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Formicula/ Them!

Sherdeman, Ted

Rezension von Marcel Dykiert

„Nation maps fight against unkown Terror!“
“Deadliest Weapons of Science ready to combat nameless Horror!”
“Cities alert for final Stand against fantastic Invaders!”

1954 entdecken zwei Polizisten in der Wüste von New Mexico ein kleines Mädchen, das überhaupt nicht ansprechbar ist und nur sinnloses Zeug brabbelt. Als sie jedoch zufällig an Ameisensäure riecht, bekommt sie sofort einen Schreikrampf. Was sie erlebt hat, kann man in diesem Moment noch gar nicht ahnen, dass sie unter einem starken Schock steht, scheint hingegen offensichtlich.

Als sie die Spuren der Kleinen zurückverfolgen, stoßen die Beamten auf ein Auto und die übel zugerichteten Leichen der Eltern. Die Körper der Toten sind derart mit Ameisensäure voll gepumpt, dass mehr Fragen aufgeworfen werden, als beantwortet & so beschließt man, sich den Rat einiger Spezialisten zu holen. Das FBI und einige Wissenschaftler werden eingeschaltet, die bald herausfinden, dass ein 1945 in diesem Gebiet erfolgter Atombombenversuch ein ganzes Ameisenvolk hat mutieren lassen! Die Insekten sind groß wie Autobusse und da sie sich vorwiegend von Zucker ernähren und aufgrund ihrer überdimensionalen Form mehr benötigen, als die Wüste ihnen bieten kann, attackieren sie Menschen in den nahe gelegenen Außenposten der Zivilisation in der unwirklichen Gegend und suchen als erstes eine einsam gelegene Handelsstationen heim.

Als man später das unterirdisch gelegene Ameisennest in der Wüste entdeckt, räuchert man es sofort mit Zyankalibomben aus, doch zu spät, denn zwei junge Königinnen sind entkommen. Eine groß angelegte Suchaktion wird eingeleitet, da die diese beiden Exemplare fliegen und so riesige Entfernungen zurücklegen können. Zwei Riesenameisen sind zwar ein verdammtes Ärgernis, doch wären sie ja nur halb so wild. Die Königinnen werden jedoch während des Fluges von mehreren ebenfalls entkommenen Drohnen begattet und können neue Kolonien gründen! Tatsächlich werden die toten Körper der männlichen & äußerst kurzlebigen Drohnen schon bald gefunden ... Um zu verhindern, dass sie sich anderswo einnisten und ein neues Volk heranziehen, müssen sie um jeden Preis vernichtet werden. Eine der Königinnen hat sich im Laderraum eines Hochseefrachters eingenistet. Nachdem sie und ihre Brut die ganze Mannschaft umgebracht hat, wird das Schiff von der US Navy entdeckt und mit taktischen Raketen beschossen. Die zweite Königin hat sich ein Versteck ausgesucht, dass man leider nicht so ohne weiteres in die Luft sprengen kann. Sie hat sich in die Abwasserkanäle von L.A. zurückgezogen und legt fleißig Eier. Man verhängt den Ausnahmezustand und ruft die Armee zu Hilfe. Zusätzlich erschwert wird der Einsatz der Männer durch die Tatsache, dass das inzwischen wieder aus mehreren Dutzend Köpfen bestehende Ameisenvolk zwei Kinder in ihr unterirdisches Reich entführt hat. Es gelingt einem der sympathischen Hauptdarsteller - Sgt. Peterson - zwar, die beiden in Sicherheit zu bringen, doch fällt der tapfere Mann dabei selbst den hungrigen Räubern zum Opfer.

Die Nationalgarde dringt, bis an die Zähne bewaffnet und bestens ausgerüstet, in das Tunnelsystem ein und nimmt den Kampf gegen die mutierten Rieseninsekten auf. Am Ende kann es nur einen geben, Mensch oder Ameise.

“No one Word ever heralded such a heart-pounding experience because no one Word ever charged the Screen with such TERROR, HORROR, EXCITEMENT, MYSTERY – THEM!”

Mit dem Film “Formicula”, der im Original den Titel “Them!” trägt, ist Regisseur Gordon Douglas der ganz große Wurf gelungen. Dabei war er durch die äußerst produktive Zusammenarbeit mit den als „Dick und Doof“ in die Filmgeschichte eingegangen Komikerduo Stan Laurel und Oliver Hardy durchaus erfolgsverwöhnt.

Bei Formicula stimmt einfach alles. Heutigen Zuschauern erscheinen die Riesenameisen natürlich etwas, sagen wir mal, einfach gemacht, doch büßt der Film durch die Schlichtheit seiner Monster mitnichten an Atmosphäre ein. Ihre Auftritte, stets untermalt von innovativen Soundeffekten, sind immer der vollmundig versprochene Terror, von dem der Trailer (siehe Eingangszitat) so marktschreierisch kündet. Es ist wohl Douglas Genie zuzuschreiben, dass er mit seinen einfachen Mitteln, den schwarzweiß Bilden und den riesigen, z.T. beweglichen Monsterpuppen einen unvergänglichen Genreklassiker geschaffen hat, die Idee eines B-Movies und die Vorlage sämtlicher anderer Tierhorrorfilme. Folgerichtig erhielt der Film für seine, für die 50er Jahre, sensationellen Spezialeffekte eine Oscarnominierung. Mindestens die bereits angesprochenen Soundeffekte hätten ebenfalls einen verdient, das Schwirren, das die Ameisen von sich geben, treibt dem Zuschauer auch nach 50 Jahren noch einen Schauer über den Rücken.

Die Schauspieler, allen voran James Whitmore, der Jahre später noch in „Das Relikt“ zu sehen war und Edmund Gwenn, bestens bekannt aus seiner Hauptrolle in Alfred Hitchcocks „Immer Ärger mit Harry“, spielen souverän und werden keinesfalls – wie nur allzu oft - von den (eigentlichen?) monströsen Hauptdarsteller an die Wand gespielt. Besonders Edmund Gwenn, der den eierköpfigen Wissenschaftler kongenial spielt, weiß auch immer wieder mit seinem trockenen Humor zu überraschen. Kurioses am Rande: Kein geringerer als Leonard Nimoy, der Weltruhm durch seine Auftritte als „Mr. Spock“ eines gewissen Raumschiffes erlangte, hat in „Formicula“ seinen ersten Erfahrungen auf der großen Leinwand gemacht.

Die DVD selbst kann man nur als Überraschung bezeichnen. Was Warner Bros aus dem, wie gesagt 50 Jahre alten Filmmaterial noch rausgeholt hat, verdient eigentlich wiederum einen Oskar für Spezialeffekte. Entweder hatte Warner ein sehr gut erhaltenes Master irgendwo in den Archiven, oder sie sind Meister im Restaurieren. Der Kontrast ist ausgewogen, die Schärfe kann man nur als äußerst gut bezeichnen, beim besten Willen kein Rauschen, keine Dropouts ... man könnte meinen, der Film wäre erst vor kurzem gedreht worden. Der Ton (deutsch und englisch, diverse Untertitel) ist zwar nur in Mono, aber ebenfalls sehr gut gelungen und ohne Rauschen. Wie machen die das nur?

Von der Ausstattung ist „Formicula“ sowohl ärmlich, als auch ein wahres Fest. Absolut betrachtet, findet sich nicht viel extra Material auf dem Silberling, bedenkt man jedoch das mittlerweile recht hohe Alter des Films und den Umstand, dass die DVD von Warner ist (die ja immer gerne auf Zusatzmaterial jedweder Art verzichten), dann kommen einen fast die Tränen vor Freude. Die kunterbunte Papppackung steht zwar im dramatischen Gegensatz zu den schwarzweißen Bildern des Films, doch spiegelt sie ganz hervorragend das poppige Selbstverständnis wieder. Das Menü ist eine schrille Verneigung vor dem aufreißerischen Trailer, der sich ebenfalls auf der DVD findet und gehört zu dem schönsten, was ich diesbezüglich gesehen habe. Zwei weitere Schmankerl sind die Fotogalerie, die mit immerhin 25 Fotos der Produktion aufwarten kann und der etwa zweieinhalb minütige Zusammenschnitt der Dreharbeiten – ohne Ton zwar, aber wir wollen nicht meckern. Es ist großartig, überhaupt einen Blick auf die ja fast historischen Dreharbeiten aus der Mitte des letzten Jahrhunderts werfen zu dürfen!

Fazit: Kauft es! Mehr kann ich eigentlich nicht dazu sagen. „Formicula“ ist DER klassische Mutationshorrorfilm und war wegweisend für ein ganzes Sub-Genre. Die DVD besticht durch ein glasklares Bild, zwei hervorragenden Tonspuren und liebevoller Aufmachung und Ausstattung – was wollt ihr denn noch?

„Als der Mensch in das Atomzeitalter eintrat, öffnete er die Tür zu einer neuen Welt. Was er in dieser neuen Welt finden wird, kann niemand vorhersagen“. (Edmund Gwenn)

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Wertung

 

Gesamt:

(Extrem gut)

Anspruch:

(Unterhaltsam)

Spannung:

(Fesselnd)

Brutalität:

(Vertretbar)

 

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Infos

 

Sprache:

Deutsch

Ort:

USA

Zeit:

1954

Autor:

Sherdeman, Ted

Verlag:

Warner Home Entertainment

Erschienen:

Jan. 2003

Kritiker:

Marcel Dykiert

Typ:

DVD

 

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