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Raumschiff Titanic

Adams, Douglas

Rezension von Michael Matzer

Autor: Terry Jones

Douglas Adams hat mit "Starship Titanic" ein Grafik-Adventure präsentiert, das sich einiger Beliebtheit erfreut. Das Buch ist verfaßt von keinem Geringeren als "Monty Python" Terry Jones! Er ist in seiner Arbeitskleidung auf dem hinteren Inncover angebildet, den Laptop auf dem hüllenlosen Schoß. Natürlich spielt Jones´ schräger englischer, keineswegs immer jugendfreier Humor eine tragende Rolle.
In der deutschen Ausgabe gibt der Verlag Douglas Adams als AUTOR an. Das ist nicht korrekt.

Im Herzen unserer Galaxis hat eine Zivilisation, von der wir bisher nichts wußten, den größten und schönsten Sternenkreuzer gebaut, den es je gegeben hat - die "Starship Titanic". Im Inneren majestätisch und luxuriös ausgestattet, ausgestattet, erinnert es an eine Mischung aus dem Ritz Hotel (eifrige Diener - mit Tücken), dem Chrysler-Gebäude (in New York Art Deco), dem Grab des Tut-ench-Amun und dem Stadtbild von Venedig (Kanäle, Gondeln). Die "Starship Titanic" ist ein unübertroffenes Wunderwerk der Technik. Da kann nichts schiefgehen. Theoretisch. Denn obwohl es vom größten Genie des bekannten Universums entworfen worden war, wurde von seinen Teilhabern gepfuscht und Geld unterschlagen - wie im richtigen Leben.

Kaum zu seiner Jungfernfahrt aufgebrochen, wird das Schiff Opfer eines SMEF (eines Spontanen Massiven Existenz-Fehlschlags), fliegt in den Hyperspace und verschwindet - nur um Sekunden später in das neue Haus von Dan, Nettie und Lucy auf der Erde zu krachen, die dort gerade eine Pension einrichten wollten. Aus der Traum! Während sich der vierte Mann, Nigel, aus dem Staub macht, entsteigt dem Raumschiff Leovinus, der Konstrukteur, und verschwindet. An Bord geht Nettie, dicht gefolgt von Lucy und Dan.
Mit einem mulmigen Gefühl im Bauch findet das Trio einen Weg ins Innere und ist fasziniert. Doch als sie gerade anfangen wollen, das eindrucksvolle Interieur zu bestaunen, setzt sich das Schiff in Bewegung uns startet in Richtung Weltraum. Aber keine Angst: Man ist nicht allein...
Die Besatzung besteht aus einer Vielzahl nicht richtig funktionierender Roboter und einem verwirrten Papagei. Auch der Journalist, der Leovinus gefolgt war, taucht auf - und verliebt sich heftig in Lucy, die eigentlich die Freundin von Dan war bzw. ist. Das Trio stellt erstaunt fest, daß es sich mit der Crew unterhalten kann. Man versucht, sich den neurotischen Robotern verständlich zu machen und trifft zum Beispiel Fenice, den eingebildeten Portier, oder Nobby, den eingebildet kranken Liftboy, der in Kriegserlebnissen schwelgt.

Am Anfang ist das Trio Passagiere der 3. Klasse, doch die Temperatur sinkt unaufhaltsam, da die Erbauer auch an der Energieversorgung gespart haben - und innerhalb kürzester Zeit nimmt eine der mächtigsten Kräfte, die der Mensch kennt, Besitz von ihnen: der unstillbare Wunsch nach einer kostenlosen Umbuchung - Upgrade - in eine höhere Klasse. Leider hat der zuständige Deskbot, eine Tischlampe, so seine eigenen Vorstellung, welche Berechtigung dafür legitim ist. Über die 2. Klasse arbeitet man sich langsam aber sicher in die erste Klasse vor, während einem immer mehr Räume des Schiffes zugänglich werden und sich sein Geheimnis mit jedem Schritt ein wenig mehr lüftet.

Es stellt sich heraus, daß Leovinus sein wunderbares Schiff von einer Künstlichen Intelligenz namens Titania steuern lassen wollte. Allerdings fehlen die wichtigsten Bestandteile der KI, der "Memory Core". Diesen gilt es, nun sukzessive zusammenzusetzen. Aus Versehen wird eine Bombe aktiviert, die von 1000 herunterzählt, die sich aber stets kurz vor Null verwirren läßt, so daß sie erneut anfängt zu zählen. Schließlich wird das Schiff auch noch angegriffen und gekapert, doch Netties heroischer Einsatz beschwichtigt die Piraten - es sind die ersten Erbauer des Schiffs - und es geht zum Heimatplaneten von Leovinus. Der Weg zurück zur Erde ist jedoch noch weit...

Mehr soll nicht verraten werden, doch es gibt ein Happy-end. Terry Jones macht seinen Job gut: Es gibt reichlich komische Szenen, aber nicht von der schenkelschlagenden Sorte. Die Bombe sorgt für Spannung, und bis Leovinus gerettet ist, dauert es auch noch ein Weilchen.
Wie sich ein Journalistenkollege von der Computer-Fachzeitschrift c´t äußerte: "Ganz nett", aber kein epochales Werk - eher etwas zum Zeitvertreib. Er brauchte nur etwa 3 Stunden zum Lesen der 242 Seiten des Originals...

(c) Michael Matzer (www.matzer.de)


Eure Meinungen:


Ich bin ein großer Douglas Adams Fan und manchmal in diesem Buch möchte man dran glauben, daß es eigentlich von ihm ist, an anderen Stellen wiederum scheint es klar, daß es nicht vom Meister sein kann, alles in allem aber ein gutes Buch.
[0-8-15]

Ich habe das Buch vor einigen Wochen gelesen und ebenfalls nur drei Stunden am Stück dafür benötigt. Wirklich sehr unterhaltsam, aber lange nicht so tiefgründig wie echte Adams Romane.
[Howard]

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Dieser Text entstand mit freundlicher Unterstützung und Genehmigung von Michael Matzer. Neben seiner Arbeit in der Welt der Datenverarbeitung schreibt Micheal Matzer professionell Rezensionen im Bereich der phantastischen Medien.

Datenbank:0.0009 Webservice:0.1020 Querverweise:0.2320 Infos:0.0033 Verlag,Serie:0.0006 Cover:0.0006 Meinungen:0.0116 Rezi:0.0002 Kompett:0.3515

 

Wertung

 

Gesamt:

(Mittel)

Anspruch:

(Reiselektüre)

Spannung:

(Unterhaltsam)

Brutalität:

(keine Angabe)

 

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Infos

 

Sprache:

Deutsch

Autor:

Adams, Douglas

Verlag:

Goldmann, München

Erschienen:

Sep. 1998

Kritiker:

Michael Matzer

ISBN:

3-442-44886-7

ISBN(13):

978-3-4424-488-9

EAN:

9783442448869

Typ:

Taschenbuch

 

Douglas Adams

 

Douglas Noel Adams wurde am 11. März 1952 in Cambridge, England, geborener. Er erwarb Bachelor und den Master of Arts in Englischer Literatur der Cambridgeuniversität. Seine Karriere als Science-Fiction Autor begann, als er 1977 Simon Brett traf und sie BBC zum Ausstrahlen einer Science-Fiction Comedy zu überzeugten, für die Douglas Adams eine Idee [mehr]

 

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