 | Piranhas im Paradies Rezension von KK Aus der Reihe "Petra Delicado" Inspektorin Petra Delicado kehrt von ihrem sehr erholsamen Schwedenurlaub ins spätsommerliche Barcelona zurück. Pflichtbewußt entsorgt sie zu Hause angekommen nicht nur die verdorbenen Lebensmittel aus dem Kühlschrank, sondern hört auch ihren Anrufbeantworter ab. Und damit ist klar, dass ihr Urlaub beendet ist. Im Kommissariat erfährt sie, dass in der noblen Siedlungsanlage El Paradis eine Leiche gefunden wurde. Petra und ihr Kollege Fermin nehmen die Ermittlungen auf. Drei befreundete Ehepaare hatten den Abend miteinander verbracht. Der junge Anwalt Juan Luis Espinet geht nachts raus, um etwas aus seinem Autor zu holen und kehrt nicht zurück. Seine Freunde suchen ihn schließlich und finden ihn tot im Swimming Pool. Die für die Siedlungsanlage zuständigen Wachmänner haben nichts bemerkt und scheiden auch relativ schnell als Verdächtige aus. Der Freundeskreis des Toten bietet zunächst viele Ansatzpunkte, die aber ebenso alle im Sande verlaufen. Eine erste Spur ergibt sich als das verängstigte philippinische Kindermädchen zu berichten weiß, dass eine Nachbarin in der Tatnacht von ihrem Fenster aus anscheinend jemanden im Garten angesprochen hat. Aber auch diese Spur scheint nicht viel herzugeben, denn bei der Verdächtigen handelt es sich um ein an Alzheimer erkrankte Frau. Es ist äußerst schwierig herauszufinden, ob die Frau tatsächlich etwas gesehen hat oder vielleicht sogar die Täterin war. Die Ermittlungen kommen nicht so recht voran. Zu allem Überfluss muss Petra Delicado aber auch noch jeden Tag zu den Sicherheitsbesprechungen, die anlässlich des baldigen Papstbesuches in Barcelona, abgehalten werden. Ausgerechnet Petra, die so ihre Probleme mit der allgegenwärtigen katholischen Kirche hat sieht sich mit einem wortgewandten Kardinal konfrontiert. Und dann ist da noch ihr Kollege Fermin, der vollkommen verändert aus dem Urlaub zurückgekehrt ist. Er will sich nicht äußern, warum er so unleidlich ist oder was im Urlaub vorgefallen ist, dass er eine so schlechte Stimmung hat. Einziger Lichtblick ist zunächst eine der befreundeten Frauen des Toten. Manuela Puig ist einfach eine durch und durch nette Person, zu der sich Petra einfach hingezogen fühlt. Angezogen nicht nur von deren Lebensstil, sondern zu Petras eigener Verwunderung auch von Manuelas jüngstem Kind, einem hinreißenden kleinen Mädchen. Während die Ermittlungen weiter stocken, kommt Petra aber zumindest dem Geheimnis von Fermin auf der Spur. Der hat doch im Urlaub tatsächlich eine alte Jungfer kennen gelernt, die zusammen mit ihrer Schwester Fermin jetzt bedrängt und ihm sehr lästig wird. Petra schreitet ein, um endlich wieder vernünftig mit ihrem Kollegen arbeiten zu können und löst zunächst einmal dieses kleine Problem mit großer Wirkung. Damit ist der Weg frei, nicht nur für den Papstbesuch, sondern auch für Ermittlungserfolge in Sachen des toten Anwalts. Endlich zeigt sich, dass doch nicht alles so perfekt war in der Siedlung „El Paradis“. Eine gute Unterhaltung bietet der fünfte Band aus der Reihe um Petra Delicado. Leider mangelt es aber bei allem Wortwitz an der nötigen Spannung. Als gewiefter aber auch als ungewiefter Krimifreund fragt man sich schnell, warum Petra den Fehler/Mangel in ihren Ermittlungen nicht selber sieht. Da hofft man natürlich auf eine überraschende Wendung am Ende und wird enttäuscht. Aber trotzdem empfand ich das als nicht besonders störend. Die Erzählung an sich war unterhaltend und wortgewand genug, um den Mangel an Spannung wett zu machen.
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