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Hotel Bosporus

Aykol, Esmahan

Rezension von Lina

Kati Hirschel lebt seit 13 Jahren in Istanbul und betreibt dort einen Krimibuchladen. Logisch das sie demzufolge nicht nur gerne Krimis liest, sondern gerne jede Gelegenheit nutzt auch selber Kriminalfälle zu lösen. Der erste Fall begegnet ihr, als eine frühe Schulfreundin Petra Vogel aus Deutschland sich anmeldet. Diese ist eine sehr erfolgreiche Schauspielerin und kommt samt Regisseur und Filmcrew nach Istanbul um dort einen Film zu drehen. Soweit kommt es aber gar nicht erst, da der Regisseur bereits in der ersten Nacht in seiner Suite in Istanbul umgebracht wird. Er wird tot mit seinem Whiskeyglas in der Hand in der Badewanne gefunden. Ein Fön liegt in der Wanne, aber nicht der Fön des Hotels, sondern ein billiger Reisefön, der mit zwei Verlängerungskabeln erst bis zu Badewanne reicht. Da hat sich aber jemand viel Mühe gegeben, und so schließt Kati die organisierten Spuren ins Drogenmilieu auf die sie gestoßen ist, recht schnell wieder aus. Aber wer könnte sonst noch ein Interesse am Tod des unbekannten, unterdurchschnittlich talentierten Regisseurs haben. Welche Rolle spielt Petra, und in welche Gefahren begibt sich Kati?

Das Augenmerk der Geschichte liegt aber nicht auf dem Mord. Vielmehr geht es um das rasante Leben, um die kulturellen Unterschieden und die deutsch - türkischen und türkisch – deutschen Vorurteile. Deutsche denken alle Türken essen immer nur Kebab und die deutschen trinken immer nur Bier und gehen zum lachen in den Keller.. Kati kämpft sich mit Leidenschaft, Charme und Witz durch diese fremde Kultur, durch die Vorurteile der Türken, obwohl sie selber ( durch ihren Vater) Türkin ist. Als Ich- Erzählerin bezieht sie den Leser direkt mit in das Geschehen ein, was dem Ganzen einen weiteren Plus- Punkt gibt.
Man hat ein wenig das Gefühl als ob man sich selber mit ihrer besten Freundin Lale zur Maniküre trifft, oder der Nachbar aus dem Tee- Laden nebenan am liebsten verscheuchen möchte, weil er neugierig durch die Fensterscheibe lugt.

Sehr unterhaltsam ist auch ihr charmanter Umgang mit den türkischen Männern. Typisch Türke, würde wohl hierzulande jeder sagen, was aber keinesfalls abwertend gemeint ist. Sehr charmant beschreibt sie die Goldkettchen und Bundfaltenhosen, so dass im Grunde sich niemand dabei etwas böses denken kann.

Das der „Krimi“ im Krimi eher nebensächlich und auch lau ist, erwähnte ich ja bereits. Man hat ein wenig das Gefühl das dieser eher krampfhaft mit eingefädelt wurde. Insgesamt hätte als diese deutsch- türkische Kombination in Istanbul und Berlin mit samt der chaotischen Verhältnisse und Lebensarten völlig ausgereicht um einen sehr, sehr unterhaltsamen Roman zu schreiben.
Der Mord an sich scheint zunächst noch ganz souverän, wird aber im Verlauf des Buches immer hanebüchener. Die Kontaktpersonen, zum Beispiel von Kati sind ZU zufällig. Nicht nur das ihre frühere Schulfreundin per roten Teppich in Istanbul empfangen wird, auch ihre derzeitig beste Freundin ist Chefredakteurin der größten Tageszeitung der Türkei und spickt Kati natürlich regelmäßig mit den neusten Informationen.
Auch Katis Vater war der bekannteste Jurist der Türkei. Uns so weiter, und so weiter.....

Auch die Verstrickungen der mit der türkischen Mafia und den 12 Kindermorden die vor Jahren in Deutschland nicht aufgeklärt wurde sind da irgendwie ein bisschen zuviel. Das alles lenkt natürlich ein bisschen von unserem Hauptaugenmerk, nämlich Katis Leben und Miteinander Leben in Istanbul ab.


Aber man verzeiht einer Autorin dies alles natürlich beim Erstlingswerk. Ich fand das Buch insgesamt sehr amüsant. Eine nette Unterhaltung für all diejenigen die Istanbul mögen und die sich gerne Klischees um die Ohren hauen lassen.

Kurz reingelesen:
S. 102
„Auch wenn es Sie, liebe Leser, vielleicht nicht interessiert, wie Kommissar Batuhan gekleidet war, als ich die Tür öffnete und ihn vor mir sah, möchte ich es ihnen nicht vorenthalten: Über engen und harmlos wirkenden Jeans trug Batuhan ein bordeauxfarbenes Polohemd mit einem grünem Krokodil au der linken Brust und an den Füßen bordeauxfarbene
Espandrillen. Meines Erachtens sollten nicht nur bordeauxfarbene, sondern alle Espandrillen per Verordnung mit Gesetzkraft verboten werden (....) Dazu trug Batuhan noch eine Aktentasche, die das Bild vervollkommnet. Wenigstens die Tasche war nicht bordeauxfarben...“

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Wertung

 

Gesamt:

(Gut)

Anspruch:

(Entspannend)

Spannung:

(Unterhaltsam)

Brutalität:

(Jugendfrei)

 

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Infos

 

Sprache:

Deutsch

Ort:

Türkei, Istanbul, Berlin

Zeit:

Gegenwart

Autor:

Aykol, Esmahan

Verlag:

Diogenes, Zürich

Erschienen:

Okt. 2004

Kritiker:

Lina

ISBN:

3-257-23443-0

ISBN(13):

978-3-2572-344-5

EAN:

9783257234435

Typ:

Taschenbuch

 

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