 | Kalte Herzen Rezension von Tobias Thieme (Tobit) Aus der Reihe "Jeanette Dürer" Julia Steinert wird ermordet in ihrer Wohnung aufgefunden. So wie es aussieht, kannte das Opfer ihren Mörder, denn sie hatte ihm die Tür geöffnet. Ein verzwickter Fall für die charismatische Kommissarin Jeanette Dürer und ihren Kollegen Martin Knauer. Ein Fall in dem nicht nur eine rote Katze eine wichtige Rolle spielt, sondern auch ein Fall der Jeanettes beste Freundin in große Gefahr bringt… Die Kommissarin Jeanette Dürer führt mal wieder eine Diskussion mit ihrer Mutter als sie zu einem neuen Einsatz gerufen wird. Julia Steinert wurde tot in ihrer Wohnung aufgefunden. Das Merkwürdige an diesem Gewaltverbrechen ist, dass die Wohnung keine Einbruchsspuren oder Indizien für einen Kampf aufweist. Neben dem umgestoßenen Couchtisch, der allerdings beim Fall der Toten mitgerissen wurde, wurde lediglich ein Foto aus einem Bilderrahmen entwendet. Dürer und ihr Kollege Martin Knauer glauben daher, dass Julia Steinert ihren Mörder kannte und dieser eventuell sogar auf dem Foto zu sehen war. Doch es gibt einen Zeugen in diesem Mordfall. Der kann aber leider nicht sprechen. Es handelt sich nämlich um einen roten Kater. Was es mit dem Tier auf sich hat, erfahren die beiden Kommissare aber erst viel später. Mitten in das traurige Szenario und der Arbeit der Spurensicherung platzen dann Julia Steinerts Eltern. Ein erstes Verhör der beiden fördert aber nur das zerrüttelte Verhältnis zwischen den Eheleuten zu Tage. Doch nach weiteren Gesprächen mit Frau Steinert erfährt Jeanette etwas sehr Makaberes: Frau Steinert hat sich regelmäßig in Chat Rooms mit Männern verabredet und die Wohnung ihrer Tochter für ihre One-Night-Stands benutzt. Haben die Aktivitäten von Frau Steinert etwas mit dem Tod ihrer Tochter zu tun? Doch auch Julias Ex-Freund steht auf der Verdächtigtenliste, denn nach der Auflösung der Verlobung durch Julia ist auch er nicht mehr gut auf die junge Frau zu sprechen. Die Ermittlungen scheinen keine Fortschritte zu machen, bis Jeanette Dürer einer Freundin in Weißenburg beim Umzug behilflich ist. Beim Einwickeln einer Vase in ein Stück Zeitungspapier stößt sie auf ein Foto von Julia Steinert: eine Kontaktanzeige. Doch wieso nennt sich Julia in dieser Anzeige Mandy? Dürer besucht die Vermittlungsagentur und lernt die Arbeitsmethoden solcher Agenturen kennen. Ein Treffen mit einem der „Bewerber“ war nie geplant. Die Männer wurden immer und immer wieder mit Tricks hingehalten bis die Agentur ihre Anzahl an Bewerberinnen die den Männern im Vertrag zugesichert wurden „verbraucht“ haben und dann das restliche Geld einklagen kann. Eine neue Liebe ist durch diese Agentur also noch nie entstanden, wenn man von der eines Bewerbers und der Chefsekretärin absieht. War es also vielleicht ein Racheakt eines aufgebrachten Bewerbers? Während Jeanette Dürer ihrem Ziel schließlich doch immer näher kommt, experimentiert ihre beste Freundin auch mit Kontaktanzeigen. Zu guter Letzt löst Dürer das Rätsel um den roten Kater, doch ihre Freundin ist in großer Gefahr. Die Hauptfigur Jeanette Dürer ist keine typische Kommissarin, sie ist eine weltoffene, charismatische und gutaussehende Frau, die ihren Beruf zwar ernst nimmt aber auch nicht zu ernst. Interessant an diesem Roman ist vor allem das sich die Geschichte größtenteils um Kontaktanzeigen dreht, was nach der Lektüre des Klappentextes noch nicht ganz klar ist. Der Blick hinter die Kulissen der fiktiven Partnervermittlung erweißt sich als äußert spannend und entspricht auch den Vorstellungen und Vorurteilen vieler Menschen gegenüber solchen Agenturen, wobei ich darüber kein Urteil abgeben möchte. Bei all ihrer Brisanz und Ernsthaftigkeit verliert die Geschichte aber nie ihren komischen, humoristischen Stil, der stellenweise sehr deutlich zu Tage kommt, vor allem bei einigen interessanten Zufällen im Verlauf der Geschichte (manchmal werden auch eigene Familienmitglieder Dürers verdächtigt). Korbers Schreibstil ist leicht zu verstehen und leicht zu verdauen, jedoch ohne große Höhepunkte. Die Meinung der Nürnberger Nachrichten (Zitat: „…gehören zum Besten, was man im Krimi-Genre findet…“ Zitat Ende) teile ich nicht uneingeschränkt. Die Spannung, die mir bei einem Krimi immer sehr wichtig ist, vermisse ich hier oft und ich hatte auch nicht dieses traurige Gefühl wenn ich das Buch aus der Hand legen musste (was ich zwar nicht sehr oft getan habe, allerdings eher aufgrund meiner freien Zeit). Fazit: Ein nettes Buch für Zwischendurch. Nichts Umwerfendes, nichts Revolutionäres, aber eine nette Geschichte. Datenbank:0.0014 Webservice:0.0733 Querverweise:0.1606 Infos:0.0008 Verlag,Serie:0.0007 Cover:0.0001 Meinungen:0.0014 Rezi:0.0002 Kompett:0.2388 |  |