 | Die dritte Jungfrau Rezension von Arielen Aus der Reihe "Kommissar Adamsberg"Trotz des männlich anmutenden Vornamens ist Fred Vargas eine Frau. Die 1957 geborene Autorin hat bereits neun Romane veröffentlicht und ist von Haus aus eigentlich Archäologin. Deshalb ist es nicht verwunderlich, dass ihr Held John-Luc Adamsberg sich ab und zu auch einmal an Spezialisten aus diesem Bereich wendet, vor allem wenn es darum geht, in der Vergangenheit zu wühlen. „Die dritte Jungfrau“ ist bereits der siebte Roman um den eigenwilligen Kommissar und seine ebenso schräge Brigade, für die Teamwork und Gemeinschaftsgeist selbstverständlich ist, auch wenn man damit bei Kollegen anderer Brigaden aneckt. Diesmal beschäftigt Jean-Luc Adamsberg ein Doppelmord an der Porte de la Chapelle. Laut den Ergebnissen der Autopsie sieht es so aus, als habe eine nur 1,62 m große Frau die Männer umgebracht. Der Verdacht fällt auf eine ehemalige Krankenpflegerin, die der Kommissar vor einigen Jahren wegen 33-fachen Mordes dingfest gemacht hat und die nach einer halsbrecherischen Flucht wieder auf freiem Fuß ist. Doch kann eine 75-jährige Seniorin wirklich zwei normannische Kleiderschränke töten? Und müsste ihr eigentliches Ziel nicht jemand anderer sein? Da passt es doch gerade, dass das neu gekaufte Haus, in das der Kommissar gezogen ist, verflucht zu sein scheint und der Schatten einer mörderischen Nonne dort umgehen soll... Doch das ist nicht alles. Auf einer Reise in der Normandie hört Adamsberg von grausamen Morden an Tieren und zwei Grabschändungen. Und obwohl diese nicht mit dem anderen Fall in Verbindung zu stehen scheinen, so schlägt ein mehrere hundert Jahre altes Dokument schließlich eine überraschende Brücke zum Motiv und dem möglichen Täter. Dazu kommen noch persönliche Probleme, denn der neue Kollege, der Teil der Brigade wird ist jemand, den Adamsberg aus seiner Jugend kennt, und mit dem ihm bittere Erinnerungen verbinden. Könnte es sein, dass dieser nach über dreißig Jahren ebenfalls nach Rache sinnt? Zwar wirkt „Die dritte Jungfrau“ zunächst sehr behäbig und kommt nur langsam in Fahrt, da sich Fred Vargas sehr viel Zeit nimmt, die einzelnen Figuren vorzustellen und einzuführen, damit man sie um so besser kennt, wenn der Fall langsam die zentrale Rolle zu spielen beginnt. Denn neben den atmosphärischen Schilderungen von Alltag und Umgebung der Figuren, von den kleinen zwischenmenschlichen Nettigkeiten, führt die Autorin gerade dadurch dass man meint, die Charaktere besonders gut zu kennen, den Leser immer wieder in die Irre und fügt die wirklichen Hinweise erst am Ende zu einem passenden Bild zusammen. Adamsberg und seine Kollegen sind sehr sympathisch und menschlich geschildert. Sie überzeugen durch ihre Schwächen und man vergisst sie durch die Macken und Eigenheiten nicht so schnell. Damit ist „Die dritte Jungfrau“ trotz des etwas langgezogenen Beginns ein runder Kriminalroman, der von vorne bis hinten durchdacht ist und unterhaltsam geschrieben. Er wartet mehrfach mit überraschenden Wendungen und trotz ihrer Komplexität einer leicht zu folgenden Geschichte auf. Es lohnt sich daher durchaus, einen Blick in das neuste Werk von Fred Vargas zu werfen. Datenbank:0.0010 Webservice:0.1713 Querverweise:0.1948 Infos:0.0013 Verlag,Serie:0.0007 Cover:0.7433 Meinungen:0.0021 Rezi:0.0002 Kompett:1.1152 |  |