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Ich musste sie kaputtmachen

Harbort, Stephan

Rezension von Monika

"Sein Name steht für das wohl düsterste Kapitel der deutschen Kriminalgeschichte seit Ende des zweiten Weltkrieges. Über mehr als zwei Jahrzehnte hat ein als "netter Nachbar" geltender Serienkiller zahlreiche Menschen ermordert, bis er den Fahndern 1976 ins Netz ging" (Klappentext).
Wer in den USA oder in Großbritanien einmal eine etwas größere Buchhandlung besucht hat wird wissen, daß es in der Krimiabteilung meistens ein eigenes Regal für die sogenannten True-Crime-Bücher gibt. Fast jedes Verbrechen, welches Aufsehen erregt hat, vor allem Mord und besonders die Taten der Serienkiller, werden in Büchern ausführlich dargestellt.
Auf dem deutschen Buchmarkt erscheinen vor allem Übersetzungen aus dem Englischen. Bücher über in Deutschland begangene Verbrechen und deren Aufklärung sind eher selten. Der Autor Stephan Harbort, der auch als Berater für TV-Dokumentationen tätig ist und aus Sendungen wie z.B. "Medical Detectives" bekannt sein dürfte, befasst sich in diesem Buch mit dem Leben und den Taten eines sogenannten "Jahrhundert-Triebtäters". Einer der grausamsten und erbarmungslosesten Serienmörder, der über zwei Jahrzehnte lang Kinder, Frauen und Männer im Alter von fünf bis über 60 Jahren ermorderte, entpuppte sich nach seiner Festnahme als der unscheinbare Toilettenwärter Joachim Kroll.
Weil die Opfer aus so unterschiedlichen Altersgruppen stammten und die Taten im ganzen Ruhrgebiet, meistens weit entfernt vom Wohnsitz des Mörders begangen wurden, war die Polizei nicht in der Lage, eine Verbindung zwischen den Morden herzustellen. Von einer Fahndung, die mit der Festnahme des Mörders endete, kann daher eigentlich nicht die Rede sein.
Erst als Kroll die Unvorsichtigkeit beging, ein kleines Mädchen aus der unmittelbaren Nachbarschaft in seiner eigenen Wohnung zu töten, kam es eher zufällig zur Verhaftung. In der Untersuchungshaft gestand er eine Vielzahl von weiteren Morden, die zum Teil seit Jahrzehnten als ungeklärte Fälle zu den Akten gelegt waren. In einigen Fällen waren sogar Unschuldige für die von Kroll begangenen Morde verurteilt worden.
Das Buch ist nichts für Leser mit schwachen Nerven, denn der Autor erspart dem Leser nichts. Aber gerade hierdurch gelingt es ihm hervorragend, die Gedankenwelt dieses zwar nicht dummen, aber äußerst primitiven Mannes darzustellen, der sich kaum artikulieren konnte und bei Frauen nur auf Ablehnung stieß. Mit den derzeit in Krimis und Filmen so beliebten Serienkillern, die die Fahnder mit immer neuen Tricks in Atem halten und die Medien geschickt zur Selbstinszenierung einsetzen, hat dies rein garnichts zu tun, ist aber bestimmt näher an der Realität. Kroll interessierte sich überhaupt nicht dafür, was über seine Taten in der Zeitung stand und es ist ihm daher sogar entgangen, daß eines der Opfer überlebte. Joachim Kroll wurde zu lebenslanger Haft verurteilt und starb 1991 an einem Herzinfarkt.
Das Buch ist absolut zu empfehlen, aber vielleicht nicht gerade für True-Crime-Anfänger. Die sehr realistische Darstellung der Taten und vor allem das Kapitel über den letzten Mord an der kleinen Tanja, bei dem es auch zu Kannibalismus kam, nehmen doch sehr mit. Auch ich als hartgesottene True-Crime-Leserin mußte das Buch des öfteren erst mal aus der Hand legen.
Der Autor hat eine eigene interessante Homepage, auf der man das erste Kapitel des Buches lesen kann (www.stephan-harbort.de).

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Wertung

 

Gesamt:

(Extrem gut)

Anspruch:

(keine Angabe)

Spannung:

(Spannend)

Brutalität:

(Bluttriefend)

 

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Biographie von Stephan Harbort
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Infos

 

Sprache:

Deutsch

Ort:

Deutschland

Zeit:

Ende 2. Weltkrieg bis Siebziger

Autor:

Harbort, Stephan

Verlag:

Droste Verlag

Erschienen:

Jan. 2004

Kritiker:

Monika

ISBN:

3-770-01174-0

ISBN(13):

978-3-7700-117-2

EAN:

9783770011742

Typ:

Hardcover

 

Stephan Harbort

 

Stephan Harbort, 1964 in Düsseldorf geboren, ist Kriminalhauptkommissar und stellv. Leiter eines Kriminalhauptkommissariats im Polizeipräsidium Düsseldorf [mehr]

 

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