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Das Orakel von Port-Nicolas

Vargas, Fred

Rezension von Maggy

Die Geschichte dieses Krimis beginnt zäh, die Figuren und die Handlung sind sehr ungewöhnlich und schwer zugänglich. Es ist kein Buch, das von Anfang fesselt, dessen Eigenartigkeit aber dennoch reizt.
Louis Kehlweiler war Ermittlungsbeamter im Innenministerium gewesen, bevor er auf das Abstellgleis geschoben wurde. Seine ständige Begleiterin ist die Kröte Bufo, mit der er gerne redet, da sie ihn niemals unterbricht. Er hat aber seinen Beruf nie richtig aufgegeben, denn er kann das Observieren nicht lassen. Sein Betätigungsfeld, die Parkbänke von Paris, hat er durchnumeriert und eines Tages entdeckt er in der Nähe von Parkbank Nr. 102 an einem Baumgitter einen kleinen menschlichen Zehenknochen. Dieser ungewöhnliche Fund veranlasst ihn nachzuforschen und er schafft es, den jungen Historiker Marc Vandoosler in die Recherche einzubeziehen. Der Knochen weist Spuren auf, die darauf hindeuten, dass er bereits den Verdauungsapparat eines Hundes hinter sich hat. Also gilt es, auf einer Parkbank zu hocken und abzuwarten, welche Hunde wann vorbeikommen. Eine ziemlich aussichtslose Tätigkeit, zumal niemand vermisst wird und keine Leiche, der ein Zeh abhanden gekommen ist, gemeldet wurde.
Aber natürlich wird diese Beharrlichkeit letztendlich doch belohnt: die Spur des Hundes führt Kehlweiler nach Port-Nicolas, einem verschlafenen Nest in der Bretagne und ich verrate hoffentlich nicht zuviel: dort liegt auch die passende Leiche. Die Absurdität des Anfangs wird nun von einer klassischen Krimi-Handlung abgelöst, die allerdings durch die skurrilen und überspannten Figuren und witzigen Dialogen angereichert ist.
Die Krimis von Fred Vargas werden in der Presse hoch gelobt. So schreibt Tobias Gohlis in der Zeit: "Fred Vargas ist in einem Beruf Archäologin, im zweiten Kriminalschriftstellerin, und zwar die beste in Frankreich." Als besonderes Merkmal ihrer Krimis wird hervorgehoben, dass sie Chaos und Unruhe bringt, wo andere Ordnung schaffen. So ist es auch in diesem Fall: nur durch die seltsame Verhaltensweise Kehlweilers kommt es hier überhaupt zu einem Kriminalfall, denn nur seiner Beharrlichkeit und nervenden Art ist die Entdeckung des Mordes zu verdanken.
Der Krimi ist in der Tat geistreich, witzig und außergewöhnlich, doch für ein wirklich herausragendes Werk reicht dies allein noch nicht aus. Ich habe bei diesem Roman die Leichtigkeit und den knappen, prägnanten Stil vermisst, den ich bei anderen französischen Krimi-Autoren schätzen gelernt habe. Der Anfang des Romans ist meines Erachtens zu langatmig und die bloße Aneinanderreihung von absurden Handlungen reicht nicht aus, um jeden Leser zum Weiterlesen zu bewegen.
(Mein Exemplar aus der Stadtbücherei weist viele Rückgabetermine auf, die kurz hintereinander liegen: entweder wurde das Buch von jedem Entleiher in einer wahnsinnigen Geschwindigkeit gelesen oder nach ein paar Seiten wieder zurückgebracht. Das ist natürlich kein absolut zuverlässiger Hinweis, beweist vielleicht auch nur, dass dieses Buch nicht zur Mainstream-Krimiware zählt.)


Eure Meinungen:


Great - das beste Buch das ich in den letzten Jahren gelesen habe. Da macht jeder Satz Spaß, auch beim wiederholten Lesen !!! Schwer verdaulich ist der Text nicht, aber man muß sich schon auf die Details einlassen - für den größtmöglichen Lustgewinn!
[elisabeth]

Langweilige, öde, grauenhaft ätzende träge Geschichte, die nur verwirrung stiftet, schwer verständliche Krimmikost!"
[i hate books]

PozHvB hbkbezqc itpyfxyl tkxyfqcw
[TQZjcRdlQi]

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Wertung

 

Gesamt:

(Gut)

Anspruch:

(Entspannend)

Spannung:

(Unterhaltsam)

Brutalität:

(Vertretbar)

 

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Infos

 

Sprache:

Deutsch

Ort:

Frankreich, Paris/Bretagne

Zeit:

1990er

Autor:

Vargas, Fred

Verlag:

Aufbau, Berlin

Erschienen:

Jan. 2001

Kritiker:

Maggy

ISBN:

3-351-02928-4

ISBN(13):

978-3-3510-292-9

EAN:

9783351029289

Typ:

Taschenbuch

 

Fred Vargas

 

Fred Vargas lebt mit ihrem Sohn in Paris und schreibt ihre Krimis fast ausschließlich in den Ferien. Ihre Romane werden in 30 Sprachen übersetzt [mehr]

 

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