 | Bis aufs Blut Rezension von ArielenDer 1960 im schottischen Fife geborene Ian Rankin gehört heute zu den führenden Autoren von Kriminalromanen in Großbritannien und erfreut sich mittlerweile auch im Rest der Welt einer großen Beliebtheit. Vor allem durch die John Rebus-Romane hat er sich in das Interesse einer breiten Öffentlichkeit geschrieben. Neben dieser Reihe sind aber auch andere Thriller erschienen, die er teilweise sogar unter dem Pseudonym Jack Harvey veröffentlicht hat. „Bis aufs Blut“ erschien im Original erstmals 1994 und ist sogar noch eines seiner Frühwerke. Aber schon dort wählt er einen höchst ungewöhnlichen Helden aus. Michael Weston verdient seinen Lebensunterhalt schon lange als Killer. Bisher hat er noch keinen Auftrag in den Sand gesetzt, sondern jedes Opfer mit einem sauberen Schuss getötet. Auch diesmal scheint sein Auftrag ganz einfach zu sein. In London soll er die Fernsehjournalistin Eleanor Ricks erschießen, die ganz offensichtlich an einer brisanten Enthüllungsstory arbeitet. Vermutlich will sein Auftraggeber verhindern, dass sie unangenehme Fakten an die Öffentlichkeit bringt. Deshalb stellt Weston auch keine Frage. Zunächst scheint alles glatt zu gehen. Er trifft seine Vorbereitungen und lauert der Journalistin auf. Doch gerade als er seinen Auftrag erfüllt hat, bricht die Hölle los. Die Polizei ist schneller vor Ort als er vermutet hat, und nur ein Trick hilft ihm, dem Zugriff zu entkommen und erst einmal wieder im Untergrund zu verschwinden. Allerdings hat er mit der Ermordung von Ricks schlafende Hunde geweckt, denn nun taucht auch noch Leo Hoffer in der Hauptstadt von Großbritannien auf. Der zwielichtige Privatdetektiv und Ex-Cop hat ihn, den „Destruction-Man“ schon lange im Visier. Weston weiß, dass er diesen Mann nicht lange abschütteln kann – denn der kennt ihn zu gut. Auf der anderen Seite will r aber auch heraus finden, wer ihn in die Falle locken wollte, und warum. Als dann auch noch ein alter Freund sterben muss, nimmt er es entgültig persönlich. So beginnt er selbst Nachforschungen anzustellen, um seinem wahren Auftraggeber auf die Spur zu kommen und entdeckt schließlich die Machenschaften einer obskuren amerikanischen Sekte, die in die Affäre verwickelt zu sein scheint. Aber nur in den USA kann er genaueres heraus finden. Die aber ist Hoffers Heimat. Trotzdem begibt er sich in die Höhle des Löwen , um Gerechtigkeit zu verlangen. Selten war ein Killer moralischer und sympathischer als Michael Weston, der eigentlich nur seinen Job macht und durchaus ein moralischer Mensch sein kann. Obwohl er keine Skrupel kennt, wenn er jemanden erschießt, so kann er interessanterweise kein Blut sehen – und das ist nur eine der Schwächen, die ihn erstaunlich menschlich macht. Bei seinem Gegenspieler Leo Hoffer sieht es da schon etwas anders aus. Der besitzt im Grunde die Eigenschaften, die man normalerweise einem Auftragsmörder zuordnet, nimmt es mit Gesetzen und moralischem Benehmen auch nicht ganz so genau. Zwar präsentiert Ian Rankin eine unterhaltsame und abwechslungsreiche Handlung, aber man merkt doch recht schnell, dass die Krimi-Handlung eher Nebensache ist, weil die Machenschaften der Sekte relativ schwammig bleiben und eher wie eine Antwort auf die in den 1990ger Jahren noch sehr aktuellen Massenselbstmorde von Mitgliedern obskurer Sekten wirken. Um so mehr Zeit nimmt er sich, die beiden Figuren und ihr Umfeld zu beschreiben. Spannung erzeugt er durch das Duell der Beiden und die Versuche sich gegenseitig auszutricksen. „Bis aufs Blut“ ist ein Roman, den man nur schwer aus der Hand legen kann, weil es Ian Rankin gelingt, den Leser durch die Präsenz und Lebendigkeit seiner Figuren zu fesseln. Auch wenn der Kriminalfall eher Nebensache ist, so kann man doch das Duell der beiden Protagonisten und deren Suche nach der Wahrheit genießen, beides Dinge, die immer wieder für eine Überraschung gut sind. Datenbank:0.0009 Webservice:0.1510 Querverweise:0.1736 Infos:0.0017 Verlag,Serie:0.0050 Cover:0.6569 Meinungen:0.0024 Rezi:0.0003 Kompett:0.9923 |  |