Online Rezensionen->alle->Leichensache  

Zurück zur Startseite des X-Zines Diskutiert mit uns Unterstützt uns durch Bestellungen Fantasy-Bücher und -Geschichten Science-Fiction-Bücher und -Geschichten Horror-Bücher und -Geschichten Rollenspiele Trading Card Games PC- und Konsolenspiele Musik Comix

Bedienungsanleitung

Zurück zur Startseite des X-Zines

Erweiterte Suche

Leichensache

Horst, Norbert

Rezension von Reigam
Aus der Reihe "Kriminalhauptkommissar Konstantin Kirchenberg"

Der Kriminalroman „Leichensache“ ist das Erstlingswerk von Norbert Horst, im Hauptberuf ist Herr Horst Kriminalhauptkommissar und gibt Seminare im Polizeifortbildungsinstitut des Landes Nordrhein-Westfalen. Als Mitglied eines MK-Pools ist er ein Insider und geradezu prädestiniert seinen Roman Helden Kriminalhauptkommissar Konstantin Kirchenberg, ebenfalls mit dem Ressort Mordkriminalität zu besetzten. KHK Konstantin Kirchenberg von der Mordkommission Dortmund hat Pech, in seiner Bereitschaftswoche wird nachts um kurz nach eins die Leiche der siebenundzwanzig jährigen Studentin Kerstin Baum aufgefunden. Ihre Mitbewohnerin Frau Gudrun Wierwich hat den männlichen Täter gesehen und kann eine recht brauchbare Personenbeschreibung abgeben. Ab jetzt läuft die Fahndung auf Hochtouren, als Leser ist man minuziös beinahe „live“ mit KHK Konstantin Kirchenberg unterwegs und erlebt als stiller Beobachter welche Wirrungen und Wendungen der Fall nimmt.

Den Roman „Leichensache“ kann ich spontan mit dem Wort „ungewöhnlich“ beschreiben, in erster Linie ist damit der Schreibstil von Herrn Norbert Horst gemeint. Ein kleiner Auszug aus dem Roman, willkürlich ausgewählt. (Seite 44, unten):

Frau Krieger im Vorzimmer gießt Blumen. Messingkanne. Sie lächelt. „Hallo Konni, er erwartet dich schon.“ Anklopfen. „Ah, Herr Kirchenberg…“
22 Uhr 20
Glowatzki und die Junge verabschieden sich. „Wenn nichts mehr ist, bis morgen.“ „Bis morgen.“ Atze stochert mit der Plastikgabel in seinem Rest Gyros, stellt den Styroporteller auf den Schreibtisch. Ulla meckert, Fettflecken auf den Akten. Atze biete eine an, beide rauchen. Das Bier treibt. Der Flur ist dunkel und still. Hat schon etwas Unheimliches, so eine leere Behörde. Die Augen brennen. Auf der Toilette ist das Licht kaputt, trotzdem ist es hell genug. Der Himmel setzt sich dunkelblau vom schwarzen Horizont ab, einige Sterne sind zu sehen.

Ich hoffe der kurze Ausschnitt macht deutlich wie Norbert Horst sein Buch angelegt hat, man ist „im Kopf“ von Konstantin Kirchenberg, sieht die Welt mit seinen Augen, liest seine Gedanken und erfährt dabei ein kleines Stückchen Polizeiarbeit. Aber nicht nur der Kommissar Kirchenberg wird erlebt, auch dem Mensch Kirchenberg wird über die Schulter und in sein Leben geschaut. Dessen Bandbreite erschöpft sich allerdings recht schnell, fast jedes weibliche Wesen wird (gedanklich) zur möglichen Bettgefährtin, eine tatsächlich begonnene Beziehung wird leider vom Autor sehr früh aufgegeben und nicht weiter verfolgt. Hier wäre etwas mehr Abwechselung schön gewesen, für einen Krimi aber nicht unbedingt lebenswichtig. So halten sich die Einsichten der Person Konstantin Kirchenberg und die eigentliche Kriminalgeschichte, schließlich gilt es ja einen Mord aufzuklären, die Waage eine recht gelungene Mischung. Für das bereits angekündigte 2.Buch möchte ich den Autor aber unbedingt um ein Glossar mit den wichtigsten Insider Begriffserklärungen bitten.

Oder wisst Ihr was hier gemeint ist? Der ED hat draußen schon angefangen, als der Lima-KW kam, war aber schon ziemlich nass.

Es ist mit Sicherheit authentisch und im Prinzip sehr interessant wenn ein Buch sich des passenden Sprachgebrauchs bedient, nur sollte dem Leser wenigstens die Chance gegeben werden, das gesamte Buch zu verstehen, hierzu würden 1 – 2 Seiten „fachchinesisch“ schon ausreichen.

Fazit:
Meinem spontanen Eindruck (ungewöhnlich), möchte ich ein „interessant“ und „sehr gut lesbar“ hinzufügen, wenn man als Leser bereit ist sich auf dieses Buch einzulassen. Wer eine beschreibende Geschichte bevorzugt, mit einer gewissen Distanziertheit des Betrachters zur Hauptperson, wird wahrscheinlich weniger Gefallen an diesem Buch finden. Mir persönlich hat der Roman von Norbert Horst, nach kurzen anfänglichen Schwierigkeiten, sehr gut gefallen und ich freue mich auf die versprochene Fortsetzung.

Der Roman „Leichensache“ ist als Taschenbuch im Goldmann-Verlag erschienen, 283 Seiten stark und kostet 7,90€.

Datenbank:0.0016 Webservice:0.1133 Querverweise:0.0051 Infos:0.0007 Verlag,Serie:0.0004 Cover:0.0001 Meinungen:0.0010 Rezi:0.0003 Kompett:0.1226

 

Wertung

 

Gesamt:

(Gut)

Anspruch:

(Entspannend)

Spannung:

(Langatmig)

Brutalität:

(Vertretbar)

 

Links

 

Shopping:
kauf mich amazon
kauf mich 2nd Hand bei abebooks

Infos Norbert Horst:
Biographie von Norbert Horst
Todesmuster

Infos Goldmann:
über den Hersteller
Produkte im X-Zine

Navigation:
Zurück
Druckerversion

Weblinks:
Goldmann, München

 

Infos

 

Sprache:

Deutsch

Ort:

Deutschland

Zeit:

Gegenwart

Serie:

Kriminalhauptkommissar Konstantin Kirchenberg

Autor:

Horst, Norbert

Verlag:

Goldmann, München

Erschienen:

Mai. 2003

Kritiker:

Reigam

ISBN:

3-442-45230-9

ISBN(13):

978-3-4424-523-9

EAN:

9783442452309

Typ:

Taschenbuch

 

Norbert Horst

 

Norbert Horst ist im Hauptberuf Kriminalhauptkommissar bei der Polizei des Landes Nordrhein-Westfalen. Als Mitglied eines MK-Pools hat er in zahlreichen Mordkommissionen ermittelt. Heute arbeitet er als Verhaltenstrainer beim Polizeifortbildungsinstitut, wo er Seminare mit den Inhalten Stressbewältigung, Konfliktmanagement und Kommunikation leitet. Der Autor ist verheiratet und hat zwei Kinder [mehr]

 

Werbung

  booklooker.de - Der Flohmarkt für Bücher

 
Buch24.de - Bücher versandkostenfrei
 
Libri.de - Und Bücher kommen immer gut an