Dunkle Tiefen Rezension von goswin Aus der Reihe "Das Schwarze Auge" Der neue Roman von Daniela Knor ist im Design der FanPro-DSA-Serie veröffentlicht. Die Autorin wird mit Photo und Kurzbiographie vorgestellt, eine Danksagung und ein Hinweis auf die Homepage von Daniela Knor schließen diesen Teil ab. Die sonst übliche DSA-Übersichtskarte fehlt in diesem Buch, ist aber für den Roman auch nicht nötig. Die Autorin hat Ihrem Roman einen Stammbaum vorangestellt, der dem Leser die verwandtschaftlichen Beziehungen der handelnden Personen visualisiert. (Hinweis: Der Stammbaum steht auch auf der Homepage der Autorin www.daniela-knor.de.vu zum Download bzw. Ausdruck bereit.) Ein umfangreiches Glossar rundet das Buch ab. Neben den Standardangaben zu Göttern und Maßen werden viele Begriffe erklärt und zwar stichpunktartig (kursiv gedruckt) und zusätzlich ausführlich. Einige Erklärungen tauchen nicht im Glossar auf, sondern sind als Fußnote oder als Erklärung im Text eingebunden. Alles in allem, bleibt selbst für den DSA-Laien kein Begriff unerklärt. Im Anhang gibt es das übliche Verzeichnis der bei Fanpro erschienenen Bücher sowie Werbung für DSA-Produkte wie z. B. die Spielhilfe "Angroschs Kinder", auf der die Fakten des Romans basieren. Der Titel "Dunkle Tiefen" ist sehr passend gewählt und drückt Thema und Stimmung des Buches sehr gut aus, ohne zuviel zu verraten. Das Cover zeigt einige Zwerge in einem Stollen. Auch dies passt gut zum Roman und verrät nichts. Nach langer Zeit endlich einmal Cover und Titel, die nicht willkürlich erscheinen, sondern sehr gut zum Buch passen. Der Rückentext macht neugierig, verrät aber nicht zuviel. Zum Inhalt: Der Roman spielt in einer kleinen Zwergenbinge im Eisenwald im Jahre 1028BF: Auf der Suche nach Erz finden ein paar Zwerge einen alten Schacht, der sie zu wertvollen Kohlevorkommen führt. Die Freude währt nur kurz, denn ein altes Unheil sucht die Zwerge nun heim ... Man merkt dem Roman an, dass sich die Autorin viel Mühe mit der Charakterisierung der Personen gegeben hat. Zwar gibt es nur eine Hauptperson, doch auch all die anderen Mitglieder der umfangreichen Zwergensippe tauchen im Laufe der Handlung zum Teil sehr oft auf. Trotzdem gelingt es der Autorin, die Charaktere der Zwerge glaubhaft darzustellen. Neben den typisch sturen Zwergen gibt es auch die mutigen Kämpfer, die Ängstlichen, aufmüpfige Jungzwerge (Kinder) oder eben die Hauptfigur, die noch auf der Suche nach sich selbst ist. Dabei sind es nicht die Äußerlichkeiten, sondern die Handlungen und Gedanken der Zwerge, die sie dem Leser näher bringen und lebendig und glaubhaft werden lassen. Die Entwicklung des Hauptcharakters ist der Autorin besonders gut gelungen. Neben der eigentlichen Handlung hat man immer wieder Gelegenheit, die allmähliche und nachvollziehbare Veränderung zu beobachten. Die Handlung des Romans steigert sich gleichmäßig. Beginnt der Roman im normalen ruhigen Alltag einer Zwergenbinge, so entfernt sich die Handlung mit jedem Kapitel von dieser Normalität. Nach und nach geschehen den Zwergen Dinge, die sie wohl nicht mal im Traum (wenn Zwerge träumen würden ;-)) befürchtet hätten. Dabei steigert die Autorin langsam die Intensität der Bedrohung und damit die Spannung. Als Leser bleibt man hierbei lange Zeit im Dunkeln, welcher Art die Bedrohung ist. Erst im letzten Drittel kann ein DSA-Kenner erraten, wer oder was der Gegner ist. Das Finale löst glaubhaft alle Handlungsfäden auf und klärt auch das Schicksal der Hauptfigur. Die Art des Spannungsaufbaus unterscheidet sich von vielen anderen DSA-Romanen. Während gewöhnlich mit einer Situation begonnen wird, die den Leser ohne Umschweife in die Handlung zieht, nimmt sich Daniela Knor Zeit, dem Leser das Ambiente erst näher zu bringen, bevor sie es "zerstört". Diese Art des Handlungsaufbaus ist ihr gut gelungen, mag aber Geschmackssache sein. Sehr gut gelungen ist das Einbinden von Informationen über das Leben der Zwerge in einer Binge. Die Abgeschiedenheit, der Glaube, aber auch der Familienzusammenhang und die verschiedenen Traditionen und Berufe konnte die Autorin gut in ihrer Handlung unterbringen, ohne dass die Informationen als solche auffallen oder belehrend wirken. Problematisch an diesem Buch ist allenfalls die Menge der handelnden Figuren. Ohne den abgedruckten Stammbaum hat man kaum eine Chance nachzuvollziehen, um wen es gerade geht. Hier ist jedoch der (im Buch oder auf der Homepage der Autorin verfügbare) Stammbaum sehr hilfreich, den man sich in der ausgedruckten Variante gut neben das Buch legen kann und gemütlich jene abstreichen kann, die das aktuelle Kapitel nicht überlebt haben. ;-) "Dunkle Tiefen" gehört zu den Highlights der bei Fanpro erschienenen DSA-Romane. Auch wenn die Spannung nur langsam steigt und ungeduldigen Lesern damit eventuell Geduld abnötigt, so wiegen die sehr gelungenen Charaktere, das glaubhafte Ambiente, eine stimmige Handlung und ein spannendes Finale dies mehr als auf. Fazit: kaufenswert, nicht nur für Zwergenfans.
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