 | Perloo - König der Montmer AVIRezension von Schwertfang Nichts Böses ahnt und wünscht sich der schüchterne Riesenhase Perloo, als er in seinem Bau sitzt und eines seiner zahlreichen Bücher liest. Der Bücherwurm von Hase bekommt Besuch von Lucabara, der ersten Gehilfin der altersschwachen Granterin Jolaine, Herrscher aller Riesenhasen von Montmer. Sie bittet Perloo zu sich. Widerwillig folgt er dieser Bitte. Am Hof muss er sich bereits von Jolaines Sohn, dem tyrannischen Berwig, welcher gerne Nachfolger seiner Mutter werden möchte, zurechtweisen lassen. Berwig wünscht nicht, dass er mit Jolaine spricht, also befördert er ihn eigenhändig in den Kerker. Doch Lucabara befreit ihn und über Geheimgänge kommen sie doch zu Jolaine, die weiß, dass sie bald am Alter stirbt. Sie teilt Perloo, mit dem sie viele Stunden intelligenter Konversation geteilt hat, mit, dass er der neue Granter wird, so lautet ihr Wunsch – schließlich wüsste sie keinen klügeren Montmer als ihn. Ihr Sohn Berwig disqualifiziert sich ja. Sie schreibt eine Proklamation, in der sie Perloo zum neuen Granter ernennt. Doch da taucht Berwig auf und vertreibt Lucabara und Perloo. Die Proklamation wird zerrissen, Lucabara behält eine Hälfte, Berwig die andere. Er ist sowohl über das Entkommen der beiden außer sich als auch über die Beichte seiner Mutter kurz vor ihrem Tod, dass er nicht der neue Granter werden würde. Kurzerhand ruft er sich, Lügen erzählend, selbst zum Granter aus. Dank des Kochs Fergink gelingt Lucabara und Perloo die Flucht aus dem Hof der Montmer. Allerdings erzählt Berwig herum, dass Perloo, eigentlich legitimer Nachfolger, seine Mutter ermordet hat. Doch der unfähige Granter von eigenen Gnaden hat andere Pläne – ein Krieg gegen die verfeindeten Felbarts soll seine Macht festigen. Angespornt wird er dabei vom durchtriebenen und hinterhältigen Berater Senyous, welcher selber gerne Granter werden möchte. Beide versuchen sich gegenseitig auszubooten und auszuspionieren, so arbeitet die als Spionin bekannte Häsin Gumpel für beide und spielt sie gegeneinander aus. Sie nutzt sogar kurzzeitig ihre Ernennung zur Aufpasserin, selbst eine Proklamation Jolaines zu fälschen, damit sie Granterin wird... Perloo und Lucabara flüchten indes in den Wald und beraten weiteres Vorgehen, als die Felbarts sie gefangen nehmen. Weyanto, Anführer der Felbarts, unterhält sich mit Perloo, der ihm alles erzählt und der sich zur Überraschung beider Montmer als sehr friedliebend und intelligent herausstellt. Dennoch sieht er sein Volk von den Montmern bedroht. Perloo, als Granter, versucht ihn zu beschwichtigen, Lucabara gelingt indes die Flucht zu Freunden. Sie muss feststellen, dass Berwig und Senyous jeden verhaften lassen, der gegen sie ist, während sie zum Krieg aufmarschieren. Senyous, sichtlich genervt von Berwigs Starrsinn und Dummheit, fälscht die Proklamation so, dass Perloo zum Vogelfreien erklärt wird. Außerdem plant er, Berwig loszuwerden. Mit seinem ach so treuen Berater hat der falsche Granter jedoch das Gleiche vor. Also herrscht dicke Luft vor der entscheidenden Schlacht gegen die Felbarts – für die sich Perloo zu kämpfen gezwungen sieht... Intrigenspiel und spannende Unterhaltung der etwas anderen Art bietet der US-Kinderautor AVI mit seinem zweiten Roman. „Perloo – König der Montmer“ ist eine gewaltfreie Geschichte über Freundschaft, Verrat und einem Helden wider Willen. Es fällt schwer, nicht zumindest Perloo und die kluge Lucabara ins Herz zu schließen. Und mit Berwig als tyrannischen, aber absolut unfähigen Möchtegernherrscher und Senyous als einzigen skrupellosen Montmer gibt es auch zwei hinreißende Schurken, die sich gegenseitig wiederholt auf die langen Füße treten. Avis Geschichte um Perloo, dessen Waffen Wissen und Umsicht sind, kommt ohne Gewalt, Schimpfwörter und Blutvergießen aus und lehrt den jungen Lesern Toleranz mit seinen Mitmenschen, die man lieber besser kennen statt verachten lernen soll, wie auch Verantwortung und Mut zur Wahrheit, denn alle, die lügen, kommen in diesem Buch schlecht weg. „Watership Down“ trifft die weniger kampflastige Version von „Redwall“ – Avi erzählt eine spannende Geschichte mit Hintersinn und gehörigen Humor, allein die zahlreichen Versuche, das Dokument zu fälschen, sind für Lacher gut. Auch Hasen können Helden sein. Ein wunderschönes Buch, weder zu kindisch für ältere Leser noch zu kompliziert für jüngere. So sollte es sein. Datenbank:0.0010 Webservice:0.1032 Querverweise:0.2584 Infos:0.0013 Verlag,Serie:0.0010 Cover:0.0006 Meinungen:0.0020 Rezi:0.0002 Kompett:0.3679 |  |