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Das Souvenir des Mörders

Rankin, Ian

Rezension von Lina
Aus der Reihe "John Rebus"

In Schottland sind bereits drei junge Frauen einem Serienmörder zum Opfer gefallen. Die Öffentlichkeit nennt ihn Johnny Bible, nach Bible John, der bereits vor über 20 Jahren sein Unwesen trieb und nie gefasst wurde.
Inspector Rebus ist zu dieser Zeit mit einem ganz anderen Fall beauftragt. Ein junger, sehr zurückgezogen lebender Erdölarbeiter wird in ein Hochhaus gelockt. An einen Stuhl gefesselt, wird er am nächsten Morgen auf dem Zaun vor dem Haus aufgespießt gefunden. Die Ermittlungen leiten Inspector Rebus von Edinburgh in Richtung Norden nach Glasgow und Aberdeen. Dort gerät er in das Milieu um das organisierte Verbrechen, um Drogenhandel und Auftragsmorde. Dennoch kann Rebus sein Interesse auch nicht von dem Fall Johnny Bible weglenken, da er eines der Opfer persönlich kannte. Seine vielleicht zu offenkundigen Nachforschungen darüber bringen ihn selber in die Schusslinie der Ermittler und irgendwann wird selbst er zum potenziellen Verdächtigen.

Wiederum zeitgleich stirbt der frühere Vorsitzende und Lehrmeister des jungen Rebus, die Presse kramt einen mysteriösen Fall von damals hervor: Inspector Geddes hatte Leonard Spaven als Mörder überführt. Dieser beteuerte bis zu seinem Selbstmord im Gefängnis immer wieder seine Unschuld und veröffentlichte sehr erfolgreich darüber ein Buch.
Nun ist Geddes tot und der Fall wird erneut aufgerollt. Dabei erfährt auch John Rebus erstmals, dass Spaven damals von Geddes in eine Falle gelockt wurde und es sich hierbei um eine private Rache-Angelegenheit aus deren Jugendzeit handelte.

Auch Bible John, der vor Jahrzehnten die Morde begang, bekommt natürlich den Wirbel um den „Nachahmer“ mit. Er ist alles andere als geschmeichelt, dass er dadurch wieder ins Licht der Öffentlichkeit gerückt wird. Auch er beginnt die Suche nach diesem, um ihn ein für alle mal das Handwerk zu legen.


Meinung

Zunächst muss ich gestehen, dass dies der erste Roman der Rebus–Reihe und überhaupt von Ian Rankin für mich ist. Vielleicht trägt das auch ein wenig zu meiner sehr kritischen Sichtweise bei.
Inspector Rebus ist ein sehr typischer Krimi-Protagonist. Mürrisch, misstrauisch, starrsinnig, starker Raucher und eigenbrötlerisch. Ein Polizist mittleren Alters, ohne Frau und ohne Familie und mit sehr wenigen Freunden. Grundsätzlich finde ich es schon nicht einfach, mit so einem Protagonisten mitzufiebern, aber bei mir kam sicher noch die fehlende Vorkenntnis der vorangegangenen 7 Rebus-Fälle dazu.
Im Laufe der Geschichte tauchen außergewöhnlich viele, mehr oder weniger wichtige Personen auf. Auch hier werden sicher die eine oder andere bereits in anderen Romanen aufgetaucht sein, aber dennoch habe ich schnell den Eindruck, dass ich den Überblick verliere. Das ist für mich deutlich der Hauptgrund, warum es der Story ein bisschen an Fluss fehlte. Ich kam nur sehr schlecht, wenn ich eine Lesepause gemacht hatte, in die Geschichte wieder hinein, da die vielen Namen kaum in meinem Gedächtnis gespeichert wurden. Oft gab es Situationen, in denen ich wirklich innehalten und erst einmal nachdenken musste, worum und um welchen ausschlaggebenden Satz oder welche Situation es sich jetzt gerade drehte. Möglichweise lag es daran, dass ich oft keinen Unterschied zwischen wichtigen und unwichtigen Personen feststellte, da die Masse derer sehr blass dargestellt wurde und ich aus dem Gefühl heraus alle für unwichtig hielt.


Bis etwa zur Mitte des Buches schleppte sich die Geschichte für mich recht träge dahin, aber ab da wurde es dann doch noch deutlich spannender, weil alle Fälle plötzlich mehr Bedeutung für den Leser bekamen. Man begann die Struktur und den Zusammenhang zu erkennen und es passierte auch endlich mal etwas.
Aber natürlich sollte ich auch einige positive Dinge erwähnen. Dieser 600-Seiten-Krimi hat eine wahnsinnig komplexe und gut durchdachte Geschichte. Es passt alles und ist bis ins Detail stimmig. Möglicherweise muss ich mich einfach nur an die sehr trockene und harte Schreibweise von Ian Rankin gewöhnen.


Letztendlich

War der Roman für mich eher mittelmäßig und ich konnte leider nicht die Begeisterung so vieler für diesen Autoren teilen. Ich würde eher sagen, dass „Das Souvenir des Mörders“ ein Buch für eingefleischte Fans ist.

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Wertung

 

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Infos

 

Sprache:

Deutsch

Ort:

Großbritannien, Schottland

Serie:

John Rebus

Autor:

Rankin, Ian

Verlag:

Goldmann, München

Erschienen:

Jun. 2005

Kritiker:

Lina

ISBN:

3-442-44604-X

ISBN(13):

978-3-4424-460-9

EAN:

9783442446049

Typ:

Taschenbuch

 

Ian Rankin

 

Rankin wurde im April 1960 in Cardenden, Schottland, geboren und lebt mit seiner Frau und seinen zwei Söhnen in Edinburgh, London und Frankreich. Mit dem Schreiben von Comics und Gedichten begann er schon als Kind. Bevor Rankin auf die Universität ging, hatte er für seine Gedichte schon diverse Preise gewonnen [mehr]

 

John Rebus

 

Mit dem melancholischen Inspektor John Rebus hat Ian Rankin eine in Großbritannien sehr erfolgreiche Romanfigur geschaffen [mehr]

 

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