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Tigana

Kay, Guy Gavriel

Rezension von Michael Matzer

Vor Jahren gab Guy Gavriel Kay bei uns mit einer Fantasy-Trilogie um die Parallelwelt Fionavar ein fulminantes Debüt. Im Gegensatz zur sogenannten Sword & Sorcery-Fantasy sind seine Romangestalten nicht blosse Schablonen, die den Zweck haben, irgendwelche Action voranzutreiben - nein, sie sind die Handlung. Indfem sich die liebevoll mit aller Schärfe und Tiefe gezeichneten Charaktere entwickeln, ändern sie ihre Umwelt und bringen die Handlung zuwege. Das Ziel der Charaktere liegt nicht selten in der Erfüllung eines tief empfundenen Bedürfnisses, sei es geistiger oder seelischer Natur. Doch genauso sind sie zu tiefer Einsicht und somit auch zu Entsagung fähig. Es ist ein Wesenszug von Kays Gestalten, da sie alle - fast ohne Ausnahme - tiefen Schmerz und Leiden kennen. Deshalb streben sie alle nach Erlösung davon, in der Liebe, in der Schlacht, um Rache zu üben, im Freitod, um letzte persönliche Freiheit zu erlangen. Kays Bücher zu lesen, ist keine leichte Aufgabe, aber sie ist enorm spannend und ihr Lohn für die eigene persönliche Erkenntnis ist stets befriedigend.

Der Heyne-Verlag hat den umfangreichen Roman "Tigana" in die Bände "Der Fluch" und "Der Hofnarr" aufgeteilt. Der Autor erzählt von der Halbinsel "Die Hand", die 20 Jahre vor den erzählten Geschehnissen von zwei rivalisierenden Reichen besetzt und aufgeteilt wurde, bis auf die Provinz Senzio, die neutral bleiben konnte. Tigana war eine Provinz im Westen, die stolzeste und schönste. Zur Erzählzeit erinnern sich nur noch ihre versprengten Bewohner an sie, denn ein Fluch des Magiers Brandin verbannte die Erinnerung an sie aus den Köpfen der Menschen. Aus Rache für die Ermordung seines Sohnes löscht Brandin jedoch nicht nur psychologisch, sondern auch physisch aus, etwa durch Zerstörung seiner Städte. Den Massakern entkommen nur wenige, darunter der jüngste Sohn des totgeglaubten letzten Fürsten von Tigana, Alessan. Der gesamte Roman handelt davon, wie es Alessans Widerstandsbewegung gelingt, Tigana zu rächen, die "Die Hand" von den Besatzern zu befreien und Tigana in die Erinnerung der Menschen zurückzuholen, indem er die Aufhebung des alten Fluchs erreicht. Da sein totgeglaubter Vater zum Hofnarren Brandins gemacht worden war, erfährt er allerdings nicht.

Die verwickelte, von Action gleicherma en wie von Rückblenden erfüllte Handlung wiedergeben zu wollen, würde definitiv zu weit führen, zumal sie an mindestens drei bis vier Schauplätzen zugleich stattfindet - auf einer ebenso poetisch wie lebendig geschilderten Welt, in der die Magie ebenso ihren - meist leidvollen - Platz hat wie die Religion und die Musik bzw. Dichtung. Hierin erinnert "Tigana" an Ritterepen ... la Artus-Sage oder "Orlando Furioso". Doch die Weltsicht von Kays Charakteren ist eigenständig: Es geht um Erlösung: für Alessan von dem Fluch Brandins und von der Unterdrückung durch fremde Besatzer; für die junge Catriana, seine Braut, um die Rechtfertigung ihres vermeintlich feigen Vaters, der vor Brandins Truppen geflohen war. Doch so wie sich ihre alte Ablehnung in Verständnis wandelt, so kann sich auch Ha in Liebe entwickeln. Dies erfährt z.B. die junge Tiganerin Dianora, die an Brandins Hof als Konkubine im Serail lebt. Die Schilderung ihres Schicksals ist einer der bewegendsten Teile eines an anrührenden Momenten nicht gerade armen Buches. Durch ihre Opfer gelingt es Alessan sein Ziel zu erreichen, obwohl sie einander nie kennenlernen. So hat auch die Ironie ihren festen Platz bei Kay.

Jedem Liebhaber guter Fantasy sei "Tigana" wärmstens ans Herz gelegt.

(c) Michael Matzer (http://www.matzer.de)

Anmerkung: Tigana erschien 1995 bei Heyne, München, 06/5291 & 5292, München - und ist eventuell noch gebraucht zu kaufen. Das Erscheinungsdatum und die ISBN betrifft die amerikanische, überarbeitete Neuauflage mit 688 Seiten - in der alle Bände enthalten sind.

Verlagsinfo
A fantasy classic, by the author who edited THE SILMARILLION with Christopher Tolkien A masterful epic of magic, politics and war, drawing on mythic archetypes but concentrating on the wonderfully-drawn characters. The land of Tigana has been forgotten, to the point that its name cannot be uttered, as the result of a spell cast by Brandin to avenge the death of his son. But a few remember, and fight to regain their land and its history...

Dieser Text entstand mit freundlicher Unterstützung und Genehmigung von Michael Matzer. Neben seiner Arbeit in der Welt der Datenverarbeitung schreibt Micheal Matzer professionell Rezensionen im Bereich der phantastischen Medien.

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Wertung

 

Gesamt:

(Gut)

Anspruch:

(keine Angabe)

Spannung:

(keine Angabe)

Brutalität:

(keine Angabe)

 

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Infos

 

Sprache:

Deutsch

Autor:

Kay, Guy Gavriel

Verlag:

Earthlight

Erschienen:

Jan. 2002

Kritiker:

Michael Matzer

ISBN:

0-743-45011-6

ISBN(13):

978-0-7434-501-9

EAN:

9780743450119

Typ:

Taschenbuch

 

Guy Gavriel Kay

 

Guy Gavriel Kay, geb. 1954, lebt in Toronto.
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