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Fullmetal Alchemist - The Movie: Der Eroberer von Shamballa

Mizushima, Seiji

Rezension von Arielen
Aus der Reihe "Fullmetal Alchemist"

Sind japanische Fernsehserien sehr erfolgreich, kann es gut sein, dass ihnen noch eine OVA oder gar ein Kinofilm folgt. Denn eines kann man sich dabei gewiss sein - es gibt genügend begeisterte Zuschauer, die wissen wollen, welche weiteren Abenteuer ihre Helden erleben. Und so ist nun auch zum Abschluss der 51-teiligen Anime-Serie “Fullmetal Alchemist”, die Panini auf insgesamt 12 DVD’s veröffentlicht hat, der Kinofilm in einem 2 Disk-Set erschienen.

In der Serie sind die Brüder Edward und Alphonse Elric auf der Suche nach dem “Stein der Weisen”. Vor Jahren haben sie bei dem Versuch, ihre Mutter wieder ins Leben zurück zu rufen, große Schuld auf sich geladen. Und nur das arkane Juwel kann alles wieder rückgängig machen. Doch auf ihrer Reise müssen sie feststellen, dass sie nicht die einzigen sind. Schon früher wurden Versuche unternommen, einen eigenen “Stein der Weisen” zu schaffen, um so das Gesetz des äquivalenten Tausches zu umgehen, eine der Grundregeln der Alchemie.
Sie begegnen nicht nur den Wissenschaftlern, die immer noch ohne Skrupel an der Erfüllung des Traums arbeiten, sondern auch geheimnisvollen Wesen, die als Nebenprodukt dieser Experimente entstanden - die Schimären. Schließlich enthüllen sie die Wahrheit über das Ishbar-Massaker und ihre eigene rolle in einem Kampf, der schon vor ihrer Geburt begonnen hatte. Denn sie selbst sind viel mehr in die Intrigen verwickelt, als sie sich vorstellen konnten.
Um am Ende seinen Bruder zu retten und alles auszugleichen, durchschreitet Edward freiwillig ein Tor, durch das er in eine andere Welt gerät - unsere Erde im Jahr 1921.
Einige Jahre vergehen, in Edwards Heimat mehr als auf der Erde. Er hat auf seinen Reisen durch Europa im Dunstkreis von Herrmann Obert, dem ersten Raketenbauer den jungen Alphonse getroffen, mit dem er nun in einem Zirkus arbeitet und die Leute mit Raketenstarts unterhält. Seinen Vater, mit dem er anfangs eine Weile zusammen gelebt hat, hat er aus den Augen verloren und verdrängt, genau so wie die Erinnerungen an sein Zuhause. Er hat inzwischen allen Mut verloren und sagt sich immer wieder, dass er nicht nach Hause zurückkehren darf, um das Gleichgewicht der Kräfte nicht zu verletzen.
Durch eine junge Zigeunerin mit hellseherischen Kräften wird er wieder darauf aufmerksam gemacht, dass sein Heimweh noch längst nicht erloschen ist. Durch sie kommt er aber auch in Kontakt mit der Thule-Gesellschaft, die Unglaubliches plant. Um mächtige Magie und Waffen zu erbeuten, die ihnen bei ihrem Kampf helfen können und einem geplanten Putschversuch in München zu unterstützen , wollen sie in seine Welt vordringen.
Edward wird wach gerüttelt, denn so viel weiß er bisher von dieser Welt: Seine Kameraden und Freunde haben nicht unbedingt die Mittel, um so überlegene Waffen und Rüstungen wie die der Gesellschaft besiegen zu können, die in den Arsenalen einer hochherrschaftlichen Villa schlummern.
Mit Hilfe von verschiedenen Leuten - zu denen auch ein gewisser Dr. Mabuse - alias Fritz Lang - gehört, kommt er dem Ausmaß der Verschwörung auf die Spur und beschließt mit allen Mitteln zu verhindern, dass diese Feinde seinen Verwandten und Freunden schaden könnten.
Derweil arbeitet auch Alphonse, der in Edwards Fußstapfen getreten ist, an Plänen, das Tor in die andere Welt noch einmal zu aktivieren, um seinen Bruder vielleicht zurück holen zu können. Ohne es zu ahnen, öffnet er der Thule-Gesellschaft damit Tür und Tor...

Man merkt sehr schnell, das der Film nahtlos an die Serie anschließt und schon die Kenntnis einiger - gerade der letzten Folgen - verlangt, um ihn wirklich zu verstehen. Denn nur so versteht man, wer eigentlich wer ist, und warum er so handelt. Interessant ist, wie sich einige der Charaktere weiter entwickelt haben. Zwar kommen letztendlich nicht alle, die aufgetreten sind und noch leben, gleich stark zum Zuge, aber das nimmt man der Geschichte nicht übel, da sie genug anderes bietet.
Sie ist spannend aufbereitet - man kommt leicht in die Handlung und staunt nicht schlecht über die vielen kleinen historischen Anspielungen. Zwar nimmt man es mit der Anordnung und Ausarbeitung der Ereignisse nicht ganz so genau, aber es ist schon zu merken, dass einiges recherchiert wurde, um die Stadt München im Jahr 1923, die Thule-Gesellschaft und den Putschversuch glaubwürdig dar zu stellen. Man erkennt auch einige der Filme von Fritz Lang wieder und es wurden Bilder aus der Stummfilmfassung der Nibelungen fast 1:1 umgesetzt.
Letztendlich führt der Film die Fäden zusammen, die in der Serie noch offen gelassen wurden, erlaubt aber unter Umständen sogar noch eine Fortsetzung. Auch die düstere ja fast mystische Atmosphäre bleibt vollständig erhalten, so dass es zu keinem Bruch kommt. Man merkt auch hier, dass die Geschichte sorgfältig konstruiert ist, denn auch hier fügen sich scheinbar zusammenhanglose Ereignisse zum Ende hin zusammen.
Qualitativ liegen die Animationen übrigens über denen der Serie, bleiben aber bewusst im Stil der Serie und verfremden die Figuren nicht, wie bei Kinofilmen schon ab und zu einmal geschieht.
An Extras wurde diesmal nicht gespart, neben einem Making of und einer Gesprächsrunde finden sich auf der Bonus-CD noch einige Produktions-Skizzen, Kino und TV-Trailer. Nur auf ein Booklet wurde verzichtet.

“Fullmetal Alchemist - Der Film” ist für alle Fans der Kino-Serie ein absolutes Muss, da er allein erst die Fernsehausstrahlung würdig abschließt. Jemand, der keine oder nur wenige Folgen kennt, wird es etwas schwerer haben, um die Zusammenhänge zu verstehen, kann sich aber auch davon überzeugen, dass es gar nicht so schwer ist, abenteuerliche Fantasy-Unterhaltung im Steampunk-Ambiente intelligent, mit überraschenden Wendungen und klug zusammenfügenden Handlungsfäden zu erzählen.

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Infos

 

Sprache:

Deutsch

Serie:

Fullmetal Alchemist

Autor:

Mizushima, Seiji

Verlag:

SPVSPVSPV

Erschienen:

Apr. 2008

Kritiker:

Arielen

Typ:

DVD

 

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