Die Tore der Finsternis Rezension von sgo Aus der Reihe "John Rebus" Inspektor John Rebus hat seine Vorgesetzte mit einer Tasse Tee beworfen und muss nun als Strafe für dieses unbeherrschte Verhalten erneut auf der Polizeischule zusammen mit einigen anderen auffällig gewordenen Polizeilümmeln die Schulbank drücken. Rebus kann auch der zusätzlich eingeschalteten Polizeipsychologin gegenüber keinen Grund für sein Verhalten nennen. Schließlich kann er ihr ja kaum die Wahrheit sagen: er bekam den Befehl dazu! Rebus sollte auf Anweisung des Polizeichefs einen Akt des Ungehorsams begehen, damit man ihn unauffällig in den Lehrgang der Polizeischule Tulliallan einschleusen konnte. Dort halten sich derzeit auch einige Kollegen auf, welche eines schweren Verbrechens verdächtigt werden. Inmitten des normalen Lehrgangsbetriebes soll Rebus ihr Vertrauen gewinnen. Als ihr Lehrer Tennant den Absolventen des Lehrgangs einen alten Fall „zum Üben von Ermittlungsabläufen“ auftischt, beginnt Rebus schnell an seinem Auftrag zu zweifeln. Die besserungswürdigen schwarzen Schafe sollen ausgerechnet den längst zu den Akten gelegten Mordfall Eric Lomax aufklären. In diesem Mord spielte Rebus eine durchaus fragwürdige Rolle, und neues Beweismaterial könnte dummerweise in seine Richtung weisen. Sollte sein eigentlicher Auftrag nur vorgeschoben sein, um ihm nun den Lomax-Mord anzuhängen? Inzwischen sind auch die Kollegen seiner alten Dienststelle nicht untätig geblieben. Sie führen auch ohne Rebus eine Morduntersuchung weiter: der Kunsthändler Marber ist vor seinem Haus ermordet worden, und Siobhan Clarke muss überrascht feststellen, das die bisherige Zusammenarbeit mit Rebus langsam auf ihr Verhalten abzufärben begonnen hat. Sie hat sich auch nach Ansicht ihrer Kollegen innerhalb von kürzester Zeit dieselbe ruppige Art angewöhnt, welche die Arbeit mit Rebus so schwierig machte. Siobhans Ermittlungen führen sie schnell in das Milieu von Drogen und Prostitution. Der Mafiosi Cafferty scheint irgendwie in den Mord verstrickt zu sein. Schon Rebus hatte immer wieder versucht, dem Paten kriminelle Taten nachzuweisen. Und Cafferty hat auch im Mordfall Lomax seine Finger mit im Spiel... Das Buch besteht aus mehreren parallel verlaufenden Ermittlungssträngen, wobei Rebus sein bestes tut, um im Lomax-Fall die Kollegen unauffällig aufzuhalten. Aber auch über die Fortschritte im Kunsthändler-Mord wird er von seiner Kollegin Siobhan auf dem Laufenden gehalten. So beginnen denn auch die verschiedenen Stränge, sich miteinander zu verknüpfen. Dies alles liest sich durchaus interessant und abwechslungsreich. Gerade die veränderte Rolle Rebus vom Ermittler zum Vertuscher gibt dem ganzen Buch eine interessante Färbung. Die Polizeibeamten sind in diesem Buch keineswegs überkorrekte Beamte mit eingebautem Gesetzbuch, sondern ganz normale Menschen mit dunklen Flecken in ihrer Biographie. Das Buch ist gut geschrieben und durchaus spannend. Ich habe es geradezu verschlungen und kann es durchaus empfehlen. Datenbank:0.0009 Webservice:0.1770 Querverweise:0.1845 Infos:0.0014 Verlag,Serie:0.0153 Cover:0.0006 Meinungen:0.0022 Rezi:0.0002 Kompett:0.3824 |