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Van Veeteren 1 (Folge 1+2)

Nesser, Hakan; Leijonborg, Erik

Rezension von Tanja Elskamp
Aus der Reihe "Van Veeteren"

Håkan Nesser ist vor allem wegen einer Kriminalbuchreihe bekannt: die über Kommissar Van Veeteren. Genau an deren Verfilmung hat man sich mittlerweile gewagt, und die ersten beiden Verfilmungen sind die der Bücher „Das vierte Opfer“ („Borkmanns punkt“) und „Münsters Fall“ („münsters fall“) – wahlweise einzeln oder im Doppelpack als „Van Veeteren 1“-Set von Galileo Medien.

Zum jetzigen Zeitpunkt (Oktober 2007) sind übrigens schon sechs Filme beziehungsweise drei Sets käuflich zu erwerben, so dass es sich an dieser Stelle anbietet, auch etwas zur Auswahl zu schreiben. „Das vierte Opfer“ ist keineswegs eine Verfilmung des ersten Buches aus der Reihe, sondern des zweiten, und „Münsters Fall“ ist interessanterweise im Rahmen der Buchreihe erst das sechste. Was mit den Büchern dazwischen ist, bleibt zunächst einmal offen, sicher ist jedoch, dass das zweite DVD-Set Buch acht und neun, das dritte Set zehn und elf (den letzten Band) enthält. Anzunehmen ist also, dass die Verfilmungen bereits abgeschlossen sind und keine weiteren folgen werden.

Nun ist es nicht unbedingt schlimm, erst mit dem zweiten beziehungsweise sechsten Buch einzusteigen. Die Bücher können grundsätzlich getrennt voneinander gelesen werden, die Filme entsprechend unabhängig angesehen werden. Dennoch wird der Zuschauer vor allem bei „Das vierte Opfer“ mit einer bereits bestehenden Konstellation aus Ermittlern konfrontiert, und eine Zeit lang wartet man auf nähere Erläuterungen zu den Personen, bis man einsieht, dass es auch ohne gehen muss.
Auch das ist allerdings insofern nicht weiter tragisch, dass lediglich Hinweise zur Vergangenheit fehlen, gegenwärtige Problematiken und derlei werden jedoch ausreichend und nachvollziehbar dargestellt.

Das vierte Opfer
An seinem letzten Arbeitstag vor der Rente wird Van Veeteren noch am Rande mit einer Mordserie konfrontiert. Er bringt sich am Rande ein, weil er doch nicht so ganz von seinem Beruf lassen kann, doch zugleich bereitet er sich auf einen Urlaub mit seinem Sohn vor, den Van Veeteren zum Hafturlaub abholt. Der Urlaub gestaltet sich dann jedoch ganz anders als gedacht: Der Sohn hat eigene Pläne und konfrontiert den Vater mit einer Kritik, die dieser nicht wirklich nachzuvollziehen weiß. Parallel dazu bindet man ihn am Urlaubsort dann jedoch quasi ehrenamtlich in die Ermittlungen ein – denn hierher führen die Spuren der Mordserie, die Van Veeteren am letzten Arbeitstag noch am Rande mitbekam …

Die 86-minütige Verfilmung zu beurteilen, fällt hier – wie übrigens auch bei „Münsters Fall“ – nicht allzu leicht. Es handelt sich um einen soliden, aber beschaulichen Krimi in einem Stil, wie man ihn auch im Vorabendfernsehprogramm sehen kann. Sicherlich lassen sich Parallelen zu anderen Serien ziehen, aber insgesamt ist der Film sehr klischeebehaftet und die Figuren bleiben recht blass, zumal wie schon eingangs erwähnt eine Einführung der einzelnen Personen ausbleibt. „Das vierte Opfer“ hat alles, und doch auch von allem ein bisschen zuwenig. So vermag der Zuschauer kaum Sympathien für den Charakter Van Veeterens zu entwickeln, selbst der Vater-Sohn-Konflikt bringt einem die Figur nicht wirklich näher. Der Konflikt ist eher oberflächlich abgehandelt und insgesamt plätschert der gesamte Film leise vor sich hin. Da hat der Krimifreund durchaus schon Besseres gesehen – allerdings auch gelesen, denn der Fairness halber sollte erwähnt werden, dass sich der Film durchaus an seine Vorlage hält. Auch diese weist bereits Schwächen in der Figurenausarbeitung und der Raffinesse auf.

Münsters Fall
Ein bekannter Weinhändler wird brutal ermordet, doch die Polizei steht vor einem Rätsel. Leverkuhn, so der Name des Opfers, war beliebt, ein Motiv scheint gänzlich zu fehlen. Der Fall wird Münster anvertraut, doch der macht sich schnell unbeliebt. Offenbar steht die Familie Leverkuhn – Witwe, Tochter und Sohn – unter dem Schutz des Polizeipräsidenten, und so sind nicht nur Münsters Ermittlungen erschwert, sondern er wird sogar mehrfach verwarnt und schließlich suspendiert, als er der Familie mit unangenehmen Fragen zu nahe tritt. Doch Münster lässt nicht locker und ist entschlossen, das Geheimnis der Familie Leverkuhn zu ergründen – und das, obwohl seine Frau sich längst über Münsters Engagementsintensität beschwert und der berentete Van Veeteren offenbar auch nur wenig Interesse daran zu haben scheint, Münsters Ermittlungen als eine Art Mentor im Hintergrund zu unterstützen.

Wer die Buchreihe nicht kennt, wird wohl ziemlich überrascht sein, gleich im „zweiten Film“ eine andere Hauptfigur anzutreffen: Münster. Hat der Zuschauer ihn in „Das vierte Opfer“ nur am Rande erlebt, wird er nun plötzlich zum Zentrum des Geschehens und Van Veeteren ist nur noch im Hintergrund zu sehen.
Im Prinzip ist ein solcher Wechsel der Perspektive etwas Positives, bringt frischen Wind in eine Serie und erlaubt neue Elemente. Wer jedoch die Filme sieht, ohne die Bücher zu kennen, ist damit rasch überfordert. Quasi „eben“ noch war man vollauf damit beschäftigt, die verschiedenen Ermittler kennen zu lernen und sie in irgendeiner Form für sich einzuordnen, da wechselt schon der Hauptermittler. Sicherlich ist dieser Wechsel absehbar, wenn man bedenkt, dass Van Veeteren in „Das vierte Opfer“ gerade im Begriff ist, in die Rente zu gehen, trotzdem wird der Zuschauer unnötig verwirrt durch einen so frühen Wechsel. Verraten sei an dieser Stelle zudem, dass Münster keineswegs Van Veeterens Platz einnimmt, sondern es sich um eine temporäre Zentrumsfigur handelt – ein Grund mehr, den Perspektivenwechsel als unnötig anstrengend für den Zuschauer zu empfinden.
Leider kann ein direkter Vergleich zum Buch wegen Unkenntnis desselben an dieser Stelle nicht erfolgen, laut „Hörensagen“ differieren Buch- und Filmhandlung allerdings stark. Leser der Reihe sollten sich diesbezüglich eventuell schlau machen, um etwaige Enttäuschungen zu vermeiden.

Fazit:
Die Van Veeteren-Reihe bietet Krimifreunden beschauliche Unterhaltung aus dem Krimigenre in guter TV-Produktionsqualität. Die ab zwölf Jahren frei gegebenen Filme sind wenig spannend, dafür ein wenig verwirrend, da man „mittendrin“ zu schauen beginnt und gleich der zweite Film einen scharfen Perspektivenwandel vornimmt. Soweit beurteilbar, halten sich die Verfilmungen teilweise recht eng an die Buchvorlage, was Leser freuen dürfte. Insgesamt jedoch lassen die beiden Filme es einfach an Spannung und auch Rätselspaß inmitten eines „Whodunnit“ vermissen.

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Wertung

 

Gesamt:

(Mittel)

Anspruch:

(Leichte Kost)

Spannung:

(Langatmig)

Brutalität:

(Jugendfrei)

Ton:

(Gut)

Bild:

(Mittel)

 

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Infos

 

Sprache:

Deutsch

Zeit:

Gegenwart

Serie:

Van Veeteren

Autor:

Nesser, Håkan

Verlag:

Galileo Medien

Erschienen:

Jul. 2007

Kritiker:

Tanja Elskamp

Typ:

DVD

 

Håkan Nesser

 

Hakan Nesser wurde 1950 geboren und hat 2 Kinder. Der Schwede ist Oberstufenlehrer für Schwedisch, Englisch und Geschichte. Er schrieb zunächst Schulsketche [mehr]

 

Van Veeteren

 

Hauptkommissar Van Veeteren beleuchtet einen Fall von allen Seiten, denn er geht davon aus, daß man irgendwann genügend Fakten erhalten hat, um den Fall zu lösen. Mehr Informationen verwirren dann nur noch und lenken ab. Seine Intuition ist nach etlichen Jahren im Dienste der Polizei so entwickelt, daß er in 19 von 20 Fällen sagen kann, ob der Verdächtige der Täter ist. [mehr]

 

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