 | Castello Christo Rezension von VictoriaMailand 1988: der einstige Professore Edoardo Calgietti beobachtet, stark alkoholisiert, auf dem Weg zu seiner Schlafstätte, wie ein Junge von Männern in Priesterkleidung in einen Wagen gezerrt wird. Er denkt sich, dass ihm in seinem Zustand niemand glauben würde, und schweigt deshalb… Orts- und Zeitwechsel: Im Oktober 2005 kommt es in der italienischen Hauptstadt zu einer Serie von Morden an jungen Männern. Die Leichen waren mit stümperhaften Tätowierungen im Nacken versehen und sie waren mit einer merkwürdigen Substanz präpariert. Die Opfer waren im Kindesalter spurlos verschwunden. Beachtenswert hierbei ist, dass die Leichen dem Kreuzweg Christi nachgestellt sind. Kommissar Daniele Varotto leitet die „Sonderkommission Judas“. Zur Unterstützung für seine Ermittlungen wird Matthias, ein Deutscher, der in einem sizilianischen Kloster lebt, jedoch kein Mönch ist, beauftragt. Matthias weigert sich aufgrund eines frühkindlichen Traumas, seine Muttersprache zu sprechen. Außerdem hilft ihm Alicia, die beste Freundin seiner auf tragische Weise verstorbenen Ehefrau, die als Journalistin arbeitet. Seit dem Tod seiner Frau litt er unter starken Albräumen und gilt als psychisch labil. Das gesamte Geschehen (außer das vierseitige einleitende Kapitel) ereignet sich innerhalb von vier Tagen. Kommissar Varotto sowie seine Mitarbeiter stehen unter enormen Druck, weitere Morde zu verhindern. Es beginnt ein Wettlauf gegen die Zeit. Es ist ganz offensichtlich, dass von Seiten des Vatikans die Ermittlungen behindert werden. Doch wem im Vatikan sollte man misstrauen? Aufgrund eines Zeitungsartikels mit der Überschrift „Psychisch kranker Polizist soll die Kreuzwegmorde aufklären“ wird der Chefermittler suspendiert. Zwar ist dies ein harter Schlag für Daniele Varotto, doch mithilfe seines speziellen Ermittlerteams, eben Matthias und die Journalistin Alicia gelingt es ihm, den Fall aufzuklären. Ein erstklassiger Thriller mit viel Hintergrundwissen. Der Leser darf sich auf präzise recherchierte Geschichte der katholischen Kirche mit viel Spannung freuen. Besonders hervorzuheben ist, dass es dem Autor gelungen ist, eine begründete Kritik an festgefahrene, überholte Strukturen der Katholischen Kirche auf eine überzeugende Art zu veranschaulichen.
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