 | Trommeln im Elfenbeinturm Schmidt, Klaus JürgenRezension von Ingola Der Autor entwickelt die Handlung über 2 Freundinnen. Die eine ist eine deutsche Fotografin, deren Entwicklung wesentlich durch frühere Aktivitäten im KBW bestimmt wurde. Die andere ist ebenfalls Fotografin, aber aus einem traditionellen Umfeld in Simbabwe. Die beiden haben sich während ihrer Ausbildung in Essen kennen gelernt und trotz ihrer Verschiedenheit hat sich eine dauerhafte Beziehung entwickelt. Jede arbeitet in ihrem eigenen Land und bei einem Besuch der deutschen Gertrud bei ihrer Freundin Lainet in Simbabwe geraten die beiden in einen Konflikt zwischen Regierungstruppen und Wilderern. Diese zwar gefährliche, aber übersichtliche Situation erweist sich im nächsten Schritt als überaus kompliziert und verschachtelt. Die Regierungstruppen sind durchsetzt von unterschiedlichen Interessen, von Korruption und gewissenlosem Machtstreben. Die Verwicklungen gehen weit über Simbabwe hinaus und von diesen intriganten Kräften werden die Wilderer und der damit verbundene weltweite Handel Elfenbein vorgeschoben, um von anderen ebenfalls weltweiten Machenschaften abzulenken. Die Handlungsstränge reichen über die Bundesrepublik, Simbabwe und die umliegenden Staaten in den Nahen Osten und über die Vereinigten Arabischen Emirate nach China. Die stellenweise sehr fesselnde Handlung wird von für sich genommen interessanten historischen, politischen und auch philosophischen Passagen unterbrochen. Diese globalen und übergeordneten Reflektionen und Gespräche werden durch die handelnden Personen, durch ihre Beziehungen, durch den Erfolg oder Misserfolg ihrer Bemühungen lebendig gemacht und legen dem Leser moralische Stellungnahme und Bewertung nahe. Ein sehr engagiertes Buch, der Autor hat ganz klar eine Message. Man würde sich wünschen, er wäre mit allem etwas sparsamer umgegangen, um dieser Message dadurch mehr Kraft zu geben. Nicht ganz so viele Wanderungen in die Geschichte, Kultur und politischen Verhältnisse vieler verschiedener Völker auf dem engen Raum eines einzigen Romans – etwas mehr Konzentration täten dieser Botschaft gut. Meine ursprüngliche Faszination ist jedenfalls im Laufe des Lesens immer weiter abgeflacht, die Lektüre wurde mühselig und die Motivation weiter zu lesen ist irgendwann einmal einfach eingeschlafen. Dass es für den Gang der Handlung notwendig war, Genitalverstümmelungen an einem Ort anzusiedeln, an dem sie zu der Zeit nicht vorkamen, gehört mit zu dieser Tendenz von Überfrachtung, die den Leser eher ermüdet als mitzieht. Es wäre wünschenswert, dass der Autor aus seinem wertvollen Hintergrundwissen heraus nicht nur Eines, sonder viele Bücher schreibt und dabei Jedes für sich um ein spezielles Anliegen konzentriert.
Eure Meinungen:
| Hallo, ich bin der Autor! Insgesamt eine faire Rezension, aber eine Richtigstellung: Zitat: "... Dass es für den Gang der Handlung notwendig war, Genitalverstümmelungen an einem Ort anzusiedeln, an dem sie zu der Zeit nicht vorkamen ..." Wenn man die Fussnote auf der entsprechenden Seite richtig liest, erfährt man, dass diese Art der Verstümmelung bei den Tonga im Sambesi-Tal zur Zeit von Lainets Kindheit (!) durchaus bekannt war. Als Lainet und Gertrud sich 1980 kennenlernten, waren beide 25 - ihre Beschneidung fand also um 1960 statt! Ich verweise - wie schon in meinem Nachwort - erneut darauf, dass in meinem Thriller Simbabwe für eine literarisch-fiktive afrikanische Realität steht... [Klaus Jürgen Schmidt] |
| Hallo, ich bin der Autor! Insgesamt eine faire Rezension, aber eine Richtigstellung: Zitat: "... Dass es für den Gang der Handlung notwendig war, Genitalverstümmelungen an einem Ort anzusiedeln, an dem sie zu der Zeit nicht vorkamen ..." Wenn man die Fussnote auf der entsprechenden Seite richtig liest, erfährt man, dass diese Art der Verstümmelung bei den Tonga im Sambesi-Tal zur Zeit von Lainets Kindheit (!) durchaus bekannt war. Als Lainet und Gertrud sich 1980 kennenlernten, waren beide 25 - ihre Beschneidung fand also um 1960 statt! Ich verweise - wie schon in meinem Nachwort - erneut darauf, dass in meinem Thriller Simbabwe für eine literarisch-fiktive afrikanische Realität steht... [Klaus Jürgen Schmidt] |
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