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Sprengkraft

Eckert, Horst

Rezension von Danai

Horst Eckert hat seinem neuesten Roman „Sprengkraft“ die Themen Islamismus und Fremdenangst zu Grunde gelegt. Damit hat er eine wahrhaft explosive Mischung erzeugt und seinen Lesern ein ganz wunderbares Buches geschenkt.

Der 19 Jahre alte Rafi Diouri steigt nach dem gewaltsamen Tod seines Bruders Noureddine aus dessen Drogengeschäften aus und entdeckt seine Religiosität. Aber nicht nur das, er entwickelt sich zu einem islamistischen Fundamentalisten, dessen größte Aufgabe die Bekämpfung der in seinen Augen Ungläubigen ist. Schon bald findet er einige Gleichgesinnte. Sie gefallen sich als Gotteskrieger und planen einen Sprengstoffanschlag.

Moritz Lemke, arbeitsloser Journalist und PR-Fachmann wird gebeten, für die anti-islamische Partei „Die Freiheitlichen“ als Sprecher zu arbeiten. Obwohl Moritz sich grundsätzlich mit der politischen Ausrichtung dieser Partei nicht identifizieren kann, nimmt er den hochdotierten Job des Geldes wegen an und lässt sich nicht zuletzt von Macht und Einfluss verführen.

Die Polizisten Martin Zander und Anna Winkler wiederum sind erst seit kurzer Zeit ein Team. Ihre erste gemeinsame Aufgabe besteht darin, einen alten, ungeklärten Fall wieder aufzurollen. Ihnen obliegt die Aufklärung der Mordsache Noureddine Diouri, denn der Fall konnte wegen einer undichten Stelle innerhalb der Polizei bislang nicht zu den Akten gelegt werden.

So nehmen die Dinge ihren Lauf und die Handlungsstränge bewegen sich unweigerlich und äußerst spannend aufeinander zu.

„Sprengkraft“ ist ein politischer Krimi mit Niveau, der seinen Leser vom ersten Augenblick in seinen Bann zieht. Eckert springt von Perspektive zu Perspektive und vereint sie kunstvoll zu einem fesselnden Ganzen. Der Autor schreibt mit einnehmenden Stil und schafft eine so spannende Atmosphäre, dass das Buch letztlich an den Händen des Leser klebt.

Er zeichnet seine Figuren sehr detailliert und vielschichtig. Sie haben Ecken, Kanten und wirken nicht zuletzt durch ihre Verletzlichkeit und Verführbarkeit sehr menschlich. Ein aufmerksamer Leser wird auch schnell die einigen Figuren zu Grunde liegenden realen Vorbilder entlarven können.

Ich habe „Sprengkraft“ mit einiger Faszination gelesen. Oft habe ich gedacht: „Ja, so könnte es tatsächlich sein“ und habe mir einmal mehr mit Schrecken die Einflussnahme der Medien auf die Politik vor Augen führen lassen. Dieser Roman beschäftigt den Leser auch noch über die letzte Seite hinaus. Ich kann ihn nur uneingeschränkt empfehlen.


Eure Meinungen:


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Wertung

 

Gesamt:

(Extrem gut)

Anspruch:

(Entspannend)

Spannung:

(Spannend)

Brutalität:

(Vertretbar)

 

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Grafit, Dortmund

 

Infos

 

Sprache:

Deutsch

Ort:

Deutschland

Zeit:

Gegenwart

Autor:

Eckert, Horst

Verlag:

Grafit, Dortmund

Erschienen:

Mai. 2009

Kritiker:

Danai

ISBN:

3-894-25660-5

ISBN(13):

978-3-8942-566-9

EAN:

9783894256609

Typ:

Hardcover

 

Horst Eckert

 

1959 in Weiden geboren, wuchs Eckert in Pressath auf. Er entwickelte seine Liebe zur deutschen Sprache, als die Zeitung über einen bis heute ungeklärten Mord an einem Weidener Bordellbesitzer und einen Raubüberfall berichtete. Er studierte in Erlangen Soziologie und Politische Wissenschaft [mehr]

 

  [mehr]
 

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