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Die Affaire N`Gustro

Manchette, Jean-Patrick

Rezension von Victoria

Frankreich zur Zeit der Studentenrevolte Ende der sechziger Jahre: Der junge Henri Butron wird erschossen aufgefunden. Einleitend kommen vier Personen zu Wort, die ihre Kommentare über den Toten kundtun. Beliebt ist er nicht gewesen. Die Journalistin Jacquie Gouin stellt fest, dass „er (...) das Produkt einer Epoche und eines Milieus (ist)“. Dies ist meines Erachtens das treffendste Zitat zur Person Henri Butron.

Der Sohn eines Arztes wurde am 8.Dezember 1942 in Orléans geboren. Aufgewachsen ist er in Rouen (Normandie), die Stadt, in welcher im Jahre 1431 Jeanne d`Arc verbrannt wurde.
Henri besucht zunächst eine Jesuitenschule und wird bereits als Heranwachsender kriminell. Nach einer gewalttätigen Aktion wird Henri zur Armee geschickt, wo er während einer Übung am Auge verletzt und daraufhin aus der Armee entlassen wird. So besucht er wieder die Schule.
Immer wieder wird im Roman deutlich, dass Henri sich langweilt und keine Richtung für sein Leben findet („Ich war wieder zurück auf die Schule gegangen, um mein süßes Nichtstun zu verlängern.“ Oder Jahre später „“Nach und nach plagt mich das Gefühl, nutzlos zu sein“) Nur Geld, Sex und Ruhm sind für ihn von Wichtigkeit. Diese Ziele erreicht er auch, doch sie führen zu seinem vorzeitigen Ende.

Dem Autor ist es gelungen, eine großbürgerliche und gefühlskalte Erziehung, die der Protagonist erlebte, darzustellen. Als seine Mutter stirbt, lässt Butron den Leser wissen „Der Tod meiner Mutter hatte meinem Vater einen harten Schlag versetzt; nicht dass er an der armen Frau gehangen hätte, aber es erinnerte ihn daran, dass sein eigener Tod nicht mehr lange auf sich warten lassen würde.“ Demnach war die Verbindung der Eltern nicht durch Liebe zustanden gekommen. Der Tod seines Vaters berührt ihn auch nicht sonderlich, und er nimmt lediglich daran Teil, weil er einen guten Eindruck hinterlassen will, denn „Gefängnisdirektoren misstrauen Häftlingen, die ihre Eltern nicht lieben.“
Aus Butron wurde ein eiskalter Killer, der erst für die Faschisten, später, nach seiner vorzeitigen Haftentlassung nach Paris geht und für Linke kämpft. Hierbei wird deutlich, dass er nicht für Ideale steht, sondern nur Aggressionen abbauen will. Er selbst denkt über politische Aktionen wie folgt: „Was mich bei diesen Geschichten und Geheimkriege, nationale Befreiung und andere Scherze immer wahnsinnig gemacht hat, ist der so große Mangel an Ernsthaftigkeit.“
Von besonderer Wichtigkeit ist Henri das Ausleben seiner Sexualität, was ihm auch mal einen Tripper einbringt. Mit seinen Algerienerfahrungen, die er während seiner Armeezeit machte, imponiert er jungen Frauen, mit seiner Biografie einer reiferen Journalistin.

Dreiunddreißig Jahre nach Erscheinen der Originalausgabe (1971) hat nun der Distel Literaturverlag „L`affaire N`Gustro“ in deutscher Sprache herausgegeben. Die 212 Seiten lassen sich gut lesen. Lobenswerterweise findet sich im Anhang ein Verzeichnis mit Worterklärungen (Personen- und Sachverzeichnis). Der Roman ist für jeden interessant, der sich für die Zeit der Studentenrevolte interessiert, denn der Protagonist kollaborierte zum Schluss mit den Linken.

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Wertung

 

Gesamt:

(Extrem gut)

Anspruch:

(Anspruchsvoll)

Spannung:

(Spannend)

Brutalität:

(Brutal)

 

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Infos Jean-Patrick Manchette:
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Infos

 

Sprache:

Deutsch

Ort:

Frankreich

Zeit:

60er Jahre

Autor:

Manchette, Jean-Patrick

Verlag:

Distel Literatur, Heilbronn

Erschienen:

Jan. 2004

Kritiker:

Victoria

ISBN:

3-923-20864-2

ISBN(13):

978-3-9232-086-7

EAN:

9783923208647

Typ:

Taschenbuch

 

Jean-Patrick Manchette

 

Der Name Jean-Patrick Manchette ist eng mit der Erneuerung des französischen Krimis verknüpft. Er gilt als Begründer des Neo-Polar, der französischen Antwort auf amerikanische hard boiled-Krimis. Seine Krimis zeichnen sich durch knappen Schreibstil, Sozialkritik und bitterbösen Humor aus [mehr]

 

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