 | Die Kinder des Todes Rezension von Maggy Aus der Reihe "John Rebus" In einer Schule in dem Küstenstädtchen South Queensferry geschah ein schreckliches Gewaltverbrechen: Der Ex-Elitesoldat Lee Herdman erschoss zwei Schüler, verletzte einen weiteren Jugendlichen, bevor er sich selbst richtete. Der Tathergang scheint klar zu sein, weswegen die Ermittler sich auf die Frage nach dem Warum konzentrieren. Rebus wird hinzugerufen, da er sich womöglich als ehemaliger Soldat in den Täter hinversetzen kann, der wie Rebus selbst der Elite-Truppe SAS (Special Air Services) angehörte. Die Armee schickt ebenfalls Ermittler, so als würde sie schon vermuten, dass Herdmans Motive in seiner Armeevergangenheit zu finden sind. Auch die Polizeiermittler suchen daher in Herdmanns militärischer Laufbahn nach möglichen Motiven. Zur SAS gelangen nur die besten Soldaten, Herdmann diente in Nordirland und an verschiedenen ausländischen Einsatzorten. Nach acht Jahren in dem Regiment schied er aus der Armee aus, trennte sich von seiner Frau und zog nach South Queensferry. Rebus begegnet bei seinen Recherchen im näheren Umfeld der Schule der jungen Teri, die stets schwarz gekleidet ihre Todessehnsucht in einer Goth-Clique auslebt. Sie verschweigt ebenso wie der angeschossene Mitschüler wie intensiv ihre Beziehung zu dem Täter war. Aber auch Rebus verheimlicht etwas, denn dass der getötete Junge der Sohn seines Cousins war, teilt er seinen Kollegen nicht mit, obwohl er dadurch in dem Fall befangen sein könnte. Aber Rebus hat schon Schwierigkeiten genug. Er ist wegen starken Verbrühungen in einem Krankenhaus behandelt worden und in der gleichen Nacht verbrannte der Kleinkriminelle Fairstone in seiner Wohnung. Dieser hatte zuvor Rebus Kollegin Soibhan mehrmals belästigt und Rebus wird daher verdächtigt und von seiner Chefin schließlich sogar suspendiert, was ihn aber nicht davon abhält, weiter zu ermitteln. Doch zurück zu der eigentlichen Geschichte des Romans: Die Gewalttat in der Schule ruft auch die Politik auf den Plan. Rankin lässt die Figur des Jack Bell besonders schleimig wirken, der nun eine breit angelegte Kampagne gegen Waffenbesitz startet. Obwohl dieser persönlich in den Fall involviert ist, denn bei dem angeschossenen Jungen handelt es sich um seinen Sohn, scheinen seine Motive eher populistischer Natur zu sein. Die ermittelten Beamte sind nicht begeistert von der Medienwelle, die der Politiker verursacht, zumal sie eine eher desillusionierte Stellung einnehmen und sich von dem Verbot des Waffenbesitzes keine allzu großen Versprechungen machen. Insbesondere Rebus ist sehr aggressiv gegenüber dem Politiker und auch gegenüber einigen Kollegen. Dieser raue Umgangston mag in Schottland üblich zu sein, wirkt aber etwas überzeichnet. Das Buch fesselt vom ersten Moment an. Obwohl der Täter feststeht, erzeugt Rankin mit der Frage nach dem Motiv ausreichend Spannung und hat denn auch Überraschungen parat. Außerdem ist die Nebenhandlung kurios und geheimnisvoll und rundet damit die Geschichte ab. Rebus ist nicht nur Ermittler, sondern gleichzeitig auch Verdächtiger, was die Figur umso reizvoller werden lässt. Die interessante Story und die Figuren werden durch Rankins Erzählkunst zu einem spannenden Krimi verknüpft, dessen über 500 Seiten in Windeseile ausgelesen sind.
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