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Die Jagd

Lem, Stanislaw

Rezension von Jim Melzig


5 neue Geschichten des Piloten Pirx beglücken den Freund edlen Science Fictions.
„Die Patrouille“, an sich eine stumpfsinnige und verblödende Routinetätigkeit wird für Pirx aufgrund eines Systemfehlers fast zum Himmelfahrtsunternehmen.
„Die Jagd“ auf einen durchgeknallten Roboter kann Pirx nur mit List, Tücke und einer Riesenportion Glück zu einem erfolgreichen Abschluss bringen. Freuen kann er sich allerdings nicht darüber.
„Der Unfall“ eines Roboters hinterlässt bei Pirx tiefe Ratlosigkeit.
„Pirx erzählt“ frustriert, wie er endlich ein Raumschiff einer fremden Spezies sieht und durch seine besoffene und unfähige Crew nicht in der Lage ist, diese Begegnung zu dokumentieren.
„Die Verhandlung“ vor dem Tribunal der kosmischen Kammer ist das unbefriedigende Ende eines misslungenen Experiments, das die Frage klären sollte, ob sich menschliche Raumfahrer durch Androiden ersetzen lassen.
„Ananke“ zeigt das drastische Resultat wenn man fehlerlose Maschinen mit anscheinend fehlerloser Software bestückt und sie dann von Menschen überprüfen lässt.

In den gesammelten Erzählungen thematisiert Lem das Verhältnis von Mensch zu Roboter und Maschine. Je ausgereifter und fortschrittlicher die Maschinen sind, desto problematischer gestaltet sich die Beziehung, desto überforderter ist der Mensch und begegnet den Dingen, die er geschaffen hat mit widersprüchlichen Gefühlen. Unverständnis, Furcht, Überheblichkeit, Vertrauen, Misstrauen, Wut, Naivität, Scheu, Neugierde und damit erfährt der Umgang mit den künstlichen Schöpfungen in vielen Bereichen geradezu zwischenmenschliche Züge. In „die Verhandlung“ ,wohl die beste Geschichte der Anthologie, treibt Lem diese Beziehung in Abgründe, indem er seinen Helden Pirx und mit ihm den Leser lange Zeit im Ungewissen lässt, wer von der Besatzung überhaupt noch menschlich ist. Wunderbar herausgearbeitet ist die Paranoia, der Pirx zu verfallen droht, die Unsicherheit, die ihn in der kritischsten Situation lähmt und seiner Rolle als Kommandant spottet. Und schließlich liefert er mit „Ananke“ ein wunderbares Porträt eines Marshassers. Science Fiction vom Feinsten: spannend und anspruchsvoll.


Eure Meinungen:


Das Buch ist ein absolutes muss für Leser, die von Sience Fiction mehr erwaren als sensationsgierige Weltraumschlachten. Das Besondere an Lems Geschichten ist das er an sich einfache Ideen, die in anderen Werken nur am Rande in erscheinung treten bis kleinste Detail durchdenkt und daraus Geschichten schafft die aus seiner Art und Weise Sience Fiction zu schreiben eine Philosophische disziplin machen.
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Wertung

 

Gesamt:

(Extrem gut)

Anspruch:

(Anspruchsvoll)

Spannung:

(Spannend)

Brutalität:

(keine Angabe)

 

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Infos

 

Sprache:

Deutsch

Autor:

Lem, Stanislaw

Verlag:

Volk und Welt

Erschienen:

Jan. 1972

Kritiker:

Jim Melzig

Typ:

Taschenbuch

 

Stanislaw Lem

 

Stanislaw Lem, geboren am 12. September 1921 in Lwòw, dem galizischen Lemberg, lebt heute in Krakow. Er studierte Medizin und war nach dem Staatsexamen als Assistent für Probleme der angewandten Psychologie tätig. Privat beschäftigte er sich mit Problemen der Kybernetik, der Mathematik und übersetzte wissenschaftliche Publikationen [mehr]

 

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