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Der futurologische Kongreß

Lem, Stanislaw

Rezension von Jim Melzig

Der Weltraumfahrer Ijon Tycho ist zum achten futurologischen Kongreß geladen. Da dieser in einer dubiosen Bananenrepublik stattfindet, wird das Treffen prompt von den Wirren eines Bürgerkrieges gestört. Tycho muss sich mit ein paar Freunden in die Kanalisation retten und wird Opfer psychogener Waffen.

Lem beschäftigt sich mit einen Gesellschaftssystem, das er als Chemokratie bezeichnet oder auch als Pharmakokratie. Sämliche Bedürfnisse und Gefühle des Menschen werden darin mit Psychopharmaka beeinflusst und gesteuert. Dabei beeindruckt der Autor mit furiosen Wortkreationen, die nicht nur durch außergewöhnlichem Einfallsreichtum, sondern auch noch mit amüsantem Zynismus bestechen. Seine Sprachgestaltungen, teils gar mit absurden Zügen behaftet, sind keineswegs substanzlos. Sie schaffen die plausible Kulisse einer Zukunft einer „Kryptochemokratie“, die ihre Bürger durch psychotrope Pharmaka manipuliert, in Unwissenheit und Unmündigkeit hält, letztendlich mit dem Ziel der „Realyse“, worunter der Autor die Auflösung der Realität versteht: „Wir narkotisieren die Zivilisation, denn sonst ertrüge sie sich selbst nicht.“
„Der futurologische Kongreß“, ein Meisterwerk der phantastischen Dystopien.


Eure Meinungen:


Ein äusserst wichtiges Werk das unsere heutigen Verschwörungstheorien aller Art mit einbezieht und wer richtig recherchiert und alle Informationen über Geschichte,Manipulation,Relegion etc mit einbezieht sich das für und wieder anschaut ,reflektiert und verwirft und daraus sich wieder neu bildet also seinen gesunden Menschenverstand entwickelt der wird feststellen wie wir doch aufs erbärmlichste belogen und betrogen werden.... Erare Humanum Est An ihren Taten werdet ihr sie erkennen ^^
[LopezdieMaus]

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Wertung

 

Gesamt:

(Extrem gut)

Anspruch:

(Anstrengend)

Spannung:

(Fesselnd)

Brutalität:

(keine Angabe)

 

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Infos

 

Sprache:

Deutsch

Autor:

Lem, Stanislaw

Verlag:

Suhrkamp

Erschienen:

Jan. 1979

Kritiker:

Jim Melzig

Typ:

Taschenbuch

 

Stanislaw Lem

 

Stanislaw Lem, geboren am 12. September 1921 in Lwòw, dem galizischen Lemberg, lebt heute in Krakow. Er studierte Medizin und war nach dem Staatsexamen als Assistent für Probleme der angewandten Psychologie tätig. Privat beschäftigte er sich mit Problemen der Kybernetik, der Mathematik und übersetzte wissenschaftliche Publikationen [mehr]

 

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