleben. Vor die Wahl gestellt bei dem Pfarrer eine sichere Bleibe zu finden, der Els nicht bei sich aufnehmen will, entschließt sich Mariezebill gemeinsam mit ihrer Freundin zu fliehen. Ihre abenteuerliche Reise führt sie zunächst in ein Kloster, sie werden als Hexen verfolgt und schließlich gelingt es ihnen, in Männerkleidung Mariezebills Vater – einen Hauptmann in den Diensten des schwedischen Heeres – aufzutreiben.

So führt sie die Geschichte durch die Wirren des Dreißigjährigen Krieges und der Leser lernt durch den Blickwinkel der Mädchen fast spielerisch das damalige Leben kennen. Die Sprache ist mit zeitgenössischen Ausdrücken bereichert, die im Anhang des Buches erläutert werden und die Dialoge sind ebenfalls sprachlich der damaligen Zeit angepasst. Dadurch wird die Geschichte und die damalige Zeit sehr lebendig, und selbst kleine alltägliche Dinge werden so spielerisch dargestellt:

„Ist es weit zum Brunnen?“ fragt die Els.
„Nein, bloß die Gass hinunter zum Platz.“
Die Els guckt sich um, als würde sie was suchen.
„Das Schlimmste an der Stadt ist, dass man hier so schwer ein Versteck findet, wo man in Ruhe brunzen kann“, sagt sie.
„Mußt du?“
„Und wie!“
„Du brauchst nit auf die Gass zu machen“, sagte ich, „wir haben eine Heymlichkeit hinten im Hof. Kannst du noch so lange anhalten, bis wir Wasser geholt haben? Dann zeig ich’s dir“.

Der zeitliche Rahmen ist für ein Jugendbuch sicher ungewöhnlich, was diesen Roman aber wohltuend vom Durchschnitt abhebt. Die Härten des Krieges werden anschaulich beschrieben, die Abenteuer der beiden Mädchen sorgen dafür, dass das Buch spannend bleibt und die Handlungsorte sind tatsächlichen historischen Schauplätzen nachempfunden.
Das Buch wird für Kinder ab zwölf empfohlen, aber es ist so kurzweilig und doch lehrreich geschrieben, dass es auch für erwachsene Leser interessant ist.

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Wertung

 

Gesamt:

(Extrem gut)

Anspruch:

(Anspruchsvoll)

Spannung:

(Spannend)

Brutalität:

(Jugendfrei)

 

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Infos

 

Sprache:

Deutsch

Ort:

Deutschland

Zeit:

1645

Autor:

Damm, Dörte

Verlag:

Ueberreuter, Wien

Erschienen:

Jan. 2002

Kritiker:

Maggy

ISBN:

3-800-02862-x

ISBN(13):

978-3-8000-286-7

EAN:

9783800028627

Typ:

Taschenbuch

 

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