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Der grüne Leguan

Lucarelli, Carlo

Rezension von Victoria

Die junge aus dem Süden stammende Polizistin Grazia Bovara muß in der Universitätsstadt Bologna einen Serienmörder, der (bis auf eine Ausnahme) sechs Studenten auf dieselbe Art und Weise getötet hat. Der Serienmörder wird "der grüne Leguan" genannt, da er immer in die Haut seines Opfers schlüpft. Sämtliche ermordete Studenten hatten im Internet gechattet. So auch die Studentin Rita, die "immer am Computer (hing) und (...) eine verwandte Seele im Internet (suchte)", so eine ihrer Mitbewohnerinnen aus der WG der Studentin. Im katholischen Italien sind auch heute noch geschlechtlich homogene Wohngemeinschaften üblich.
Zwecks Unterstützung ihrer Aufgabe bittet Grazia den von Geburt an blinden Simone Martini, der mit seinen elektrischen Geräten auf die Jagd nach Tönen und Stimmen der Stadt geht, um seine Mithilfe. Simone lebt bei seiner Mutter (was auch für nicht-blinde in Italien quasi der Normalfall ist, daß junge Männer lange bei den Eltern leben). Simone hat keine Freunde, und das, seit seiner Kindheit. Damals wurde er von seinem Vater in den Hof geschickt, um mit den Nachbarnkindern zu spielen. Doch als er gekränkt wurde, indem sich die Kinder darüber lustig machten, daß er in die Stimme von Edith Piaf ("La vie en rose") verliebt war, ging er nicht mehr zu den Kids. In diesem Sommer starb auch sein Vater. Simone urteilt nicht nach Äußerem, da er dazu nicht fähig ist. Dafür sind sein Geruchssinn und auch sein Gehör besonders gut ausgebildet. Daß Simone sich nicht von Äußerem ablenken läßt, kommt auch der jungen Polizistin zugute. So gefällt ihr die Zusammenarbeit mit Simone, "Weil sie mit jemandem zusammensein konnte, ohne daß dieser sie anstarrte, ironisch oder väterlich, aber immer mit einer Forderung im Blick, "zieh dich doch mal wie eine Frau an, ..." Bei Simone war es anders. Er beobachtet nicht, er starrte nicht, er forderte nichts. Er hörte zu und Schluß."

Dieser Krimi handelt nicht nur von Einsamkeit und Liebe, wie es auf dem Klappentext zu lesen ist, sondern auch von Ausgrenzung Andersartiger durch Unsensibilität der Masse und von Gefühlen im Allgemeinen.
Eine Unart von Übersetzern ist es leider, daß der Titel nicht wortwörtlich übernommen wird. So auch bei diesem Krimi. Im Original lautet der Titet "Almost Blues". Zwar ist auch der Titel "Der grüne Leguan" nicht schlecht gewählt, doch meines Erachtens trifft der Originaltitel besser auf den Inhalt des Buches. Sehr lesenswert. Insbesondere im Zeitalter des Internet.


Eure Meinungen:


Eines meiner Lieblingsbücher
[Pirki]

Spannend, aber gewöhnungsbedürftig
[TYR]

nkYNEk dcmowwuu cqwhndtb buiwmjbx
[MNENeQtIZdFhzAt]

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Datenbank:0.0010 Webservice:0.1112 Querverweise:0.1742 Infos:0.0014 Verlag,Serie:0.0351 Cover:0.0006 Meinungen:0.0071 Rezi:0.0002 Kompett:0.3312

 

Wertung

 

Gesamt:

(Gut)

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(Spannend)

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(Vertretbar)

 

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Infos

 

Sprache:

Deutsch

Ort:

Italien (Bologna)

Zeit:

90er

Autor:

Lucarelli, Carlo

Verlag:

DuMont, Köln

Erschienen:

Jan. 1999

Kritiker:

Victoria

ISBN:

3-770-14471-6

ISBN(13):

978-3-7701-447-6

EAN:

9783770144716

Typ:

Hardcover

 

Carlo Lucarelli

 

Carlo Lucarelli wurde 1960 in Parma/Norditalien geboren, er lebt in Mordano bei Bologna (Norditalien). Lucarelli ist Mitbegründer des literarischen Zirkels "Gruppo 13". Er schreibt für diverse Printmedien und unterrichtet an der Holden-Schule für "ceative writing" in Turin [mehr]

 

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