 | Tod an heiliger Stätte Rezension von Monika Aus der Reihe "Adam Dalgliesh" St. Anselm an der Küste East Anglias ist ein kleines, elitäres Pristerseminar mit gerade mal 20 Studenten. Adam Dalgliesh von Scotland Yard soll dort den Tod eines dieser Studenten untersuchen. Dessen Leiche wurde am Strand gefunden. Die Polizei geht von einem Unfall aus, doch der einflußreiche Industrielle Sir Alred Treeves hat den Verdacht, daß sein Adoptivsohn ermordet wurde. Da trifft es sich gut, daß Dalgliesh gerade ein paar Tage Urlaub hat. Er kennt St. Anselm, da er als Sohn eines Pfarrers einige Sommerferien dort verbracht hat, und beschließt, als Besucher an einem Wochenende diskrete Ermittlungen anzustellen. Das Seminar steht kurz vor der Schließung, da die Ausbildung der wenigen Studenten angeblich zu kostspielig und weltfremd ist. Ein ausgesprochener Gegner von St. Anselm ist der Archidiakon Crampton, der die Schließung vorantreibt und sich auch für das Wochende als Besucher dort befindet. Er will ein wertvolles Altargemälde an einen anderen Ort schaffen lassen, denn bei der Auflösung des Konvents würde das Vermögen von St. Anselm gemäß einer Klausel im Testament der Gründerin an die Priester verteilt. Als der Archidiakon erschlagen in der Kirche aufgefunden wird, neben sich zwei Altarkerzen, sieht sich Dalgliesh mit einem inszeniert wirkenden Mord konfrontiert. Ein Außenstehender kann aufgrund der abgeschiedenen Lage und der Örtlichkeit als Täter ausgeschlossen werden, doch den an diesem Wochenende anwesenden Priestern, Studenten und Besuchern mangelt es nicht an Motiven. Dies ist ein Buch für Liebhaber der klassischen englischen Krimis. Ein Mord an einem abgeschiedenen Ort mit einer begrenzten Anzahl von Verdächtigen, und die Polizei versucht, das Motiv für die Bluttat und damit den Täter zu ermitteln. Die unterschiedlichen Schicksale der Anwesenden werden dargestellt, wecken größtenteils Sympathie und sind teilweise ergreifend, ohne sentimental zu werden. Auch die Schilderung der anglikanischen Kirche zwischen Tradition und Modernität - wobei die Autorin keinen Hehl daraus macht, auf welcher Seite sie steht - ist interessant und keinesfalls langweilig. Was mich dann doch etwas enttäuscht hat, ist die Auflösung des Falles. Hier kann ich natürlich nicht viel verraten, jedoch ist das Tatmotiv für mich nicht überzeugend und daß noch ein Mord geschieht, der irgendwie drangehängt wirkt, ist m.E. überflüssig. Adam Dalgliesh, der Gedichte schreibende und Jaguar fahrende Spitzenermittler von Scotland Yard, war mir bisher immer ein bißchen zu elitär und abgehoben, aber in diesem Krimi scheint er endlich den Tod seiner Frau und seines Sohnes überwunden zu haben und es deutet sich sogar eine Romanze mit der jungen Professorin Emma Lavenham an. Doch wie es hier weitergeht, werden wir wohl erst im nächsten Buch mit Commander Dalgliesh erfahren. Datenbank:0.0009 Webservice:0.1015 Querverweise:0.1511 Infos:0.0014 Verlag,Serie:0.0015 Cover:0.0006 Meinungen:0.0022 Rezi:0.0002 Kompett:0.2598 |  |