 | Entaria Schenck, SebastianScience-Fiction nicht nur als Thema, sondern auch als Rollenspiel, wird dem Leser bei dem Freien Rollenspiel Entaria geboten, denn es präsentiert sich in einer sehr ungewöhnlichen Form. Wer auf die Homepage entaria.de geht und das Spiel herunterlädt, wird mit der untypischen Dateiendung „chm“ konfrontiert werden. Dabei handelt es sich um eine komprimierte und compilierte Microsoft Windows Hilfedatei, die dementsprechend auch nur von Microsoft Windows Betriebssystemen gelesen werden kann. Im Hintergrund höre ich auch schon bei diesem Worten die Feinde des Betriebssystems laut nach Lynchmord rufen, aber die können sich ja an die Online HTML Version halten. Die ungewöhnliche Präsentationsform hat durchaus Vorteile. Denn hier kann sehr schnell nach Textstellen gesucht werden und zu Kapiteln gesprungen werden. Dies macht das Nachschauen und Zurückblättern zu einem Kinderspiel und spricht für die Wahl des Mediums. Allerdings kann nicht jeder Spielleiter einen Laptop zum Spielen mitnehmen. Zudem mag zwar das Lüftergeräusch zu einem Science-Fiction Rollenspiel passen, trotzdem stört es nicht weniger, wie das ständige Hin- und Herwackeln mit Maus und das Tippen auf der Tastatur. Auch ist ein laufender Computer immer eine Ablenkung Zu guter Letzt ist die gewählte Dateiform sicherlich nicht für alle zugänglich, denn nicht alle besitzen das notwendige Betriebssystem. Mit anderen Worten, eine Version zum Ausdrucken muss her, wenn auch eine Light Version durchaus ausreichend sein müsste, damit der Spielleiter im Spiel etwas in der Hand hat, das nicht brummt. Das Rollenspielsystem hat eine Historie seit 1991. Das Regelwerk besitzt laus Auskunft des Autors Sebastian Schenck inzwischen eine Seitenstärke von 1.400 Seiten und ist frei im Internet verfügbar. Diese 1400 Seiten sind meiner Meinung nach allerdings keine vollständig gefüllten Din-A4 Seiten, sondern die einzelnen HTML/Hilfe Seiten, auf denen manchmal nicht mehr als ein-zwei Sätze stehen. Das soll nicht abwertend sein, sondern eher aufzeigen, dass sich der Leser nicht erst durch eine Bibliothek kämpfen muss, bevor der erste Würfel rollt. Das Regelwerk umfasst recht vollständige Regeln, ein Kampfsystem geeignet für gewaltsame Aktionen zwischen Personen und Fahrzeugen, eine Menge von Fertigkeiten, 20 Carakterklassen, 17 Spezien, eine Vielzahl von Zaubersprüchen, reichlich Ausrüstungsgegenstände und Waffen, eine Art Matrix genannt Datenraster und nicht zuletzt eine, leider meist in Zahlen vorhandene Beschreibung von etlichen Sonnensystemen mit Planeten, Monde, Sonnen. Nicht zu unterschlagen sind die Nichtspielercharaktere, die als Archetypen vorhanden sind. Die Regeln sind nicht besonders innovativ, aber bewährt und gut auf den Science-Fiction Hintergrund angepasst. Es wird mit dem 12seitigen Würfel ermittelt, ob ein Versuch ein Erfolg oder ein Misserfolg ist. Die eingreifenden Mechanismen sind ebenfalls hinlänglich bekannt und bewährt. Ziel ist es, wie in den bekannten Systemen, den höchsten Würfelwert zu erreichen, um einen Erfolg zu haben. Modifikatoren können eingesetzt werden, um die Situation zu erschweren oder zu erleichtern. Beim Kampf wird ein Vergleich zwischen den Wurfergebnissen herangezogen. Dies trifft bei andere vergleichenden Situationen zwischen Charakteren zu. Die Charaktere sind in Charakterklassen unterteilt, wobei das Regelwerk nicht zwingend vorschreibt diese zu nutzen. Bei genauer Betrachtung ist dies allerdings recht schwierig, da bei vielen Gelegenheiten innerhalb der Charakterschaffung und –entwicklung Bezug auf die Klasse des Charakters genommen wird. Der Charakter wird durch seine Klasse, seine Attribute und Fertigkeiten bestimmt. Alle Aspekte sind gut beschrieben und mit verständlichen Text versehen. Da eine Rezension immer zu kurz kommt, will ich mich auf die besonderen Aspekte beschränken. Da wäre vor allen das Datenraster, das für Shadowrun Spieler keine Innovation darstellt, das allerdings als Sonnensysteme überspannendes Netz schon eine Neuerung darstellt. Das System ist recht ausführlich beschrieben und als vorgebildeter Leser erhielt ich den Eindruck, dass die Autoren des Systems sich mit der Materie der Datenverarbeitung besser auskennen, als damals die Autoren des Shadowrun Systems. Lustig sind vor allen die Kosten, die bei Benutzung des Datenrasters entstehen. Dabei sind die Black-Liner etwas im Vorteil, da sie illegal sich im System bewegen. Die Magie ist auch für Science-Fiction Spiele nichts unbedingt alltäglich. Hier wurde Wert auf einen mythischen Hintergrund gelegt, der mit dem Begriff „Kel“ aus der Sprache der Tuknearner beschrieben wird und soviel heißt wie "die Energie aus dem Geiste". Es gibt fünf bekannte Zauberklassen, welche die magische Energie Kel benutzen: der Pal-Controller, der Grunk-Schamane, der Kel-Kämpfer, der Rydos-Ritter (Meister Yoda lässt grüßen) und der Morpher. Das Magiesystem selber ist ein Spruchsystem, von denen leider sehr viele nur rudimentär beschrieben sind. Die vorhandenen rund 100 Zauber reichen aber zu einem Spieltest durchaus aus. Das Spielen mit Entaria dürfte nicht schwerer fallen, als mit jedem bekannten System. Es ist vergleichbar mit gängigen Rollenspielsystemen, was die Mechanismen betrifft. Leider fehlte uns die Zeit diesmal für einen Spieltest, daher kann ich nur empfehlen: probiert es selber aus. Das Projekt Entaria wird ständig weiter entwickelt und es ist zu erwarten, dass sich zwar nicht in aller Schnelligkeit, dafür aber beständig etwas Neues auf den Seiten finden lässt. Für mich ständen vor allen anderen eine druckbare Light Version (Schnellregeln) als höchste Priorität im Vordergrund. Dann natürlich ein Abenteuer, denn was nutzt das schönste Regelwerk ohne zumindest ein Szenario zum Ausprobieren. Auf der Homepage finden sich neben dem Regelwerk auch noch weitere Spielhilfen, die deutlich machen, dass das Projekt keine Eintagesfliege ist. So sind alle für das Spiel relevanten Spielbögen von Entaria in MSWord-Format zum Download bereit. Zusätzlich gibt es noch: Stardust Ein kleines Programm, das Sonnensysteme für Entaria generiert. Eine inkludierte Hilfedatei sorgt für ein bisschen Klarheit. NPC-Verwalter Ein MsExcel-Sheet zum Verwalten von NPC´s. Sehr nützlich für den Kampf mit mehreren Gegnern. Alle Daten werden vorbereitet und am Spielabend brauchen nur noch die Schäden bei den NPC´s eingetragen zu werden. Die aktuellen Lebenspunkte werden sofort berechnet. Homepage: http://www.entaria.de/ Anmerkung: Nach Veröffentlichung der Rezension stellten die Autoren eine Text-Version und weiteres Material (Zaubersprüche und Texte) ins Netz.
Eure Meinungen:
| Science-Fiction nicht nur als Thema, sondern auch als Rollenspiel, wird dem Leser bei dem Freien Rollenspiel Entaria geboten, denn es präsentiert sich in HTML/Hilfe Seiten, auf denen manchmal nicht mehr als ein-zwei Sätze stehen. Das soll nicht abwertend sein, sondern eher aufzeigen, dass sich der Leser nicht erst durch eine Bibliothek kämpfen muss, bevor der erste Würfel rollt. <br>Das Rollenspielsystem hat eine Historie seit 1991. Das Regelwerk besitzt laus Auskunft des Autors Sebastian Schenck inzwischen eine Seitenstärke von 1.400 Seiten und ist frei im Internet verfügbar. Diese 1400 Seiten sind meiner Meinung nach allerdings keine vollständig gefüllten Din-A4 Seiten, sondern die einzelnen HTML/Hilfe Seiten, auf denen manchmal nicht mehr als ein-zwei Sätze stehen. Das soll nicht Charakter wird durch seine Klasse, seine Attribute und Fertigkeiten Gegnern. Alle Daten werden vorbereitet und am Spielabend brauchen nur noch die Schäden bei den NPC´s eingetragen zu werden. Die aktuellen Lebenspunkte werden sofort berechnet <br> <br> <br> [Johannes.Lehr] |
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