 | Jyhad Garfield, Richard; Wizards of the Coast Es war im Jahr 1994, die goldene Frühzeit der Sammelkartenspiele. Richard Garfield, geistiger Vater des Sammelkartenspiels Magic: The Gathering, sicherte sich eine Lizenz von White Wolf, und brachte rechtzeitig zu GenCon `94 ein neues Sammelkartenspiel auf den Markt. Dieses Spiel war, für Sammelkartenspiele bis heute untypisch, als Mehrspieler-Spiel konzipiert, und hatte als Hintergrund das Storyteller-System Vampire: The Masquerade und somit White Wolfs ursprüngliche World of Darkness. Die Rede ist hier von Jyhad, denn so lautet der offizielle Name der ersten Auflage des Grundsets jenes Spiels, das fast zehn Jahre später unter dem Namen Vampire: Eternal Struggle vom Magazin Inquest Gamer als bestes Mehrspieler-Sammelkartenspiel aller Zeiten ausgezeichnet wurde. Aber zurück in die Vergangenheit, zu Jyhad, jenem ersten Set, das heute nur noch gelegentlich in Restbeständen diverser Händler gefunden werden kann. Zum Hintergrund des Spiels will ich nicht zu viel sagen. Echte WoD-Kenner würden mir etwaige kleine Ungenauigkeiten vorhalten, und eine wirklich ausreichend genaue Beschreibung für Außenstehende würde eher einen Roman erfordern. Das wichtigste ist: man stellt einen uralten Vampir, einen Methuselah, dar, der seine großteils vampirischen Handlanger in seinem Kampf gegen die anderen Methuselahs (Spieler) einsetzt. Erhältlich sind zum Set Jyhad zufällig sortierte Starter zu 76 Karten sowie Booster zu 19 Karten. Diese eher ungewöhnlichen Zahlen rühren daher, dass es im Gegensatz zu den meisten Sammelkartenspielsets nicht drei, sondern vier Seltenheitsstufen gibt. Neben den klassischen Commons, Uncommons und Rares gibt es noch eine Stufe, die gemein mit „Vampire“ bezeichnet wird und etwa gleichwertig zu Uncommons ist. Die zufällige Sortierung der Starter erweist sich dabei als unglücklich, die Decks direkt aus den Startern sind de facto unspielbar. Nur ein oder zwei weitere Starter oder einige Booster können hier Abhilfe schaffen. Das Design der Karten entspricht diesem klassischen „American Gothic Horror“-Hintergrund sehr gut: Schwarzer Kartenrand, schwarze Kartentexte auf fahlen, gräulichen oder bräunlichen Hintergründen und im Allgemeinen eher düstere Illustrationen einer guten Mischung von Künstlern. Die Illustrationen sind durchweg gelungen und strahlen eine eher düstere Atmosphäre aus. Die Mischung aus eher geheimnisvollen, eher brutalen, eher skurrilen und teilweise auch leicht erotisch angehauchten Werken erscheint äußerst passend. Eindeutig zu groß geraten ist die Copyright-Notiz am unteren Kartenrand, die dank weißer Schrift auch noch besonders ins Auge sticht. Beim Kartentitel am oberen Rand hingegen scheint die weiße Farbe als Aufmerksamkeitsfänger durchaus angebracht. Die Regeln des Spiels sind im Vergleich zu den meisten anderen Sammelkartenspielen recht komplex. Dies liegt vermutlich zu einem gewissen Grad schon allein an der Tatsache, dass das Spiel als Mehrspielerspiel konzipiert ist. Zum anderen liegt es definitiv daran, dass das Spiel sehr vielschichtig ist. Alles in allem bedeutet das, dass man über 30 Seiten klein gedrucktes Regelheft tatsächlich lesen muss, um die Spielkonzepte zu begreifen. Und genau hier offenbart sich das Problem dieser ersten Auflage: in einem zu dünnen Regelheft werden zu viele Regeln zu unpräzise und zu unverständlich erläutert. Ich erinnere mich noch genau, dass ich persönlich eine bestimmte Stelle des Regelhefts schon 1994 richtig verstanden hatte – aber bis 1995 und auf die Neuauflage des Grundsets warten musste, ehe mir meine Mitspieler glauben wollten. Aus diesem Grund möchte ich den Spielablauf auch erst bei der Rezension zur Neuauflage genauer betrachten, und hier nur kurz überfliegen. Das Deck ist bei diesem Spiel zweigeteilt. Aus dem einen Teil, der „Crypt“, rekrutiert an seine vampirischen Handlanger. Der andere Teil, die „Library“, enthält alle anderen Karten, die diverse Fähigkeiten und Handlungen der Vampire repräsentieren. Universelles Zahlungsmittel zum rekrutieren von Handlangern und bezahlen diverser anderer Karten sind „Blood Counter“, von denen jeder Spieler zu Beginn des Spiels 30 erhält. Erraten: Wer keine mehr hat, ist aus dem Spiel. Ziel des Spiels ist, den links von einem selbst sitzenden Spieler aus dem Spiel zu werfen. Gelingt dies, endet das Spiel allerdings nicht, man erhält lediglich einen Siegpunkt und 6 Blood Counter, und muss nun seinen neuen linken Mitspieler angreifen. Das klingt vermutlich recht langwierig, und ist es auch. Im Gegensatz zu den meisten anderen Sammelkartenspielen kann es durchaus vorkommen, dass eine Partie zwei bis drei Stunden dauert, ehe der Gewinner – der Spieler mit den meisten Siegpunkten – feststeht. Vom Gefühl her ist das Spiel ein etwas zweischneidiges Schwert. Wer rasante Action ohne viel Nachdenken sucht, ist definitiv am falschen Platz, da wäre ein simples Duell-Sammelkartenspiel sicher eher zu empfehlen. Wer hingegen ein komplexeres Spiel, das verschiedene Wege zum Erfolg bietet (dass es ein „wahres Deck“ gibt wie in vielen Magic: The Gathering-Turnierformaten, ist bei VTES nicht zu befürchten), sucht, der wird hier fündig. Ebenso all jene, die eine geradezu politische Komponente in der Interaktion der Spieler schätzen., wird auf dem Sektor der Sammelkartenspiele keinen besseren Kandidaten finden. Jyhad für sich allein ist als Spiel etwas unausgegoren, zu deutlich kristallisiert sich ein bestimmter Decktyp genannt „Stealth-Bleed“ als am Erfolg versprechendsten heraus. Dabei ist es genau die Tatsache, dass es - nicht zuletzt dank vieler Neuigkeiten in späteren Sets - kein deutlich dominantes Deckkonzept gibt, was VTES im Laufe der Jahre so deutlich von der Masse der Sammelkartenspiele abhebt. Alles in allem sind bei Jyhad die Vielschichtigkeit und Komplexität des Systems durchaus ansprechend. Die Probleme eines Systems in den Kinderschuhen sind leider überdeutlich zu bemerken, was das Set sicherlich nicht für jedermann geeignet macht. Ich würde Interessenten jedenfalls raten, sich die Neuauflage dieses Sets, Vampire: The Eternal Struggle, oder überhaupt aktuellere Serien, anzusehen. --- All in all, the diversity and complexity of Jyhad are quite appealing. The problems of a system in its infancy, unfortunately, are all too readily apparent, which does not make it a set for everyone. I would recommend that the interested rather take a look at the revised edition of the set, Vampire: The Eternal Struggle, or more current product.
Eure Meinungen:
| Phil, I am flattered by your rakrems, thanks!I did built this in my spare time (no company time was -mis-used during this production ), the resources are all available on the internet (open api´s). The purpose was to prove a point for a presentation at a conference.As for your connections from the Irish sea: those connections might have entered their location in their LinkedIn profile, just Great Britain.Are you able to enterpred your InMaps graphic? I have not figured it out completey yet.I just realised I might be a serial networker , kind of like that.BTW: do you know the book Linked from Barabasi? Might be interesting for you.Cheers, good luck with your ventures.Jw. [cUMNHoOpqgK] |
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