 | Lachs im Zweifel Rezension von nemo Als im Jahre 2001 Douglas Noel Adams von uns ging, verlor die Welt einen begnadeten Humoristen, der mit seiner Science-Fiction Satire Per Anhalter durch die Galaxis eine Romanserie schuf, die man bedenkenlos als Klassiker bezeichnen kann. Nun, vier Jahre nach diesem traurigen Ereignis, kommt mit Lachs im Zweifel das letzte Werk Adams, sozusagen sein Vermächtnis, in die Buchläden. Aber eins vorweg: bei dem Untertitel des 320-seitigen Taschenbuchs Zum letzten Mal per Anhalter durch die Galaxis handelt es sich um eine Mogelpackung, denn mit Arthur Dent und seinen seltsamen Freunden und noch seltsameren Abenteuern hat das Buch, bis auf eine Kurzgeschichte, die ein Jugenderlebnis von Zaphod Beeblebrox beschreibt, nichts zu tun. Natürlich wird in diesem Buch auch über den Anhalter geschrieben, aber nur am Rande, denn eigentlich handelt es sich dabei um eine Sammlung von kurzen Texten zu verschiedenen Themen sowie der Beginn eines unvollendeten Dirk Gently Romans, der den Arbeitstitel trug Lachs im Zweifel. Bevor wir uns in die Welt des schrägen Briten stürzen können, erzählt uns der Herausgeber des Werkes, Peter Guzzardi, von der Entstehung der Textsammlung, die aus dem Inhalt von vier Festplatten, ungefähr 2579 Dateien, ausgesucht worden ist; es folgt ein Prolog von Nicholas Wroe, der die Laufbahn von Adams beleuchtet, und eine Einleitung von Stephen Fry. Das Buch ist dann in drei Abschnitte unterteilt, die passenderweise die Titel Das Leben – Das Universum – Und der ganze Rest tragen. Im ersten Abschnitt Das Leben findet der Leser eine Vielzahl von Texten, in dem sich Douglas Adams mit diversen Erlebnissen beschäftigt. Ob er nun über die Beatles oder seine Lieblingsdrinks philosophiert, ob er über Kindheitserinnerungen sinniert oder von einem Aufstieg des Kilimandscharos im Nashorn-Kostüm berichtet, hier lernt man viel über den Menschen hinter dem Autoren kennen. Natürlich kommt auch in diesen Textbissen der besondere Humor von des Briten zum Vorschein, und man merkt, dass Adams auch fernab der Sci-Fi-Schiene ein großes humoristisches Talent besaß. Das Universum beinhaltet eine Sammlung an Schriften, die sich mit theologischen Themen (Adams war ein bekennender Atheist) und einem der Steckenpferde von Adams, der Technik, befassen. Hier erfährt man von der Vorliebe des englischen Autoren für Macintosh Computer, grinst über die Tücken von Notepads und schmunzelt über Bammeldinger, Adams begriff für Netzteile aller Art. Auch wenn die Texte hier teilweise ein wenig ernster sind (gibt es einen künstlichen Gott, Interview zum Atheismus ...), so sind sie aber trotzdem sehr unterhaltsam zu lesen und erlauben einen tiefen Einblick in Adams Gedankenwelt. Im letzten Abschnitt Und der ganze Rest findet man neben Interviews und der oben erwähnten Kurzgeschichte um Zaphod Beeblebrox die ersten elf Kapitel eines neuen Dirk Gently Roman, die vom Herausgeber aus verschiedenen Entwürfen zusammen gesetzt worden sind. Dirk Gently wird von einer gutaussehenden Frau engagiert, um eine halbe Katze wieder zu finden. Doch Dirk, der ungern für hübsche Frauen arbeitet, lehnt den Fall ab. Später dann merkt er, dass er regelmäßig größere Geldsummen überwiesen bekommt. Clever, wie der Detektiv ist, denkt er sich, dass er von jemanden engagiert worden ist, der auf seine besonderen Intuition aus ist. Da er aber keine Anhaltspunkte hat, entscheidet er sich dem Erstbesten zu folgen, der ihm über den Weg läuft. Dabei landet er dann in den U.S.A. Auch ein wild gewordenes Rhinozeros sollte scheinbar eine große Rolle in diesem Roman spielen. Leider geben die ersten Kapitel nur einen kleinen Einblick in das unvollendete Werk, dabei wirkt es teilweise ein wenig roh und unstrukturiert. Auch wenn die eine oder andere Formulierung von Adams zum Schmunzeln einlädt, so bleibt doch der Eindrucks des Unfertigen. Zum Abschluss gibt es noch einen kurzen Epilog von Richard Dawkins, einem Freund Adams, und die Abfolge des Gottesdienstes, der zum Gedenken des verstorbenen Autors abgehalten wurde. Lachs im Zweifel ist ein Buch für Douglas Adams Fans und solche, die es werden wollen. Die Texte des Briten zeugen von seinem besonderen Humor, die ja schon den Anhalter auszeichneten, und lassen ein wenig vom Menschen Adams durchscheinen. Dass er dabei auch über sich selbst lachen kann, macht ihn umso sympathischer. Die Veröffentlichung des unvollständigen Dirk Gently-Romans fand ich allerdings nicht wirklich sinnvoll. Ich hätte mir an seiner statt lieber ein paar zusätzliche Texte gewünscht.
Eure Meinungen:
| In der Tat. Wirklich sinnvoll fand ich diese Sammlung von Texten nicht. Das Ganze wirkt als ob man vom Namen Douglas Adams profitieren wollte solange sich noch möglichst viele Menschen an ihn erinnern. Eine Biographie ist der Band nicht. Eher ein wildes Versatzstück zusammengesammelter Texte von und über Adams. Ganz enttäuscht wird wer auf unveröffentlichte Texte von Adams hofft. Der Romananfang von Lachs im Zweifel ist wirklich nicht mehr als ein Fragment. [Darnok] |
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