 | Roman: Neuntöter X-Zine: Wo sind Sie aufgewachsen? Daniela Wegert: Ich wurde am 18.07.1971 in Rostock geboren. Bis 1977 lebte ich Großteils bei meiner Großmutter, bis ich dann 1978 zur Schule kam. Ich wohnte bis zu meinem 10. Lebensjahr auf dem Lande. Meine Mutter - eine gelernte Geflügelzüchterin - arbeitete als Verkäuferin in einem Großhandel für Textilien. Mein Vater war Schlosser, bis er sich 1982 das Leben nahm. Wir lebten in einem alten Gutshaus außerhalb des Dorfes. Ich habe das Haus in Neuntöter beschrieben, weil ich denke, dass mich das Leben dort sehr geprägt hat - mehr, als das Stadtleben danach. Anfang der 80-er Jahre zogen wir dann in die Stadt – ins Neubaugebiet. X-Zine: Haben Heimat oder ein besonderes Erlebnis in der Jugend Ihr Schreiben beeinflußt? Daniela Wegert: Die Kindheit und Jugend im Allgemeinen hat mich beeinflusst, mit all ihren Erlebnissen und Erfahrungen. Durch sie wurde ich geprägt und sie hat mein heutiges Denken und Handeln bestimmt, was sich sicherlich auch in meinen Texten widerspiegelt. X-Zine: Wann und warum haben Sie begonnen zu schreiben? Daniela Wegert: Etwa mit 13 oder 14 Jahren. Warum? Weil ich was zu sagen. Auch hatte ich als Kind schon immer sehr viel Phantasie, die ich nun irgendwie umsetzte und verarbeitete, und ich fand es einfach reizvoll und faszinierend, wie aus Phantasie und eigenen Erlebnissen und Gefühlen etwas Literarisches entstand. Ich habe irgendwann begriffen, dass es mir gut tut, Dinge aufzuschreiben und sie später wieder lesen zu können. Ich schrieb Tagebücher und begann dann irgendwann mit Gedichten. Meine Mutter las mir, als ich Kind war, immer Wilhelm Busch vor. Ich liebe Wilhelm Busch noch heute und lese immer wieder gerne seine Alben. Wie er das spießige Kleinbürgertum auf die Schippe nahm... das begeistert mich noch heute. Ich fand Gefallen an der Reimerei. Später schrieb ich dann Geschichten über Liebe und über Pferde, über Abschied und Wiedersehen. Alles fein in harmoniesüchtiger Art und gutem Ausgang. Immer in dieser "Happy End Laune". Vielleicht habe ich damals schon unterbewusst geahnt, dass mir dieses seichte Gelaber nicht liegt. Eigentlich sollten das dicke Romane werden, wie man sich als Kind das alles eben erträumt. Es blieb aber bei zwanzig, dreißig Seiten. Ich ärgere mich heute, nichts aufgehoben zu haben. Ich habe von meine ersten Schreibversuchen keinerlei Erinnerungsstücke bis auf ein Gedicht, das ich mit etwas 14 Jahren schrieb.
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