 | Krimijahrbuch 2009 Bacher, Christina; Noller, Ulrich: Rudolph, Dieter PaulRezension von Wiebke Erstmalig im Pendragon Verlag herausgebracht, ist das „Krimijahrbuch 2009“ bereits das vierte in Folge, welches eine Fülle von Informationen, Meinungen und Hinweise enthält und in angenehm unterhaltsamer, oftmals auch recht lustiger Weise, die Krimiszene weit über die Landesgrenzen hinaus durchleuchtet. Aber nicht nur das Jahr 2009 wird hier ins Visier genommen. Auch ein umfassender Rückblick auf gute und weniger gute Krimis des Jahres 2008 wird geboten. Dieser, natürlich unvollständig, macht trotz alledem in wunderbarer Weise Lust darauf, einige der verpassten „Gelegenheiten“ nachzuholen, die in jedem Jahr aufgrund der Fülle der Bücher, zwangsläufig entstehen. Und so kämpft der geschätzte Krimileser stets gegen das Gefühl des „Unbedingt-lesen-müssens“ tapfer an und schaut sehnsüchtig auf seinen Stapel ungelesener Exemplare, die sich munter auf Tischen, Regalen oder Fußböden tummeln. Im „Krimijahrbuch 2009“ kommen dreißig Autoren, Redakteure, Buchhändler, Journalisten, Biblothekare und Hobbyautoren zu Wort, die fleißig gelesen, recherchiert, gelobt, kritisiert, geschrieben und diskutiert haben, um den interessierten Krimilesern dieses zu präsentieren. Wie eingangs erwähnt, beginnt das Buch mit einem unvollständigen Rückblick über das Krimijahr 2008, welcher in einem amüsanten Dialog, geführt zwischen dem Journalisten und Autoren Ulrich Noller und dem Kritiker und Autoren Dieter Paul Rudolph, verpackt ist. Diverse Beiträge über den Krimistandort Deutschland folgen, wie auch ein sehr interessantes Interview mit dem Autor Sebstian Fitzek, der mit der Hamburger Autorin Henrike Heiland über Marketingstrategien, Mundpropaganda, die Unverzichtbarkeit des Internets und außergewöhnliche Lesungen debattiert. Sich dabei mit einem unüberlesbaren Schmunzeln outet, einen schier unerschöpflichen Fundus an schräg anmutenden Ideen bereits im Kopf zu haben. Aber auch den Krimifestivals und regionalen Mordgeschichten wird einen, ihnen gebührenden, Platz eingeräumt, um darüber hinaus, ebenfalls recht umfangreich, über den österreichischen Schriftsteller Manfred Wieninger, Jugendkrimis, internationale Krimis und Sammlerleidenschaften zu berichten. Insgesamt gesehen ein wunderbares Arrangement, das es auch in Zukunft nicht schaffen wird, sämtliche Bücher und Facetten aller Autoren und deren länderspezifische Besonderheiten zu berücksichtigen. Denn das würde den Rahmen sprengen und so findet man in diesem Buch eine gute Auswahl an interessanten Themen vor, deren Inhalte so vielfältig, wie deren Autoren sind. Nun sollte sich der Leser des „Krimijahrbuchs 2009“ nicht wundern, dass ihm der eine oder andere, der hier vorgefundenen, Beiträge bereits bekannt ist. Einige der veröffentlichten Texte findet man bereits an anderen Orten wieder, was deren Informationsgehalt nicht schmälert. Wie zum Beispiel Henrike Heilands Gespräch mit Colin Cotterill unter der Titelüberschrift: „Wie schwer kann es schon sein, einen Bestseller zu schreiben?“, in welchem der Autor über seine Ambitionen zum Schreiben, über Erfolge und Mißerfolge spricht. Einen ähnlichen, aber viel kompakteren, Beitrag über dieses Gespräch, wurde in Focus Online veröffentlicht, was mich persönlich sogar dazu bewegte, beide Beiträge noch ein zweites Mal zu lesen. Das „Krimijahrbuch 2009“ ist ein äußerst interessanter und unterhaltsamer Querschnitt durch die schier undurchdringlichen Krimiberge in Deutschlands Buchläden, sollte aber nicht als vollständiger Ratgeber für krimibegeisterte Leser verstanden werden. Informationen paaren sich mit interessanten Sichtweisen und geben dem Leser einen gewählten Überblick über veröffentlichte Kriminallietratur und Menschen und Ereignisse, die hinter ihnen stehen.
Datenbank:0.0010 Webservice:0.1021 Querverweise:0.4207 Infos:0.0013 Verlag,Serie:0.0011 Cover:0.0006 Meinungen:0.0021 Rezi:0.0002 Kompett:0.5294 |  |